Allergie - Tierhaarallergie

Geschrieben am 20.07.2006 von Conni Kreißl

Beschreibung:
Bei einer Tierhaarallergie reagiert das Immunsystem eigentlich nicht auf das Haar bzw. Fell oder die Federn der Tiere, sondern auf deren Schweiß, Talg, Hautschuppen, Speichel, Urin und die Kotreste dieser Fell- und Federbündel. Da diese Substanzen bzw. eben Allergene im allgemeinen meist an den Tierhaaren und Federn haften, werden sie mit dem Staub in der Luft verbreitet und dadurch eben auch eingeatmet. Infolgedessen lösen sie bei betroffenen Allergikern eine allergische Reaktion vom Soforttyp 1 aus, wenn sie auf den Schleimhäuten der Augen, der Nase oder der Bronchien landen. Diese Allergieart ist neben der Pollenallergie, die am häufigsten auftretende Allergie. Wobei die meisten Betroffenen nur auf eine einzige bestimmte Tierart reagieren und nur wenige auf mehrere. Dabei geht das größte Allergenpotenzial von Katzen, Hunden und Vögeln aus, da diese am häufigsten in Wohnungen gehalten werden und daher auch wesentlich mehr auf sie sensibilisiert sind. Nichtsdestotrotz sind andererseits auch Pferde oft die Allergieauslöser und außerdem sind wesentlich mehr auf Katzenhaare allergisch als auf Hunde, bei denen es sich andererseits auch auf bestimmte Rassen beschränkt. So eine Tierhaarallergie bleibt im Normalfall ein Leben lang bestehen und kann nur durch Vorsichtsmaßnahmen vermieden werden. Wobei allergische Tierbesitzer von Katzen, welche sich nicht von ihrem Tier trennen wollen, meist innerhalb von drei Jahren zusätzlich noch an Asthma erkranken und Meerschweinchenhalter sogar innerhalb von einem Jahr.
Ursachen:
Die Ursachen für diese Allergie sind bei den unterschiedlichen Tierarten logischerweise auch sehr verschieden. So reagieren Allergiker bei Meerschweinchen und Goldhamster meist auf Substanzen wie Urin, Blutserum und Speichel. Die Katzenallergene sind dagegen Stoffe die in Speichel-, Talg- und Analdrüsen sowie in der Haut und der Tränenflüssigkeit der Tiere vorhanden sind und gute Schwebeeigenschaften besitzen. Dadurch werden sie leicht über die Luft und durch die Kleidungsstücke verteilt und sind noch Monate bzw. bis zu zwei Jahre nach Entfernen der Katze in der Luft. Bei Vögeln sind eher Federn, Vogelkot und Milben im Gefieder der Vögel die Ursachen der Allergie. Dagegen befinden sich die Hundeallergene in Haut, Haaren, Speichel und im Urin. Wobei kurzhaarige Hunde ein höheres Allergenpotential besitzen als langhaarige und häufig noch eine Kreuzallergie zu Katzen besteht, da deren Allergene Bestandteile den der Hunde stark ähneln. Allerdings können auch Einrichtungsgegenstände oder Kleidungsstücke aus Tierhaaren wie Kamelhaarmäntel oder Schaffelle sowie Tierfelle, Pelze, Federkissen oder mit Tierhaaren gefüllte Matratzen Allergien hervorrufen.
Krankheitsbild & Beschwerden:
Die typischsten Symptome bei einer Tierhaarallergie sind gerötete, tränende und juckende Augen, Husten, Fließschnupfen, Niesanfälle und auch Reaktionen der Haut. In besonders schweren Fällen kommt es mitunter sogar zu einer akuten, lebensgefährlichen Atemnot und allergischem Asthma bronchiale. Allerdings gibt es gerade bei Taubenzüchtern oft auch die sogenannte Vogelhalterlunge, bei welcher es sich um eine verzögerte Reaktion vom Immunkomplextyp 3 handelt. Diese macht sich erst ca. drei bis sechs Stunden nach dem letzten Kontakt mit den Tieren mit Symptomen wie Fieber, Husten, Schüttelfrost, Übelkeit und Luftnot bemerkbar macht. In dem Fall muss der Kontakt zu den Vögeln zukünftig unbedingt vermieden werden, da der Krankheitszustand ansonsten sehr schnell lebensbedrohlicher wird.
Behandlung:
Das wichtigst hierbei ist wiedermal den Kontakt zum entsprechenden auslösenden Allergen möglichst völlig zu meiden, das heißt die Allergie auslösenden Tieren aus der Umgebung des Allergikers sollten entfernt werden. Wenn dies aber nicht möglich ist, wie beispielsweise auf dem Dorf, wo nun einmal überall Tiere herumwuseln, helfen Antihistaminika-Tabletten und Glukokortikoid-Lösungen sowie Adrenalin-Sprays zum Inhalieren. In einigen wenigen Fällen hilft auch eine Hyposensibilisierung, der Erfolg dieser Behandlung ist allerdings nicht garantiert.
Selbsthilfe:
Betroffene sollten nicht nur auf die jeweiligen Tiere verzichten bzw. diese keineswegs in der Wohnung halten, sondern auch auf Kleidungs- und Einrichtungsgegenstände aus Tierhaaren da auch Felle, Teppiche und Kleidung aus Kamelhaar- und Schafwolle Allergene enthalten können. Aber auch Kunstfälle sind nicht sicher, da in ihnen oft versteckt auch echte Haare von Tieren mitverarbeitet werden, so wurden unlängst bereits Katzen- und Kaninchenhaare in Kunstpelzen nachgewiesen. Andererseits sind ebenso auch Polsterfüllungen, Matratzen oder Decken aus Rosshaar sowie Kissen und Bettdecken aus Federn und Daunen nichts für Tierhaarallergiker. Ebenso sollten Betroffene ihre Wohnung täglich mit einem Staubsauger mit Filtereinsatz saugen und Besucher bitten auf das Mitbringen von Tieren zu verzichten. Auch ein Urlaub auf einem Bauerhof ist nicht sehr empfehlenswert.