Allergie - Pollenallergie

Geschrieben am 16.07.2006 von Conni Kreißl

Beschreibung:
Unter der Pollenallergie bzw. Pollinosis versteht man eine Allergie auf den Blütenstaub bzw. die Pollen der verschiedensten Pflanzen, die je nach Jahreszeit, Pollenflugzeit und Blütezeit sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Auslöser dieser Allergieart sind oft schon kleinste Mengen von Eiweißstoffen im Innern der Pollen, die je nach Saison bzw. Jahreszeit in sehr unterschiedlicher Menge durch die Luft schwirren und in längeren Regenperioden bisweilen sogar gar nicht. So atmet man während der Blühzeit pro Tag ungefähr 4.000 bis 8.000 Pollen ein, denn schon eine einzige Roggenähre beinhaltet über den Daumen gepeilt 4,2 Millionen Pollenkörner, wobei bereits der Kontakt mit 40 bis 50 Pollen ausreicht um die bekannten Symptome bei einem Pollenallergiker auszulösen. Dabei gehören zu diesen Auslösern die Blumenpollen genauso wie die Gräserpollen, Getreidepollen und Baumpollen. Diese Allergieform tritt mit am häufigsten auf, allein in Deutschland sind bereits ungefähr 11 Millionen Menschen betroffen und das mit steigender Tendenz, was in etwa 20 Prozent der Bevölkerung entspricht. Wobei die meisten davon auf Gräserpollen reagieren. Außerdem gehören dreiviertel aller Heuschnupfenpatienten zu den Pollenallergikern bzw. Gräserpollen- und Baumpollenallergikern. Obendrein reagiert das Immunsystem bei rund der Hälfte aller Pollenallergiker oft nicht nur auf gewisse Pollen, sondern zusätzlich auch auf bestimmte Substanzen deren biochemische Strukturen ähnlich sind, was man dann als Kreuz-Allergie bezeichnet.
Ursachen:
Die Ursache ist eine allergische Reaktion des Körpers auf bestimmte Blüten-, Baum- und Gräserpollen, welche durch die Luft übertragen und dadurch eingeatmet werden und so mit den Schleimhäuten in Nase und Auge in Berührung kommen, wo sie meistens eine Reaktion vom Soforttyp 1 auslösen. Dabei reagieren die meisten auf Pflanzenarten wie Roggen, Birke, Erle, Hasel und Beifuss. Deren Proteine werden vom Körper fälschlicherweise als Feinde betrachtet, weshalb es Abwehrstoffe bzw. Antikörper dagegen bildet, die dann bei jedem erneuten Kontakt sofort eine allergische Entzündungsreaktion auslösen.
Krankheitsbild & Beschwerden:
Pollenallergiker reagieren auf die Allergene im allgemeinen mit geröteten, tränenden und juckenden Augen, einem starken Niesreiz durch anschwellen der Nasenschleimhaut und vermehrte Flüssigkeitsbildung und dadurch bedingten Fließ- oder Stockschnupfen sowie verstopfter Nase. Aber auch mit allergischen Reaktionen der Haut wie Rötungen oder Schwellungen sowie mit Atemnot, die zu allergischem Asthma bronchiale werden kann. Denn gerade bei Pollenallergikern ist das Risiko an Asthma zu erkranken bis zu 3,2 mal höher als bei Nicht-Allergikern. Zusätzlich fühlen sich die Betroffenen abgeschlagen und müde und leiden häufig unter Kopfschmerzen. Manche haben auch eine leicht erhöhte Temperatur. Außerdem tritt bei ihnen fast immer auch eine Überreaktion auf unspezifischer Reize wie Tabakrauch, Staub, Geruchsstoffe, Temperaturänderungen und Anstrengung auf, die sich ebenso mit einer geschwollenen Nase, Niesreiz und brennenden Augen äußert. Diese Beschwerden treten in der Regel größtenteils im Frühjahr auf, wobei die Hochzeit im Mai und Juni liegt und eng an die Blütezeit der allergieauslösenden Pflanzen gebunden ist. Andererseits schicken Erle und Hasel als Frühstarter ihre Pollen bereits im Januar auf die Reise, während Brennnesseln dies selbst im Oktober noch tun.
Behandlung:
Die Symptome einer Pollenallergie werden mit Antihistaminika-Tabletten, Adrenalin-Spray zum Inhalieren und Glukokortikoid-Lösungen behandelt. Bei leichteren Beschwerden reichen mitunter auch Nasensprays und Augentropfen, da die Tabletten bei manchen eine extreme Müdigkeit verursachen. Teilweise versucht man auch Betroffene, die nur auf wenige Pollenarten allergisch sind, mit einer Hyposensibilisierung zu Desensibilisieren, was aufwendig und über mehrere Jahre hinweg geschieht aber trotzdem nicht immer zum Erfolg führt. Trotzdem ist eine Pollenallergie nicht vollständig heilbar und bleibt meist ein ganzes Leben lang erhalten. Liegt auch noch eine Kreuzallergie zu pollenassoziierten Nahrungsmitteln vor, wird das ganze noch komplizierter, denn da treten die Beschwerden nicht nur parallel zu bestimmten Pollenflugzeiten auf, sondern auch durch bestimmte Nahrungsmittel. Weswegen die Behandlung dann noch schwieriger wird und eine Hyposensibilisierung auch nicht viel Sinn macht.
Selbsthilfe:
Das wichtigste bei einer Pollenallergie ist den Kontakt zu dem auslösenden Allergen zu vermeiden, da die Pollen aber teilweise kilometerweit durch die Luft fliegen ist das meist nicht immer machbar. Man könnte zwar in andere Klimazonen, ins Hochgebirge oder an Küstenbereiche bzw. auf Inseln verreisen wo die entsprechenden Pflanzen nicht wachsen, aber wer kann sich das schon auf die Dauer leisten. Andererseits lohnt es sich den Pollenwarndienst zu nutzen und Allergenquellen wie blühende Wiesen oder Baumalleen zu meiden. Außerdem sollte man beachten das die massivste Pollenbelastung in den frühen Morgenstunden zwischen 4.00 und 6.00 und Abendstunden zwischen 19.00 und 24.00 Uhr stattfindet. Die geringste jedoch in den Morgenstunden zwischen 6.00 und 8.00 Uhr liegt. Auch Pollenfilter, tägliches Staubsaugen, jeden Abend vor dem Schlafengehen die Haare waschen und die Straßenkleidung außerhalb des Schlafzimmers ablegen kann helfen.