Allergie - Stevens-Johnson-Syndrom

Geschrieben am 27.07.2006 von Conni Kreißl

Beschreibung:
Das Stevens-Johnson-Syndrom ist ebenfalls eine Unterart der Medikamentenallergie bzw. Unverträglichkeiten und wird auch SJS, Fuchs-Syndrom, Toxische epidermale Nekrolyse, TEN, pluriorifizelle Ektodermatose oder Synonym Lyell-Syndrom genannt. Andererseits ist der Begriff Stevens-Johnson-Syndrom auch das Synonym für die Bezeichnungen Erythema exsudativum multiforme major und Dermatostomatitis Baader. Das Stevens-Johnson-Syndrom ist allerdings auch eine infekt- oder arzneimittelallergisch bedingte Hauterkrankung, bei der sich die Epidermis derart großflächig abhebt das es fast immer zu einem lebensbedrohlichen Zustand kommt. Dabei unterscheidet es sich nur durch seine Ausdehnung vom Lyell-Syndrom, denn hierbei steht der Schleimhautbefall im Augen- Mund- und Rachenbereich im Vordergrund und beträgt dafür auf der Körperoberfläche meist weniger als 10 Prozent. Zum Glück ist die Erkrankung, die erstmals in Amerika diagnostiziert wurde, allerdings sehr selten und wurde noch nicht oft feststellt, sie kann jedoch tödlich verlaufen.
Ursachen:
Ursache für diese Erkrankung ist erfahrungsgemäß entweder ein Infekt oder eine allergische Reaktion nach der Einnahme eines Medikaments, wobei größtenteils solche Substanzen wie Antikonvulsiva, Barbiturate, Sulfonamide, Oxicam-NSARs und Allopurinol die Auslöser sind. Diese sind meist in Medikamenten wie den Schmerzmitteln Meloxicam und Diclofenac, sowie in Antibiotika bzw. Chemotherapeutika namens Benzylpenizillin, Sulfadiazin, Sulfacetamid und Sulfamethoxazol sowie in Ibuprofen-haltigen Arzneimitteln enthalten. Sie besitzen eine schlaffördernde, schmerzlindernde, fiebersenkend und antiepileptische Wirkung. Mitunter löst jedoch auch das HIV-Mittel Nevirapin dieses Syndrom aus. Bei so vielen möglichen Auslösern verwundert es auch nicht, das in 50 Prozent aller Fälle keine eindeutige Ursache gefunden wurde. Denn gelegentlich waren anscheinend auch nur Infektionskrankheiten wie Herpes simplex, Coxsackie- und ECHO-Viren oder die bakteriellen Erreger Mycoplasma pmeumoniae die Verursacher.
Krankheitsbild & Beschwerden:
In den meisten Fällen wurde beobachtet das die typischen Symptome sich zwischen dem Tag der ersten Einnahme der Medikamente bis zu 15 Tagen danach entwickelten, selbst eine Zeitspanne von 30 Tagen ist allerdings schon vorgekommen. Diese beginnen dann schweren Störungen des Allgemeinbefindens und hohem Fieber, wobei sich schmerzhafte Blasen im Mund-, Rachen- und Genitalbereich und obendrein eine der Augen bilden. Dazu kommt es stellenweise zur Blasenbildung auf der Haut und zu unerklärlichen Hautrötungen, die äußerst Schmerzhaft sind. Oftmals kann der Betroffene dann nicht mal mehr den Mund öffnen, was eine Nahrungsaufnahme extrem erschwert. Außerdem ist diese Erkrankung, neben dem schwerem Krankheitsgefühl und dem Fieber, mit Kopfschmerzen und Erbrechen verbunden und mit Schädigungen der Hornhaut der Augen, die bis zur Erblindung führen können. Meist werden auch Organe wie die Niere und der Herzmuskel in Mitleidenschaft gezogen, weshalb die Krankheit auch tödlich enden kann.
Behandlung:
Leider ist die Diagnose dieser Erkrankung sehr schwierig, da verschiedene Medikamente die gleichen Symptome hervorrufen können und die Betroffenen in der fraglichen Zeit fast immer mehrere Arzneimittel eingenommen haben. Im Anfangsstadium bei der Behandlung der Symptome haben sich besonders Kortikoide bewährt, das funktionierte zu einem späteren Zeitpunkt aber offenbar nicht mehr. Dabei wurden vorwiegend Kortikosteroide in systhemischer Form eingesetzt. Zur Therapie der Schleimhäute wurden erfolgreich Mundspülungen mit Kamillenextrakten oder Bepanthen eingesetzt und gegen die Ausschläge halfen teilweise Zinksalben. Trotzdem blieben fast immer Narben zurück. Die restlichen Symptome wie das Fieber und die inneren Leiden kann man eventuell mit Antibiotika behandeln, dabei sollte man allerdings sehr vorsichtig sein, da diese im ungünstigsten Fall die Krankheit auch verschlimmern können.
Selbsthilfe:
Leider gibt es auch hier keine Möglichkeiten zur vorbeugenden Selbsthilfe und auch wenn das Syndrom ausgebrochen ist, sollte man nicht versuchen sich selbst zu kurieren sondern so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen.