Allergie - Insektengiftallergie

Geschrieben am 04.07.2006 von Conni Kreißl

Beschreibung:
Eine Insektengiftallergie ist eine allergische Reaktionen auf Insektengifte, die vorwiegend nach Stichen von Bienen, Wespen, Hornissen und Hummeln vorkommen. Wobei eigentlich nur die weiblichen Insekten ihre artspezifische Giftmischung unter die Haut spritzen bzw. stechen. Manchmal sind aber auch Ameisen und in Einzelfällen Insekten wie Mücken oder Bremsen die Übeltäter, deren Bisse und Stiche zu allergischen Stichreaktionen führen. Während aber die meisten Allergien wie zum Beispiel die Pollen-, Hausstaubmilben- oder Tierhaarallergien, eine genetische Veranlagung Vorraussetzen ist diese zum Erwerb einer Insektengiftallergie nicht notwendig. Da das Gift aber direkt unter die Haut genau in das dort gelegene Immunsystem gespritzt wird, umgeht es damit den Weg der Sensibilisierungsmöglichkeit. Wodurch sich rund um die Einstichstelle daraufhin eine rote Quaddel entwickelt, die sich meist erst nach ein paar Tagen wieder zurückbildet. Dabei tritt diese Quaddelbildung bei jedem Menschen auf, nur das es bei allergisch veranlagten Personen nicht dabei bleibt, sondern noch zu weiteren heftigen Symptomen führt. Bei ihnen kommt es neben dem außergewöhnlich starken Anschwellen der Einstichstelle noch zu nervösen Störungen, Atemnot und wenn man da nicht rechtzeitig reagiert zum Schock. Weswegen jährlich ungefähr etwa 40 Menschen allein in Deutschland an einer solchen Schockreaktion des Körpers sterben.
Ursachen:
Dabei reagiert der Körper nicht auf das Insektengift an sich allergisch, sondern eher auf die Fremdproteine, welche zusammen mit dem Gift in den Blutkreislauf gelangen. Sind diese Allergene erst einmal in den Körper eingedrungen, versucht dieser sich mit der Bildung von Antikörpern zu wehren. Wodurch der Organismus bei einem erneuten Insektenstich sofort Histamin und andere Signalsubstanzen freisetzt, die sich dann schnell im gesamten Körper verteilen. Dieses Histamin löst daraufhin die allergischen Entzündungssymptome aus, wie die Schwellung und Rötung an der Einstichstelle, die sich bei Allergikern Innerhalb weniger Sekunden bis zu 30 Minuten zu allergischen Reaktionen bis hin zum plötzlichen Tod durch Schock verstärken können.
Krankheitsbild & Beschwerden:
Die allergischen Reaktionen werden üblicherweise in verschiedene Schweregrade unterteilt. Dabei nennt man den Grad 0, welcher lokale Schwellungen beinhaltet die größer als eine Handfläche sind, auch schwere Lokalreaktion. Zum Grad 1 gehören dagegen die leichten Allgemeinreaktion wie Nesselsucht, Juckreiz, Übelkeit und Angst. Zum Grad 2 bzw. zu der mäßigen Allgemeinreaktion zählen indes beliebige Symptome aus Grad 1 zusammen mit Bauchbeschwerden, wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, sowie Schwindel und Schwellungen der Lippen und Augenlider sowie Engegefühle im Brustkorb und Atemnot. Der Grad 3 wrid dagegen auch als schwere Allgemeinreaktion bezeichnet und bezieht beliebige Symptome aus Grad 2 zusammen mit Schluckbeschwerden, Heiserkeit, etwas verwaschener Sprache, Benommenheit, Schwächegefühl und Todesangst mit ein. Zum Schluss kommt noch Grad 4, die sich auch Anaphylaxie bzw. Schockreaktion nennt und Krankheitszeichen wie beliebige Symptome aus Grad 3, 2 und 1 zusammen mit Blutdruckabfall, Blauverfärbung der Lippen, Kollaps, unwillkürlichen Stuhl- und Urinabgang sowie Bewusstlosigkeit umfasst.
Behandlung:
Da alle Insektengift-Allergien potentiell lebensbedrohlich verlaufen können, ist es besonders wichtig sofort zu Reagieren, wenn die Schwellung größer als handflächengroß ist und noch weitere Symptome wie Atemnot, Bauchbeschwerden, Schwindel, Kreislaufprobleme oder gar Bewusstlosigkeit aufgetreten. Dafür sollte immer eine sogenannte Notfall-Apotheke vorrätig sein, das ein Antihistaminikum, ein Kortisonpräparat sowie ein Adrenalinhaltiges Medikament enthält. Außerdem ist eine Behandlung durch eine Immuntherapie bzw. Hyposensibilisierung erforderlich, die meist über 3 bis 5 Jahre läuft und zumindest bei 90% der Allergie-Patienten erfolgreich ist.
Selbsthilfe:
Da gibt eine Menge Dinge die bereits vorbeugend wirken, wie nicht im Freien barfuss gehen, langärmelige Kleidung und eine Kopfbedeckung tragen, bei Tätigkeiten im Garten besonders vorsichtig zu sein und Nahrungsmittel nicht ohne dichte Verpackung herumliegen zu lassen. Außerdem sollte man nach sportlichen Betätigungen duschen und Parfum oder parfümierte Cremes und Haarspray vermeiden, da Insekten davon angezogen werden. Auch mehrmals täglich Insektenschutzmittel auf die Haut auftragen hilft und der Verzicht auf bunte Kleidung. Obendrein sollten Getränke nicht in offenen Gefäßen herumstehen und prinzipiell nur aus durchsichtigen Gefäßen sowie mit Strohhalmen geschlürft werden, Ebenso ist beim Pflücken von Obst Vorsicht geboten und das Abdecken der Mülltonnen genauso sinnvoll, wie ein extra Schutz durch Fliegengitter vor den Fenstern und Türen der Wohnung. Vor allem gilt das man in jedem Fall ruhig bleiben muss, wenn sich eine Stechinsekt nähert, denn dann fliegen sie in den meisten Fällen von alleine weiter.