Allergie – Lyell-Syndrom

Geschrieben am 25.07.2006 von Conni Kreißl

Beschreibung:
Das Lyell-Syndrom gehört zu den Medikamentenallergien bzw. Unverträglichkeiten, denn die lebensbedrohlichen und nur äußerst schlecht zu beeinflussenden Symthome sind eigentlich eine besonders gefürchtete Arzneimittelnebenwirkung, die auch als Syndrom der verbrühten Haut bezeichnet wird. Denn hierbei führen schädigende Substanzen zu einem Absterben und Ablösen von Hautteilen, was man auch Nekrotisierung nennt. Weshalb diese Krankheit obendrein auch unter den Namen toxisch epidermale Nekrolyse, Epidermolysis acuta toxica oder auch Nekrolysis acuta toxica bekannt ist.
Ursachen:
Die Ursache für diese außerordentlich gefährliche Krankheit ist generell ein Medikament das meist drei Wochen vor dem Auftreten des Lyell-Syndroms erstmalig verabreicht wurde und auf das der Organismus des Betreffenden außerordentlich allergisch reagiert. So kommt es dann nach der Einnahme von Medikamenten gegen einem einfachen Infekt, erst zu kleinen, sich rasch vergrößernden Rötungen der Haut, welche mit der Zeit mehr und mehr ineinander fließen bis die gesamte Haut tief rot verfärbt ist. Danach bilden sich Blasen, die sich immer mehr von der Haut ablösen, bis diese völlig in Fetzen liegt. Wobei die somit entstandenen wunden, offenen Stellen nässen und bluten und Krankheitserregern keinen Wiederstand mehr entgegenbringen. Meist kommt es auch noch zu inneren Blutungen im Magen-Darm-Trakt und damit, wenn nicht sofort Hilfe eintritt, zum Tod. Dabei sind meist so harmlose Arzneimittel schuld wie Antibiotika, Pyrazolone und Penicillin, welche schmerzlindernd und fiebersenkend wirken oder schlaffördernde und antiepileptische Hydantoine sowie betäubend und schlaffördernd wirkende Barbiturate.
Krankheitsbild & Beschwerden:
Bei dieser Erkrankung kommt es zu sehr schmerzhaften, weit ausgedehnten Blasen- und Quaddelbildungen mit großflächigen Ablösungen der Oberhaut, wobei durchaus mehr als 30% der Körperoberfläche betroffen sein können. Wobei das Erscheinungsbild klinisch gesehen dem von starken Hautverbrennung sehr ähnelt. Obendrein sind jedes Mal auch noch die Schleimhäute im Mund- und Rachenbereich sowie die Augen bzw. die Bindehaut der Augen mitbetroffen. Nebenbei kommt es außerdem zu ausgedehnten Entzündungen im Genitalbereich und in der Analregion. Dazu kommen Allgemeinsymptome wie schweres Krankheitsgefühl, sehr hohes Fieber, Gelenkschmerzen, Nebennierenrindennekrosen, Nephrose, Milzschwellung, Bronchopneumonie und Herzhypertrophie. Wobei meist auch wichtige Organe wie Leber und Nieren beteiligt sind. Dadurch kann es zusätzlich auch zu schwerwiegenden Flüssigkeitsverlusten, Infektionen oder Blutungen kommen, wodurch es wiederum zu extrem lebensgefährlichen Komplikationen kommen kann. Dadurch enden ungefähr ein Drittel dieser Fälle meistens tödlich.
Behandlung:
Die Therapie gleicht im Grunde genommen der Behandlung von schweren, großflächigen Verbrennungen. Dabei muss unbedingt so schnell wie nur möglich die verlorene Flüssigkeit ersetzt, der Kreislauf stabilisiert und vorbeugende Maßnahmen gegen Infektionen ergriffen werden. Wobei die Gabe von Kortikosteroiden in hohen Dosen bis heute äußerst umstritten ist. Nebenbei muss man die Schleimhäute extra behandeln, das ist sehr wichtig um narbigen Verklebungen vorzubeugen. Ebenso dringend ist die unverzügliche Behandlung der ungeheuerlich, großen Schmerzen der Betroffenen. Außerdem braucht der Patient unbedingt Hilfe bei der Nahrungsaufnahme, die dann erstmal parenteral, also am Darm vorbei über direkte Infusionen in den Blutkreislauf bzw. in den Magen zugeführt werden muss.
Selbsthilfe:
Leider gibt es hier keinerlei Vorbeuge- oder Abwehrmaßnahmen, da keiner vorher weiß ob er auf ein bestimmtes, ansonsten völlig harmloses Medikament, derart befremdlich reagiert. Wenn es dann allerdings das unabänderliche beginnt, kann man selber gar nichts machen, außer so schnell wie möglich den Notarzt rufen und hoffen das dieser rechtzeitig kommt und dazu noch dementsprechend richtig handelt.