Allergie - Histaminunverträglichkeit

Geschrieben am 04.07.2006 von Conni Kreißl

Beschreibung:
Bei der Histaminunverträglichkeit streiten sich die Geister noch ob es sich um eine Allergie handelt oder nicht, denn die einen meinen sie ist keine im herkömmlichen Sinn, sondern eher eine Unverträglichkeit gegenüber Histamin bzw. eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit und die anderen schreiben, das sie gerade deswegen zu den Allergien gehört. Dieses Histamin ist einerseits ein biogenes Amin, das zu den Gewebshormonen gehört und im menschlichen Körper viele Funktionen reguliert wie beispielsweise die Gefäßerweiterung. Andererseits ist es aber auch eine chemische Substanz die erstens in den Nahrungsmitteln enthalten ist die besonders eiweißreich und leicht verderblich sind wie Fisch und zweitens mit Mikroorganismen versetzt sind wie Sauerkraut, Edelpilzkäse oder Wein. Aber es gibt drittens auch eine Menge Lebensmittel, welche die körpereigene Freisetzung von Histamin fördern. Da man das Histamin jedoch weder riechen noch schmecken kann ist eine genaue Kenntnis der Histaminhaltigen- und bildenden Nahrungsmittel äußerst wichtig. Denn hauptsächlich Allergiker wissen, das ausgerechnet das Histamin der bedeutendeste Überträgerstoff bzw. Mediator sämtlicher Allergien ist. So verwundert es nicht das Millionen von Menschen unter Beschwerden wie Magen-Darm-Probleme, Kreislaufbeschwerden, Hautkrankheiten, Migräne, Asthma sowie noch anderen allergieähnlichen Symptomen und vieles mehr leiden, für die es keine Erklärung zu geben scheint. Meist ist dann das Histamin für dieses umfangreiche Beschwerdebild verantwortlich.
Ursachen:
Dieses Histamin wird normalerweise durch das Verdauungsenzym Diaminoxidase abgebaut bzw. neutralisiert, welches in Darm, Leber und Niere vorkommt. Liegt allerdings ein Mangel des Enzyms DAO vor, kann das aufgenommene Histamin nicht mehr verwertet werden und verbleibt im Blut, wo es dann Beschwerden verursacht. Dabei kann Histamin in größeren Mengen bei jedem Menschen schwere, lebensbedrohliche Krankheitszustände hervorrufen, aber bei Patienten mit Histaminintoleranz reichen bereits kleinste Mengen von wenigen Mikrogramm um Beschwerden zu verursachen.
Krankheitsbild & Beschwerden:
Deutliche Anzeichen für eine Histaminunverträglichkeit sind Schleimhautschwellungen und andauernder Schnupfen, Rötungen, Juckreiz, Nesselausschlag und die Verschlechterung einer bestehenden Neurodermitis. Dazu kommen Beschwerden wie Sodbrennen, Durchfall, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen, Atembeschwerden, Asthma, Gesichtsschwellungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Migräne, Müdigkeit, Schwindelgefühl, Herzrhythmusstörungen, Herzjagen, Kreislaufschwäche sowie Krämpfe bis hin zum Schock. Nebenbei werden sogar 15 % aller Asthmaerkrankungen und Fälle von niedrigem Blutdruck, Nesselausschlag, Herzrhythmusstörungen, Regelbeschwerden und viele andere Störungen der Gesundheit der Histamin-Intoleranz als Verursacher zugeordnet.
Behandlung:
Diese Erkrankung lässt sich ursächlich gesehen nicht behandeln. Die einzige Möglichkeit die Symptome zu vermeiden, ist eine konsequente histaminfreie beziehungsweise histaminarme Ernährung. Dafür sollte man möglichst alle Lebensmittel die Histamin enthalten gewissenhaft meiden, da bereits eine Menge von 15 Mikrogramm ausreicht um Hautrötungen hervor zu rufen und schon 30 Mikrogramm bzw. ein Glas Wein oder zwei Flaschen Bier genügen um starke Kopfschmerzen auszulösen. Dabei gilt Grundsätzlich auf jeden Fall immer die Regel, das der Histamingehalt um so höher ist, je länger ein Nahrungsmittel lagert oder reift und er demzufolge um so niedriger wird, je frischer ein Lebensmittel ist. Da sich diese Erkrankung im allgemeinen nicht einmal durch eine erweiterte Diagnostik der Allergologen nachweisen lässt, ist die einzige Möglichkeit dafür scheinbar eine vierwöchige Auslassdiät von histaminhaltigen und histaminfreisetzenden Speisen aller Art. Wird dadurch die Krankheit diagnostiziert, besteht die Therapie anschließend aus den zwei Komponenten der Eliminationsdiät und der gleichzeitigen Arzneimitteltherapie.
Selbsthilfe:
Der Betroffene Patient sollte unbedingt histaminreiche Nahrungsmittel meiden wie Anchovis, Avocados, Auberginen, Bier, Konserven, Käse, Fisch, Hering, Marmelade, Kompott sowie Makrelen, Fleisch, Fleischprodukte, Salami, Sardinen, Sauerkraut, Wurstwaren. Auch einige orientalische Gewürze und Speisen, saure Sahne, Spinat, Tomaten, Tunfisch, Gemüse und Essig, Wein, Hefe sowie Joghurt gehören dazu. Außerdem sollte er Lebensmittel, welche selbst keinen hohen Histamin-Anteil haben, aber die Ausschüttung des körpereigenen Histamins anregen, von seinem Speisplan verbannen. Dazu gehören unter anderem Ananas, Alkohol, Bananen, Nüsse, Schokolade, Eier, Fisch, Milch, Papaya, Erdbeeren und Tomaten.