Allergie - Berufsallergien

Geschrieben am 03.07.2006 von Conni Kreißl

Beschreibung:
Berufsallergien wie Bäckerasthma und das Friseurekzem werden durch unterschiedliche Stäube in der Backstube und durch hautreizende und allergieauslösende Substanzen beim Friseur hervorgerufen. Aber auch Materialien wie Tierhaare und Pollen in der Landwirtschaft lösen unter bestimmten Umständen allergische Reaktionen aus.
Ursachen:
Dabei gehen Allergiker in der Berufswelt jede Menge Risiken ein, weshalb man seinem Beruf nicht nur nach Neigung, sondern auch im Hinblick auf seine Gesundheit auswählen sollte um sich Enttäuschungen zu ersparen. Trotzdem brechen heute jährlich etwa 30.000 Jugendliche ihre Ausbildung ab, weil sie in Ihrem Beruf eine Allergie entwickeln. Wobei besonders Leute gefährdet sind, die schon vor Aufnahme der Beschäftigung an einer Allergie gelitten haben. Deshalb sollten sich gerade Allergiker in erster Linie nach solchen Arbeitsfeldern umsehen in denen sie möglichst nicht mit Wasser, Schmutz, Staub, Chemikalien, Pflanzen oder Tieren in Berührung kommen. Ein Asthmatiker ist also in einer Bäckerei, Gärtnerei oder Schreinerei vollkommen fehl am Platz und sollte sich eher nach einer Arbeit in der Verwaltung, im kaufmännischen Bereich sowie in der EDV umsehen oder Berufe wählen wie Lehrer, Sozialarbeiter, Optiker oder Feinmechaniker.
Krankheitsbild & Beschwerden:
Bei einem Bäcker oder Konditor können Mehlstaub, Konservierungsmittel, natürliche und künstliche Aromen sowie Gewürze zu Atembeschwerden und Ekzemen auf der Haut führen. Bei Bauarbeiter und Malern wirken Substanzen wie Zement, Kunststoffe, Chrom und Kobalt und bei Landwirten, Tierärzten und Pflegern der Staub von Nahrungs- und Futtermittel sowie die Tierallergene wie Tierhaare, Speichel, Kot, Urin, Hautschuppen stark Allergen auslösend. Dagegen haben Friseure stets mit Haarfarben und Waschmitteln, Gummihandschuhen und Haarfestigern zu kämpfen, während Fotolaboranten sich mit Fotochemikalien und ebenso mit Gummihandschuhen herum quälen. Gärtner und Floristen peinigen hingegen Pflanzen und Pflanzenschutzmittel und Mediziner sowie Mitarbeiter im Gesundheitswesen Medikamente, Desinfektionsmittel und Gummihandschuhe. Schreiner plagen sich indessen mit Holzstaub, Klebern, Beizen und Holzschutzmitteln herum und Metallarbeiter mit Dingen wie Metallstaub, Schmierstoffen und Korrosionsschutzmitteln. All diese Substanzen können je nach auslösendem Allergen verschiedene Abwehrreaktionen bewirken, die zu unterschiedlichen Beschwerden führen. Diese offenbaren sich dann meist in brennenden und geröteten Augen, Hautveränderungen wie Schwellungen, Ausschlag und juckenden Ekzemen. Aber auch in allergenem Schnupfen, Atemnot, Asthma sowie Magen-Darm-Beschwerden und außerdem in allgemeinen Beschwerden wie Müdigkeit, Unwohlsein bis hin zum Schock.
Behandlung:
Wer meint durch seinen Beruf zum Allergiker geworden zu sein, sollte erst einmal beginnen ein genaues Protokoll über seine Beschwerden zu führen. Danach sollte er sich an seinen Betriebsarzt und Betriebsrat wenden, die zusammen über geeignete Schutzmassnahmen, einen anderen Arbeitsplatz oder eine andere Tätigkeit im gleichen Beruf beraten können. Dabei sollte jeder Betroffene rechtzeitig auf die Warnsignale seines Körpers hören und sich nicht etliche Jahre krank im Job schinden. Wenn es dann feststeht, sollte wenn nicht anders möglich, auch eine Umschulung in einen anderen Beruf in Erwägung gezogen werden. Auch eine medikamentöse Behandlung oder alternative Heilmethoden können oder müssen teilweise auch durchgeführt werden. Durch eine spezifische Immuntherapie bzw. eine Hyposensibilierung lassen sich allergische Atemwegserkrankungen auch abmildern, so das ein Pollenallergiker zum Beispiel eventuell auch als Gärtner arbeiten kann.
Selbsthilfe:
Wer trotz der Allergie nicht auf seinen Traumberuf verzichten möchte, sollte sich auf jeden Fall schützen, wozu je nach Allergen Schutzhandschuhe, Staubschutzmasken und spezielle Hautpflege sowie Cremes gehören.