Allergie - Latexallergie

Geschrieben am 10.07.2006 von Conni Kreißl

Beschreibung:
Bei einer Latexallergie handelt es sich um eine Überempfindlichkeit der Hautzellen bzw. um eine allergische Reaktion beim Kontakt mit Naturlatex und Produkten die natürlichen Latex beinhalten. Somit ist sie eigentlich eine spezielle Form der Kontaktallergie, bei welcher der Patient auf den speziellen Gummi des Naturlatex, der aus Gummibaumsaft hergestellt wird, bzw. auf gewisse darin enthaltene Proteine allergisch reagiert. Die sind vorwiegend nur als Rückstände aus der Produktion oder als Zusatzstoffe im Latex enthalten. Das Naturlatex wird heutzutage aufgrund seiner hervorragenden Materialeigenschaften zur Herstellung zahlreicher Gebrauchs- und medizinischer Bedarfsgegenstände verwendet. Typische Symptome einer Hautreaktionen mit dem Allergen sind dabei meist Reizungen der Schleimhäute des Magens, der Augen und der Nase, die sich bei Nichtbehandlung bis zum lebensbedrohlichen Schock steigern können. Wobei diese Reaktionen besonders leicht bei gepuderten Latexhandschuhen freigesetzt werden, weil das Puder die Allergene bindet und beim An- und Ausziehen der Handschuhe diese auch noch aufwirbelt. Womit sie sich in der Atemluft verbreiten und so zu einer Sensibilisierung der Atemwege führen. Obwohl die Latexallergie bis 1980 noch völlig unbekannt war, gehört sie heute zu einer der häufigsten Berufsallergien, zu deren Risikogruppen medizinisches Personal, Raumpfleger, Gärtner und Friseure sowie Beschäftigte in der Gummiindustrie gehören. Aber auch Kinder mit einer Spina bifida-Erkrankung und Menschen mit bereits bestehenden Handekzemen sind besonders anfällig für eine Latexallergie.
Ursachen:
Bei der Latexallergie unterscheidet man zwei verschiedene Allergietypen. Bei der ersten sind die Proteine des Naturlatex, welche die Entstehung der spezifischen IgE-Antikörper auslösen und meist Rückstände aus der industriellen Produktion sind, für die Allergene Reaktion der Soforttypallergie des Typ I entscheidend. Bei der Zweiten werden die allergischen Reaktionen vom Spättyp Typ IV durch Zusatzstoffe, welche der Kautschukmilch bei der Latexherstellung zugefügt werden, verursacht. Dazu gehören Stoffe wie Vulkanisationsbeschleuniger, Antioxidantien, Vulkanisatoren, Farbstoffe und Alterungsschutzmittel. Da diese allerdings im allgemeinen durch die T-Lymphozyten verbreitet werden, führen diese Allergene erst nach mehr als 12 Stunden zu den bekannten Symptomen. Dabei sind Latexprodukte im Alltag meistens nicht einmal ausreichend gekennzeichnet und auch medizinische Eingriffe wie Operationen, Zahnarztbehandlungen und gynäkologische Untersuchungen können dadurch zu einer großen Gefahr für Latexallergiker werden. Denn da gelangt das Allergen ohne die schützende Hautschicht durch unmittelbaren Kontakt mit Blut und Schleimhäuten in den Organismus hinein, wo es dann zu schweren allergischen Reaktionen bis hin zum Schock kommen kann.
Krankheitsbild & Beschwerden:
Bei der ersten Art der Latexallergie, die zum Soforttyp zählt, bilden sich schon kurze nach dem Allergenkontakt Quaddeln an der Kontaktstelle aus. Wobei die zunächst lokale Reaktion später auch auf die gesamte Haut übergreifen und dazu eine Reizung der Bindehaut des Auges, der Magenschleimhaut und der Nasenschleimhaut auslösen kann. Darüber hinaus kommt es des öfteren auch zu Magen- und Darmbeschwerden, Fließschnupfen, zum Asthma bronchiale und manchmal sogar zum lebensbedrohlichen Schock. Bei der zweiten Art der Latexallergie, die zum Spättyp gehört, kommt es dagegen zu einer Entzündung der Haut bzw. zum sogenannten Kontaktekzem. Welches im akuten Stadium Rötungen, erbsengroße Knötchen und Bläschen und im chronischen Stadium sogar zu Hautveränderungen führt. Bei beiden Arten ist jedoch eine Rötung und Quaddelbildung der Haut an den unmittelbaren Kontaktstellen, bis hin zum Nesselausschlag am ganzen Körper und ein starker Juckreiz zu erwarten. Außerdem sind Niesattacken mit starker wässriger Sekretion und Naselaufen oder verstopfte Nase durch Anschwellen der Schleimhäute sowie eine Bindehautentzündung mit juckenden, geröteten und tränenden Augen und erhöhter Lichtempfindlichkeit üblig. Auch ein Juckreiz der Schleimhäute inklusive Kratzen und Schwellung im Bereich des Rachens und des Kehlkopfes, anfallsartige, schwere Atemnot mit Verengung der Atemwege bis hin zum Asthma-Anfall, heftige allergische Durchfälle, Herzrhythmusstörungen, starke Müdigkeit und ausgeprägte körperliche Schwäche können bei beiden auftreten.
Behandlung:
Da diese Überempfindlichkeit gegenüber Latex meist lebenslang erhalten bleibt, gilt es als einfachste Therapie, jeglichen Kontakt zu Latexprodukten zu vermeiden und stattdessen allergenarme Naturlatexprodukte oder besser gleich naturlatexfreie Produkte zu verwenden. Zusätzlich kann sie durch eine Hyposensibilisierung oder medikamentös behandelt werden. Dazu stehen üblicherweise schnell wirkende Antihistaminika-Tabletten und Adrenalin-Spray zum Inhalieren zur Verfügung.
Selbsthilfe:
Außer der Vermeidung von latexhaltigen Produkten, sollte der Betroffene darauf achten beim Besuch eines Arztes oder Zahnarztes diesen auf seine Latexallergie hinzuweisen. Außerdem sollte er bei der Auswahl seiner Lebensmittel vorsichtig sein, da etliche wie Banane, Kartoffel und Tomate mit dieser Erkrankung im Zusammenhang stehen. Wenn man bedenkt das ca. 40.00 Gebrauchsgegenstände Latex enthalten vom Make-up zu Pflaster, Kondome, Klebstoff, Radiergummi bis hin zu Kaugummi und Luftballons, gilt es da viele Gefahrenquellen auszuschalten.