Allergie - Schimmelpilzallergie

Geschrieben am 19.07.2006 von Conni Kreißl

Beschreibung:
Bei einer Schimmelpilzallergie reagiert das Immunsystem unverhältnismäßig auf die Sporen der Pilze, die zur Fortpflanzung in die Luft abgesondert werden, sowie auf Bruchstücke von Schimmelpilzorganismen. Wobei Schimmelpilze Mikroorganismen sind, die zusammen mit anderen Pilzen und Bakterien organische Materialien abbauen und je nach Art saisonal oder ganzjährig auftreten. Dabei lösen ihre Sporen allergische Reaktionen vom Soforttyp 1 aus, wenn sie eingeatmet werden, weil sie durch die Luft wirbeln. Diese Sporen sind mikroskopisch klein und befinden sich überall in unserer Umwelt. Also auch in Wohnungen, wo sie hinter Tapeten und Textilien, Kachelwänden und Polstermöbeln und da besonders gern an feuchten unzugänglichen Stellen sitzen. Obwohl sie prinzipiell eigentlich überall in Innenräumen vorkommen, die eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen, wie Küche, Bad, Keller oder Waschräumen. Denn Schimmelpilze lieben die Feuchtigkeit und breiten sich deswegen bevorzugt in feuchten kühlen Zimmerecken oder Wänden aus, die schlecht oder gar nicht gelüftet sind, in die Nässe eindringt oder die in den kalten Monaten zu sehr auskühlen. Aber auch durch warmen Temperaturen und den damit verbundenen zu hohen Umgebungsfeuchtigkeiten. Daher vermehren sie auch großartig bei unbemerkten Feuchtigkeitsschäden durch konstruktionsbedingte Baumängel und dadurch begünstigte Kondenswasserbildung. Sie gedeihen allerdings durchaus auch auf jeglichen organischen Materialien wie Obst und Gemüse sowie auf Kunststoffen wie Dichtungsfugen und auf Blumenerde, Zimmerpflanzen und Schnittblumen. Aber auch in Hydrokulturen, Klimaanlagen und Luftbefeuchtern sowie in Holzverschalungen, Blätterhaufen, Kompost, Brennholzstapeln und unter Laub.
Ursachen:
Wie fast immer ist das Übermaß an dem vorhandenen Allergenauslöser Schuld daran, das der Körper bzw. das Immunsystem irgendwann anfängt darauf zu reagieren. Da eben auch die Schimmelpilze und deren Sporen überall und ständig in der Natur in verschieden hohen Konzentrationen vorkommen reagieren dadurch auch immer mehr Menschen Allergisch auf sie. Wobei dies nicht nur von der Höhe der Konzentration abhängt sondern ebenso von den häufigen Wetterwechseln und der damit verbundenen zu hohen Luftfeuchtigkeit. Dabei sind die häufigsten Ursachen für eine saisonale Schimmelpilzallergie größtenteils die Sporen der Schimmelpilzgattungen Cladosporium, Alternaria und Helminthosporium. Dagegen sind es bei der ganzjährigen Allergie erfahrungsgemäß die Sporen der Gattungen Pinselschimmel bzw. Penicillium, Köpfchenschimmel bzw. Mucor, Gießkannenschimmel bzw. Aspergillus sowie Chaetonium und Aureobasidium. Wobei manche der Betroffenen bereits so sensibilisiert sind das sie sogar auf gezüchtete Schimmelpilze wie sie in Wein und Käse vorkommen reagieren.
Krankheitsbild & Beschwerden:
Die typischen Symptome dieser Allergieart sind gerötete, tränende und juckende Augen, starker Niesreiz, Fließschnupfen oder verstopfte Nase und Husten sowie Magen-Darm-Beschwerden. Bei schwereren Attacken können überdies noch Atemnot, Asthma bronchiale, Nesselfieber oder Migräne hinzukommen und ohne rechtzeitige Behandlung kommt es mitunter auch zum lebensbedrohlichen Schock. Diese Beschwerden treten je nach Allergieauslösender Schimmelpilzart ganzjährig oder saisonal auf.
Behandlung:
Schimmelpilzallergie werden über genaue Befragungen und Allergietests wie den genannten Pricktest oder durch Provokationstests diagnostiziert. Da die verwendeten Allergenlösungen bei diesen Testverfahren allerdings noch immer nicht standardisiert sind ist eine exakte Diagnose meistens jedoch äußerst schwierig. Daher ist der Erfolg einer Therapie auch nicht gesichert, obwohl diese Erkrankung sowieso nicht heilbar sondern nur linderbar ist. Trotzdem gilt hier besonders den Allergieauslöser möglichst zu meiden, daher ist es äußerst wichtig, Wohnungen bei Verdacht auf eine Allergie, als ersten Schritt der Therapie genau auf Schimmelpilzbefall zu untersuchen und diesen zu beseitigen. Ansonsten werden die Symptome medikamentös mit Antihistaminika und Glukokortikoiden bekämpft und manchmal, wenn das auslösende Allergen bekannt ist, auch eine sogenannte Hyposensibilisierung durchgeführt.
Selbsthilfe:
Da eine Schimmelpilzallergie im Regelfall ein Leben lang bestehen bleibt hilft eigentlich nur das Vorbeugen. Um den Ausbruch einer allergischen Reaktion zu vermeiden sollte man daher Wohnung oder Haus stets gut lüften, auf eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 % achten, Küchenabfälle nicht liegen lassen und Obst und Gemüse im Kühlschrank lagern.. Außerdem kann man Stockfleckenbildung beispielsweise hinter Schränken, Kacheln und Holzverkleidungen vermeiden indem man Kalkputz oder Silikatfarben verwendet, welche Schimmelpilzen keine Lebensgrundlage bieten. Auch das sehr sparsame gießen der Zimmerpflanzen, die natürlich selbstverständlich nichts im Schlafbereich zu suchen haben sowie das regelmäßige reinigen von Klimaanlage und Luftbefeuchtern sind äußerst hilfreich.