Allergie - Kreuzallergie 1

Geschrieben am 07.07.2006 von Conni Kreißl

Beschreibung:
Bei einer Kreuzallergie bzw. Kreuzreaktion handelt es sich um eine Überempfindlichkeit auf bestimmte Strukturen, die sowohl in den Pollen als auch in unterschiedlichen Lebensmitteln vorkommen. Die allergische Reaktion erfolgt dabei immer auf bestimmte chemisch biologisch ähnliche Allergene, bei denen Molekularbiologisch betrachtet die Stärke der Kreuzreaktion von der Ähnlichkeit des kreuzreagierenden Bestandteils mit dem ursprünglichen Allergen abhängt. Wobei über die Hälfte aller Allergiker die auf Pollen reagieren, erfahrungsgemäß auch mit manchen Nahrungsmittel Probleme haben. So reagiert ein Birkenpollenallergiker meist auch auf Äpfel oder Birnen allergisch. Deshalb hat er noch lange nicht mehrere Allergien, sondern er reagiert einfach nur auf die sich ähnelnden Inhaltsstoffe. Zu den typischen Beispielen für Kreuzreaktionen gehören unter anderem das Birkenpollen-Apfel-Syndrom oder das Beifußpollen-Sellerie-Gewürz-Syndrom. Dabei schwanken die allergieauslösenden Bestandteile je nach Reifegrad, Sorte, Region und Zubereitungsart stark, da es sich um biologische Produkte handelt. Überdies spielt auch die momentane körperliche und psychische Verfassung des Allergikers eine große Rolle für die Intensität der Kreuzallergie.
Ursachen:
Auch bei der Kontaktallergie erkennen die gebildeten Antikörper bestimmte Strukturen auf den Allergenen und haften sich diesen Strukturen an, womit sie die allergischen Reaktionen hervorrufen. Nur hier reagiert der Körper auch auf Strukturen und Proteine, die aus Sicht des Antikörpers dem Allergen gleichen oder sehr ähnlich sind. Es stürzt sich also auch auf diese ähnlichen Formen und verursacht dort ebenfalls die allergischen Reaktionen. Das Immunsystem ist in dem Fall also nicht in der Lage, zwischen den Eiweißstrukturen in der Birne und im Birkenpollen zu unterscheiden und reagiert daher in beiden Fällen gleich, was man dann auch pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie nennt. Dabei gehören pollenassoziierte Nahrungsmittelallergien bzw. pNMA mit zu den häufigsten Nahrungsmittelallergien, die im Gegensatz zu den klassischen Nahrungsmittelallergien wie Kuhmilch- oder Hühnereiallergien die im Säuglings- und Kleinkindalter entstehen, eher im Erwachsenenalter auftreten. Andererseits entwickeln sich vereinzelt auch allergische Symptome bei der Einnahme von Medikamenten und Nahrungsmitteln, die bestimmte Inhaltstoffe enthalten, welche direkt zu den bekannten Symptomen führen, ohne das jedoch eine echte allergische Reaktion abläuft. In diesem Fall spricht man dann von einer Pseudoallergie, bei der Histamine und Salizylate wie Aspirin die Auslöser sind.
Krankheitsbild & Beschwerden:
Die sind schwerwiegensten Folgen der Kreuzallergie sind Juckreiz bis hin zu Schwellungen der Mund- und Rachenschleimhaut aber auch Durchfall, Magenkrämpfe, Hautreaktionen und Kreislaufbeschwerden sowie Kopfschmerz und Migräne bis hin zum Schock. Dabei ist es nicht gerade verwunderlich wenn jemand gleichzeitig auf Haselnüsse und die Pollen des Haselnussstrauches reagiert, da deren Verwandtschaftsbeziehung für jeden offensichtlich ist. Viel erstaunlicher ist da schon eher das Beifussallergiker häufig auch auf Sellerie, Kamille, Anis, Paprika, Kartoffeln, Kopf- und Endiviensalat reagieren. Auch das Gräserallergiker auf Erdnüssen, Getreidemehl oder Soja und Birkenblütenstauballergiker auf Stein- und Kernobst, Nüsse oder Erdbeeren reagieren, überrascht ein wenig. So kann ein herzhafter Biss in einen Apfel bei vielen Birkenpollenallergikern durchaus eine kribbelnde, geschwollene Zunge und Mund- und Rachenschleimhäute, sowie Krämpfe und Durchfall zur Folge haben.
Behandlung:
Auf alle Fälle sollte man seine Ernährung so anpassen, das die Allergieauslöser vermieden werden. Wobei man die entsprechenden Nahrungsmittel außerhalb der Pollensaison, also im Herbst oder Winter durchaus verzehren kann. Auch ist zu beachten, das viele pflanzliche Nahrungsmittelallergene hitze- und kältelabil sind, sie also beim Erhitzen oder Einfrieren zerstört werden, so das der Verzehr von frischen bzw. rohen Nahrungsmittels zwar Beschwerden verursacht, gekochte oder eingefrorene Speisen jedoch gut verträglich ist. Ansonsten kommen auch hier in schweren Fällen Kortisontabletten, Antihistaminika sowie entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz und auch eine Hyposensibilisierung kann hilfreich sein.
Selbsthilfe:
Um eine Kreuzallergie zu vermeiden sollten Allergiker genau wissen auf was sie reagieren. Auch die detaillierte Zusammensetzung der Allergene und die chemischen und botanischen verwandten Nahrungsmittel zu kennen ist nicht schlecht. So das man grundsätzlich die Nahrungsmittel mit den relevanten Allergenen, meidet, kocht oder bratet. Dabei muß man jedoch wissen das hohe Temperaturen zwar meist die Allergie auslösender Eiweiße zerstören, das aber Nahrungsmittel wie Sellerie oder Erdnüsse so viele Allergene Stoffe enthalten, das es besser ist diese völlig vom Speiseplan zu streichen.