Allergie - Hausstaubmilbenallergie

Geschrieben am 03.07.2006 von Conni Kreißl

Beschreibung:
Bei der Hausstaubmilbenallergie besteht eine Überempfindlichkeitsreaktion gegenüber der winzigen, eiweißhaltigen Kotballen der Hausstaubmilben, die eigentlich mikroskopisch kleine Spinnentiere sind. Diese existieren in jedem Haushalt der sich bis zu 1500 Meter über dem Meeresspiegel befindet, wobei sie ihre optimalen Lebensbedingungen bei nahezu 25 bis 30 Grad Celsius sowie einer Luftfeuchtigkeit von 65 bis 80 Prozent vorfinden. Sie leben und überdauern in den Wohnungen zu tausenden vor allem in den Matratzen, die ihnen ausreichend Nahrung in Form von menschlichen Hautschuppen bieten und nebenbei genügend Feuchtigkeit sowie Wärme garantieren. Dadurch gelangen ihre winzigen Kothäufchen aber auch in die Atemwege, wo der staubfeine Milbenkot heute bereits bei jedem zehnten Deutschen beinahe ganzjährig starke allergische Beschwerden hervorruft. Weswegen sie auch als Ganzjahresallergie bezeichnet wird.
Ursachen:
Der Kot dieser klitzekleinen Spinnentierchen, die nur zwischen 0,1 bis 0,5 Millimeter groß sind, ist mikroskopisch Klein, da die Hausstaubmilben aber bevorzugt die Betten bevölkern weil dort wie schon erwähnt ihre Lebensbedingungen optimal sind, reicht die vorhandene Menge dennoch aus um Allergien auszulösen. Da eine Million Milben sich von zirka einem Gramm Hautschuppen eine Woche lang gut ernähren können und jeder Mensch pro Nacht davon ungefähr 1,5 Gramm verliert, kann man sich ausrechnen wie viele der kleinen Wusel ein wunderbares Leben bei uns führen. Diese Milben können auch in Teppichen, Sofas, Gardinen und in der Kleidung vorkommen, wo sie auch fleißig die Allergene bzw. Eiweißstoffe produzieren, die sowohl in der Milbe als auch im Milbenkot vorkommen. Denn die eigentlichen allergischen Reaktionen werden nicht vom Kot selbst sondern von den darin enthaltenen Eiweißen ausgelöst, die zu jeder Zeit vom Menschen eingeatmet werden. Woraufhin der Körper Abwehrstoffe bzw. Antikörper dagegen bildet und obendrein auch für die Ausschüttung von Botenstoffen wie Histamin sorgt. Dieses Histamin ist im allgemeinen für die Hautrötungen, Schwellungen, Verengungen der Luftwege und den vermehrten Austritt von Flüssigkeit aus den Blutgefäßen verantwortlich und damit gleichfalls für die allergischen Krankheitsbilder.
Krankheitsbild & Beschwerden:
Bei dieser Art von Allergie machen sich die auftretenden Beschwerden meist besonders an den Atemwegen, Augen und der Nase bemerkbar. Hier sind die häufigsten Anzeichen eine verstopfte oder laufende Nase, ständiger Niesreiz, gerötete Augen, Asthma bronchiale bzw. Atemnot und manchmal auch Ekzeme. Diese Beschwerden treten erfahrungsgemäß Abends bzw. Nachts oder Morgens nach dem Aufwachen sowie beim Bettenmachen auf. Wobei das absolute Maximum der allergischen Reaktionen bei sehr feuchter und warmer Witterung bzw. gegen Ende und zu Beginn der Heizperiode erreicht wird.
Behandlung:
Die Behandlung richtet sich ganz auf den Patienten und seine Beschwerden aus, wobei eine spezifische Immuntherapie meist die einzig kausale bzw. ursachenbekämpfende Therapie darstellt. Dabei injiziert der Arzt in regelmäßigen Abständen eine Allergenlösung, welche den Allergiker gegen die Hausstaubmilbenallergene unempfindlich machen soll. Für Kinder oder sehr empfindliche Patienten gibt es überdies eine Tropfenlösung zum Einnehmen, obwohl diese Therapie die Beschwerden nicht vollständig beseitigt, sie aber zumindest erheblich lindert. Zusätzlich kann der Arzt Medikamente wie Antihistaminika, Beta-Sympathomimetika sowie Glukokortikoide verordnen, die kurzzeitige bronchienerweiternde Wirkungen haben.
Selbsthilfe:
Da es kaum möglich ist, die Milben völlig aus dem Haushalt zu entfernen, sollte man ihre Anzahl durch milbenundurchlässiges Bettzeug und allergikerfreundliche Matratzen etwas verringern. Auch eine Einrichtung mit möglichst wenigen Polstermöbeln ist mitunter sinnvoll. Die Wäsche sollte mindestens bei 60 Grad Celsius gewaschen und Staubfänger wie Kissen, getrocknete Blumen und Plüschtiere vermieden, sowie Teppiche und Gardinen teils entfernt werden. Auch regelmäßiges Lüften ist nicht schlecht, da dadurch frische, kalte, trockene Luft hereingelassen wird. Ebenso lindert das regelmäßige Reinigen von Wänden, Holzwerk und Fußböden mit feuchten Lappen die Beschwerden und das desinfizieren der Polstermöbel mit pflanzlichen Sprays mit Niembaumsamen-Extrakten. Denn alles ist besser als der andauernde allergischen Reiz, welcher die Entstehung einer chronischen Asthma-Erkrankung begünstigen kann.