Allergie - Diagnose

Geschrieben am 23.07.2006 von Conni Kreißl

Um den Auslöser einer Allergie ganz genau zu ermitteln ist ein wenig Spürsinn erforderlich, obwohl es ansonsten auch schon sehr gute Diagnoseverfahren gibt. Denn eine genaue Diagnose ist notwendig damit der betroffene Patient weiß, was er meiden und wovor er sich schützen sollte. Immerhin können die Allergiebeschwerden auch noch so typisch sein, die Diagnose bzw. die Fahndung nach dem Auslöser ist meistens eine Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Weshalb dem behandelnden Arzt auch unterschiedliche Verfahren dafür zur Verfügung stehen, wie die Anamnese. Sie steht am Anfang einer Diagnose und liefert erste Hinweise auf die Ursache der Allergie. Hierbei beschreibt der Betroffene möglichst genau seine Beschwerden. Wobei er seinem behandelnden Arzt die erste Hinweise darauf gibt, wo und wann seine Beschwerden am stärksten auftreten. Diese umfassende allergologische Ermittlung der Krankengeschichte bringt dem Arzt wichtige Anhaltspunkte auf das mögliche Allergen. Hierbei ist auch wichtig, ob bereits in der Kindheit Anzeichen für eine Allergieneigung bestanden oder ob es in der engeren Familie Personen mit Allergien gibt. Ebenso wichtig ist das unmittelbare private und berufliche Umfeld des betroffenen Patienten.
Allergietests der Typ 1 Allergie in Form von Hauttestungen
Hierbei ist der sogenannte Pricktest der am häufigsten durchgeführte. Mit ihm lassen sich die Ursachen von Heuschnupfen, Asthma, Bindehautentzündung und Nahrungsmittelallergien ermitteln. Hierzu tropft der Allergologe mehrere verschiedene allergenhaltige Lösungen auf die Innenseite des Unterarms oder auf den Rücken des Patienten. Danach ritzt er mit einer kleinen Spezialnadel die Hautoberfläche an diesen Stellen minimal ein, um so den Kontakt zwischen Organismus und Allergieauslöser zu ermöglichen. Bilden sich daraufhin Quaddeln an den Stellen ist dies ein deutlicher Hinweis auf eine Allergie und seinen Auslöser.
Gleich danach kommt der Scratchtest bzw. Kratz-Test auf der Liste der Allergietestarten, der dem ersten sehr ähnlich ist und zur Abklärung von Nahrungsmittelallergien eingesetzt wird. Bei ihm wird die Haut mit einer Lanzette oberflächlich etwa fünf Millimeter lang eingeritzt und erst dann die allergenhaltige Lösung darauf getropft. Nach fünf Minuten wird die Flüssigkeit dann wieder abgewischt, wodurch wesentlich mehr Allergene in die Haut gelangen als beim Pricktest.
Beim Intrakutantest wird die verdünnte Allergenlösung mit einer außerordentlich feinen Nadel in die Haut gespritzt. Wobei noch mehr Allergene als beim Prick- oder Kratz-Test in die Haut gebracht werden. Er wird allerdings nur zur Abklärung von Insektengift- und Medikamenten-Allergien wie beispielsweise auf Penicillin, bei einem unklaren Befund im Pricktest oder wenn die anderen Tests kein Ergebnis gebracht haben angewendet.
Zu Schluss gehört auch noch der Reibetest in diese Kategorie, denn bei einer sehr starken Allergie kann bereits das bloße Reiben des Allergieauslösers auf der Haut eine Reaktion wie die Quaddelbildung hervorrufen.
Allergietests der Typ 1 Allergie in Form von Laboruntersuchungen
Hierbei ist der Rast-Test wohl der Bedeutenste, da mit ihm Antikörper gegen bestimmte Allergene im Blut nachgewiesen werden können. Er wird durchgeführt, wenn aufgrund sehr starker Allergiebeschwerden die Allergiemedikamente nicht abgesetzt werden können oder umfangreiche Ekzeme eine Hauttestung unmöglich machen. Allerdings ist er sehr teuer und wird daher nur gezielt eingesetzt.
Als alternative gilt hier der Schnelltest der eine Diagnose in nur 30 Minuten liefert. Hierbei wird dem Patienten etwas Blut abgenommen und dann auf eine spezielle Membran getropft, auf der sich verschiedene Allergene wie etwa Hausstaubmilben oder Birkenpollen befinden. Diese sollen eventuell vorhandene Abwehrzellen im Blut dazu anregen mit diesen Allergenen zu reagieren. Findet solch eine Reaktion statt ist der Nachweis für eine Allergie erbracht.
Allergietests der Typ 4 Allergie
Da gibt es eigentlich nur den bewährten Epikutan- oder Pflastertest, der bei Verdacht auf eine Kontaktallergie durchgeführt wird. Hierbei werden die verdächtigen Allergieauslöser auf spezielle Pflaster aufgebracht und auf den Rücken des Patienten geklebt, die dann nach ein bzw. zwei Tagen entfernt werden. Sollten sich dadurch allergische Reaktion in Form von Schwellungen und Rötungen oder Bläschenbildung zeigen ist auch hier der Test positiv. Allerdings können die Ergebnis durch Duschen, Baden und schweißtreibenden Sport leicht verfälscht werden.
Weitere Untersuchungsmethoden in unklaren Fällen sind,
die sehr gut funktionierende Antigenkarenz, die auch bei Nahrungsmittelallergien angewandt wird und eigentlich so eine Art Diät ist, bei der Nahrungsmittel weggelassen werden, die im Verdacht stehen die Allergie zu verursachen. Dadurch lässt sich der Einfluss der Allergene auf die Beschwerden genau beobachten.
Zum anderen bringt auch die sogenannte nasale bzw. orale Provokation, zum Nachweis von Heuschnupfen, Nahrungsmittelallergie oder bei unklaren Beschwerden, gute Ergebnisse. Hierbei werden die in Frage kommenden Allergene über die Nasenschleimhaut bzw. den Mund zugeführt und dann die dadurch entstehenden Beschwerden beobachtet.
Auch die zytologischen Diagnostik kann Tipps auf Allergien anhand einer Zellbegutachtung beispielsweise durch einen Nasenabstrich erbringen. Außerdem ist auch die Bestimmung des Methylhistamins im Urin oder eine Magen-Darm-Spiegelung äußerst hilfreich bei der Klärung von Nahrungsmittelallergien.