Allergie – Medikamenten- bzw. Arzneimittelallergien

Geschrieben am 10.07.2006 von Conni Kreißl

Beschreibung:
Medikamenten- bzw. Arzneimittelallergien ergeben sich im allgemeinen aus sogenannten Unverträglichkeitsreaktionen gegenüber einem Medikament oder auch den Inhaltsstoffen von Medikamenten, welche durch verschiedene Mechanismen entstehen. Weshalb die daraus entstehende allergische Reaktion eine Sofortreaktion vom Typ I oder eine Spätreaktion vom Typ IV sein kann, wobei auch noch zwischen der Form der Immunreaktion und der Bildung von Antikörpern oder T-Zellen unterschieden wird. Vereinzelt kommen jedoch ebenfalls alle anderen Typen von allergischen Reaktionen vor. Daher sind die Erscheinungsbilder und der Schweregrad der Erkrankung bei dieser Art von Allergie auch sehr unterschiedlich. Manche treten dabei in Form von Hautreaktionen auf und andere betreffen innere Organe. Da die Hautreaktionen, welche einerseits gleichmäßig über den ganzen Körper verteilt oder aber nur an bestimmten Körperstellen auftreten können, in der Regel anderen Reaktionen im Körper vorausgehen, sind sie auch als Frühwarnsystem anzusehen, das auf eine drohende Einbeziehung anderer Organe hinweist. In dem Maße wie die moderne Medizin stehts eine enorme Vielfalt von Medikamenten auf den Markt bringt, die bei vielen akuten und chronischen Krankheiten wirksam sind, steigt auch die Anzahl der Nebenwirkungen von diesen Medikamenten, zu denen auch die nicht vorhersehbare Medikamentenallergie gehört.
Ursachen:
Das Problem besteht im allgemeinen darin, das eine derartige allergische Reaktion nicht vorhersehbar ist und sowohl den Patienten wie auch den behandelnden Arzt überrascht. Denn sogar Patienten mit bereits bekannten anderen Allergien, zum Beispiel auf Pollen, erleiden nicht häufiger eine Medikamentenallergie als Nichtallergiker. Bei dieser Erkrankung wehrt sich der Körper gegen das Medikament wie gegen einen Virus, weshalb die allergische Reaktion viele Symptome aufweist die an Viruserkrankungen und Hautausschläge ähnlich wie bei Masern oder Röteln erinnert. Die Anzahl der in Frage kommenden Medikamente ist dabei sehr groß, wobei Penizillin aber eindeutig am häufigsten Allergien verursacht. Zu diesen gehören außerdem Antiepileptika, Antibiotika, Beruhigungsmittel, Blutersatzmittel, Hormonpräparate, Pilzmittel, Impfstoffe, Insulin, chininhaltige Medikamente, Malariamittel, Tuberkulosemittel, Röntgenkontrastmittel, Schilddrüsenmedikamente, Schlafmittel, Sulfonamide, Rheumamittel, Psychopharmaka sowie örtliche Betäubungsmittel und Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure, Mefenaminsäure, Diclofenac, Pyrazolone und anderen Zusätzen. Allerdings können die Konservierungsstoffe in Arzneimitteln wie Parabene-Mixe, Thiomersal und Benzalkoniumchlorid ebenso auslösende Allergene sein und nebenbei hängt der Verlauf dieser Krankheit sehr von den unterschiedlich ablaufenden immunologischen Prozessen ab.
Krankheitsbild & Beschwerden:
Medikamentenallergien können sich auf die unterschiedlichsten Arten äußern, wobei es in 80 Prozent aller Fälle zu allergischen Reaktionen der Haut in Form von Rötungen, wässrigen Quaddeln, Schwellungen, Ödemen oder Exanthemen bzw. zu großflächigen entzündlichem Hautausschlag auf der Haut kommt. Dabei können stark juckenden Reaktionen auf der Haut, den Schleimhäuten, den Haaren, den Schweiß- und Talgdrüsen oder auch an den Nägeln auftreten. Zusätzlich kommt es mitunter auch zu Schweißausbrüchen, Schwindelanfällen, Benommenheit, Übelkeit, Nesselfieber, Schleimhautschwellungen, Atemnot und sogar zu einem Kreislaufzusammenbruch. Wobei der Schweregrad der erwähnten Reaktionen äußerst unterschiedlich sein kann und nicht voraussehbar ist. Es gibt sogar Fälle wo sich die Medikamentenallergie in Form von Asthmaanfällen, Störungen des Allgemeinbefindens, Gliederschmerzen und Migräneanfällen äußerte. Die schlimmsten Formen sind jedoch das Stevens-Johnson-Syndrom sowie das Lyell-Syndrom, welche durchaus lebensbedrohlich sein können und die ich in extra Artikeln noch beschreiben werde.
Behandlung:
Bei einer nachgewiesenen schwerwiegenden Arzneimittelallergie muss das für das Auslösen der allergischen Reaktion verantwortliche Arzneimittel sofort abgesetzt werden. Dies kann bei Patienten, die gleichzeitig mit verschiedenen Präparaten behandelt werden, mitunter ein wenig schwierig sein, da dann das betreffende Arzneimittel erst einmal ausfindig gemacht werden muss. Zur Behandlung von akuten allergischen Reaktionen wird hauptsächlich ein Glukokortikoid verabreicht und der Juckreiz mit einem Antihistaminikum behandelt und je nach Schwere der Reaktionen müssen gegebenenfalls eventuell weitere intensivmedizinische Maßnahmen erfolgen. Wobei die Hautentzündungen meist innerhalb weniger Tage nach dem Absetzen der auslösenden Medikamente abheilen.
Selbsthilfe:
Wer schon einmal auf ein Medikament allergisch reagierte, sollte dies unbedingt bei einem Arztbesuch dem behandelnden Mediziner mitteilen, besonders wenn ein neues Arzneimittel verordnet wird. Auch beim Kauf eines Arzneimittels im Rahmen der Selbstmedikation muss der Apotheker über die Gefahr der allergischen Reaktion informiert werden. Außewrdem ist das Tragen eines Allergiepasses, indem die unverträglichen Arzneimittel eingetragen sind, sehr hilfreich, da dieser in Situationen in denen man eventuell nicht mehr ansprechbar ist, unter Umständen lebensrettend sein kann.