Allergie - Nahrungsmittelallergie

Geschrieben am 13.07.2006 von Conni Kreißl

Beschreibung:
Bei der Nahrungsmittelallergie kommt es zu einer allergischen Reaktion des Immunsystems gegen bestimmte Proteine bzw. Eiweißstoffe in den Nahrungsmitteln. Dabei unterscheiden sich die Nahrungsmittelallergien im Kindesalter eindeutig von jenen des Erwachsenenalters durch spezielle charakteristische bzw. andersgeartete Allergieauslöser. Denn während die Kinder meist auf Kuhmilch, Hühnereier, Weizen, Nüsse und Soja reagieren, ist diese Art der Allergie im Erwachsenenalter erfahrungsgemäß noch mit einer zusätzlichen Pollenallergie verbunden. Andererseits werden unter der sogenannten Nahrungsmittelallergie auch zahllose Unterarten von Unverträglichkeitsreaktionen auf Lebensmittel zusammengefasst, die einerseits durch Intoleranz und andererseits durch allergische Reaktionen des Immunsystems entstehen. Bei der zweiten Variante tritt die gefürchtete Reaktion vorwiegend innerhalb weniger Minuten ein und gehört damit zum Soforttyp I. In wenigen Ausnahmefällen kann sie allerdings auch erst nach Stunden erfolgen, wobei sie dann zum Spättyp IV mutiert. Zu den häufigsten Auslösern dieser Allergieart gehören generell sämtliche Milchprodukte, Eier, Nüsse, Fische und Schalentiere. Prinzipiell können jedoch alle Nahrungsmittel eine allergische Reaktion auslösen und auch die Zusätze bei konservierten und aufbereiteten Lebensmitteln, wie Konservierungsmittel, Farb- und Aromastoffe können dementsprechende allergische Beschwerden oder Unverträglichkeitsreaktionen auslösen.
Ursachen:
Ursache für diese Reaktionen ist ein überfordertes Immunsystem, welches Antikörper gegen bestimmte Bestandteile bzw. Proteine der Nahrung bildet, die es als bedrohlich betrachtet obwohl diese es gar nicht sind. Dabei löst es starke Abwehreaktionen aus wie Entzündungen an der Mundschleimhaut, Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Hautausschläge, Schwellungen oder Symptome der Atemwege wie Atemnot bis hin zum Asthma, welche sich im Extremfall sogar zum Kreislaufschock entwickeln können. Dabei sind die Auslöser je nach Alter meist sehr unterschiedlich. So reagieren Säuglinge vor allem auf Grundnahrungsmittel wie Milch, Eier, Nüsse oder Weizen, Jugendliche und ebenso Erwachsene allerdings häufiger eher auf Obst, Gemüse oder Nüsse. Wobei Erwachsene nebenbei meist auch mit einer Kreuzallergie gegen Pollen oder Latex zu kämpfen haben. Diese reagieren dann auf die Allergene in Milch- und Milchprodukten, Eiern, Fischen, Schalen- und Krustentieren, Äpfeln, Paprika, Sellerie, Karotten, Nüssen, Samen, Sojabohnen, Roggenmehl und Gewürzen.
Krankheitsbild & Beschwerden:
Die Symptome dieser Allergieart können aufgrund der unterschiedlichen Reaktionsarten und Allergene äußerst vielgestaltig sein. Wobei die ersten Anzeichen fast immer schon wenige Sekunden bis Minuten nach dem Genuss der allergieauslösenden Nahrung eintreten und sich nur überaus selten erst nach mehreren Stunden mit Blähungen und Durchfall bemerkbar machen. Diese Erkrankung äußert sich größtenteils durch Hautreaktionen wie Rötung, Schwellung, Quaddeln und Ekzeme, brennenden oder tränenden Augen und betreffen gelegentlich auch die Atemwege mit Schnupfen bis hin zu Asthma. Mitunter kommt es auch zu Schwellungen der Mund- und Rachenschleimhaut mit Lippen, Gaumen und Zunge bis hin zur gefährlichen Einengung der Atemwege in Verbindung mit einem starken Juckreiz oder zu Problemen des Magen-Darm-Traktes mit Blähungen, Koliken, Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen. Diese können sich bei Nichtbehandlung zum lebensbedrohlichen Kreislaufkollaps, Schock oder Atemstillstand steigern. Wobei auch Alkohol, körperliche Anstrengung und Stress die Symptome verstärken können.
Behandlung:
Leider bleiben die meisten Nahrungsallergien lange Zeit unentdeckt und selbst wenn sie festgestellt werden ist die eindeutige Identifizierung des Allergens sehr schwierig, da es für die Diagnostizierung noch die kein zuverlässiges Testverfahren gibt. Daher ist der erste Therapieversuch auch vorwiegend mit einer Karenzkost verbunden, bei die verdächtigten Nahrungsmittel vermieden werden sollen, welche die Allergie eventuell auslösen könnten. Zusätzliche Hauttests sowie Provokationstests geben weitere Aufschlüsse, die dann je nach Eindeutigkeit der Diagnose und Reaktion des Körpers die weitere Behandlung beeinflussen. Diese wird dann mit Medikamenten wie Antihistaminika, Glukokortikoid, Cromoglicinsäure und Adrenalin-Präparaten ausgeführt, da die Hyposensibilisierung hierbei meistens nicht funktioniert.
Selbsthilfe:
Wenn man die Nahrungsmittel kennt auf die man reagiert sollte man diese möglichst meiden und durch andere ersetzen. Klappt das nicht hilft manchmal auch das Erhitzen, Zerkleinern oder Säuern dieser um die darin enthaltenen Allergene zu zerstören, was allerdings nicht immer funktioniert da beispielweise Nüsse, Sellerie und die meisten tierischen Allergene eher hitzestabil sind. Andererseits sollten sie auch Lebensmittel wie Käse, Hefe, Spinat und Rotwein, die viel Histamin enthalten und so eine allergische Reaktion verstärken können, möglich ebenso weglassen. Auch bei Impfungen sollte man außerordentlich vorsichtig sein, denn nicht wenige enthalten Hühnereiweiß.