Allergie - Kontaktallergie

Geschrieben am 06.07.2006 von Conni Kreißl

Beschreibung:
Bei der Kontaktallergie wird bereits durch bloßes berühren der Haut mit dem Allergen eine allergische Reaktion ausgelöst, weswegen sie gelegentlich auch als Kontaktdermatitis bzw. allergisches Kontaktekzem bezeichnet wird. Da hierbei die Haut, bei Kontakt mit Metallen, Kosmetik oder Konservierungsmitteln, je nach scheregrad der Allergie unterschiedlich stark reagiert. An der Kontaktstelle bilden sich erfahrungsgemäß Entzündungsreaktionen inklusive Rötung, Schwellung und Bläschen, die bei chronischen Ekzemen auch am ganzen Körper auftreten können. Allerdings beschränken sich die allergische Reaktion in den meisten Fällen auf die Stellen der Haut, welche in direktem Kontakt mit dem Allergen standen. Wobei das sogenannte Kontaktekzem vor allem durch äußere Faktoren ausgelöst wird, ganz im Gegensatz zur Neurodermitis, bei der vorwiegend körpereigene Substanzen die Auslöser sind. Allerdings sind auch nicht alle Kontaktekzeme automatisch auf allergische Reaktionen zurückzuführen, denn auch bei der Berührung einer Brennnessel oder einer Nesselqualle entstehen unmittelbare Hautreizungen mit Ausschlag oder Ekzemen. Das sind allerdings keine allergischen Reaktionen, sondern nur Hautreaktionen aufgrund der darin enthaltenen giftigen oder ätzenden Reizstoffe. Zu diesen Reizstoffen gehören unter anderem Fettsäuren, Aminosäuren, Phenacetin, Morphin, Atropin, Kodein und Ephedrin.
Ursachen:
Kontaktallergien entstehen nicht beim ersten Kontakt mit der Allergie auslösenden Substanz, sondern erst beim zweiten oder dritten Kontakt mit dieser. Dann kommt es überraschend zur Sensibilisierung, woraufhin das Immunsystem der Haut aktiviert wird und diese daraufhin mit Entzündungen reagiert. Was man im akuten Stadium der Erkrankung dann Kontaktdermatitis nennt und im chronischem Stadium als Kontaktekzem bezeichnet. Dabei sind die Allergien auslösenden Stoffe sehr verschieden, zu ihnen zählen Substanzen wie Konservierungsstoffe, Färbemittel aber auch Naturprodukte wie Latex oder ätherische Öle. Besonders häufig sind aber Dinge wie Nickel bzw. Nickelsulfat wie er an Jeansknöpfen, Modeschmuck, aber auch in Kleidung und Kosmetikartikeln zu finden ist und auch Duft- und Aromastoffe in Kosmetika, Kerzen, Parfüm oder Nahrungsmitteln die schuldigen. Außerdem reagieren viele auf Chromatsalze, Kobalt, Gummihilfsstoffe, Gerbstoffe, Haarfärbemittel mit Phenylendiamin und Salbengrundlagen wie Wollfett sowie auf Epoxydharze in Härtern und Lösungsmitteln, auf Reinigungsmittel, Arzneimittel und Pflanzen wie Ringelblumen, Arnika und Chrysanthemen.
Krankheitsbild & Beschwerden:
An den Kontaktstellen ist die Haut gerötet und geschwollen, sie juckt und brennt gelegentlich stark und bildet unscharf begrenzte, stark ausgeprägte, kleinste wassergefüllte Bläschen, die sich öffnen und großflächig nässen können, bevor sie schließlich unter trockener Haut mit Schuppenbildung abheilen. Das passiert meist, wenn der Patient sich wegen dem extrem starken Juckreiz zusätzliche die Haut aufkratzt. Dadurch entstehen Risse in der Oberhaut, in welche dann die Allergieauslöser eindringen und Ekzeme bilden. Die dabei entstehenden Entzündungen der oberen Hautschichten, haben allerdings unterschiedliche Ausprägungen und reichen von der leichten Rötung der Haut mit Bläschen bis hin zur extrem juckenden und nässenden Rötung mit gröberen Hautbild das zur Entstehung von Hautschuppen führt. Nur in äußerst seltenen Fällen kommt es sogar zu Asthmaanfällen oder sind die Schleimhäute betroffen.
Behandlung:
Das häufigste Diagnose Verfahren zum Nachweis einer Kontaktallergie, ist der Epikutantest bei dem ein Pflaster mit der Testsubstanz beträufelt und dann auf Rücken oder Oberarm des Patienten geklebt wird. Bestätigt sich dieser Verdacht kann der Arzt zur äußeren Behandlung kortisonhaltige Salben und Cremes sowie gut rückfettende Körperpflegemittel, essigsaure Tonerde oder eine Zinkoxid-Schüttelmixtur verschreiben. In besonders schlimmen Fällen kommen meist auch Kortisontabletten und andere Entzündungshemmer bzw. nichtsteroidale Antiphlogistika zum Einsatz und eine Hyposensibilisierung kann durchgeführt werden.
Selbsthilfe:
Auf alle Fälle sollte man jedoch versuchen den Allergieauslöser zu meiden, denn dann heilt ein allergisches Kontaktekzem normalerweise wieder vollständig ab, ohne Spuren auf der Haut zu hinterlassen. Sollte das nicht möglich sein, sollte man zumindest Schutzmaßnahmen ergreifen wie das Tragen von Schutzhandschuhen, Hautschutzschaum oder Hautschutzsalben. Außerdem sind seifenfreie Waschlösungen mit einem pH-Wert zwischen 5 und 6,5 sowie rückfettende Bäder empfehlenswert und der vollständige Verzicht auf Desinfektionsmittel, Weichspüler und auch unnötige Duftstoffe. Überdies sollte man eventuell, wenn es nötig ist, obendrein einen Arbeitsplatzwechsel bzw. eine berufliche Umorientierung in Erwägung ziehen oder möglicherweise auf ein bestimmtes Hobby verzichten, wenn man dadurch dem Allergen ausweichen kann.