Anatomie - Augen

Geschrieben am 3.05.2006 von Conni Kreißl

Das Auge, lateinisch auch Oculus genannt, ist das Sehorgan bei Mensch und Tier und damit eins der wichtigsten Sinnesorgane. Denn für alle ist der Lichtsinn von großer Bedeutung, da er der Leitsinn ist, der eine sichere Orientierung ermöglicht. Wir verlieren diese Sicherheit augenblicklich, wenn wir versuchen uns mit geschlossenen Augen irgendwo zu bewegen. Nicht umsonst liegt es sehr gut geschützt, umgeben von Nasenbein, Jochbein und Stirnbein, eingebettet in ein Fettpolster, in den knöchernen Augenhöhlen des Schädels und wird von Muskeln in den Augenhöhlen gehalten, die auch das hin und her sowie hoch und runter gucken ermöglichen. Kurz gefasst und von außen nach innen gesehen, besteht es aus der schützenden Hornhaut, der vorderen Augenkammer, der farbigen Regenbogenhaut Iris, der Linse, dem gallertartigen Glaskörper und der lichtempfindlichen Netzhaut. Wissenschaftlich genau gesehen besteht es aber aus dem kugelförmigen, von 3 Häuten zwiebelschalenmäßig ummantelten Augapfel bzw. Bulbus Oculi. An diesen sind die äußeren Augenmuskeln und Schutzeinrichtungen wie Wimpern, Tränendrüsen, Lider und Augenbraue befestigt, die ihn vor allen schädigenden Einflüssen bewahren sollen. Die äußere Ummantelung des Auges besteht in ihrem hinteren größeren Teil aus der weißlichen Lederhaut und in dem kleineren vorderen Teil aus der durchsichtigen Hornhaut. Die mittlere Haut setzt sich aus der hinteren Aderhaut, dem vorderen Zilarkörper und der Regenbogenhaut Iris zusammen. Die innere Hautschicht wiederum besteht aus 2 Schichten, dem äußeren Deckgewebe Pigmentepithel und der innen liegenden Netzhaut Retina, welche im vorderen Teil zwischen der Kerbe im Rand Ora Serrata und dem Vorderrand der Iris, aus dem einschichtigen lichtunempfindlichen Plattenepithel besteht. All diese Hautschichen zusammen, hüllen schützend den klaren, gelatineartigen Glaskörper ein, vor dem die durchsichtige Linse liegt. Diese Linse wird durch die bindegewebsartigen Zonulafasern am Ziliarkörper befestigt, welcher den ringförmigen Zilarmuskel enthält. Der wiederum das perfekte Fokussieren des Auges bzw. die Anpassung der Linse an die Entfernung eines betrachteten Gegenstands ermöglicht. Auch die Iris die an der Linse als Ringblende anliegt, enthält Ringmuskeln, nur das diese die stete unwillkürliche Anpassung an unterschiedlichste Lichtverhältnisse und die Lichteinstrahlung ins Auge regulieren. Die verschiedene Färbung der Iris wird jedoch nur durch ihren unterschiedlichen Pigmentgehalt hervorgerufen. Die Räume zwischen Iris und Glaskörper nennt man vordere und hintere Augenkammer. Sie sind beide mit dem sogenannten Kammerwasser gefüllt, das vor allem von den Fortsätzen des Ziliarkörpers aus Blutplasma gebildet wird. Die eigentliche lichtempfindliche Struktur des Auges ist jedoch die Netzhaut Regina, denn nur diese enthält die lichtempfindliche Photorezeptoren bzw. Stäbchen und Zapfen sowie die mannigfaltigsten Nervenzellen. Diese Zellen registrieren einfallendes Licht und geben dies als Nachricht ans Gehirn weiter. Wobei die Stäbchen zwischen hell und dunkel unterscheiden und die Zapfen die Farben erkennen. Da die Stäbchen aber viel lichtempfindlicher sind als die Zapfen, die im dunkeln keine Bilder mehr liefern, können wir auch bei wenig Licht zumindest schwarz-weiß sehen. Weshalb Katzen Nachts eben alle grau sind und nicht farbig. Alle Nerven und auch Blutgefäße des Auges werden durch die Verengung Papille am Hinteren Auge wieder hinaus geführt. Damit das Auge aber sehen kann, braucht es einen empfangenen Reiz, der aus elektromagnetischer Strahlung mit einer Wellenlänge von etwa 350 bis 750 nm besteht und eine Änderung der Erregung in den ableitenden Nervenbahnen erzeugt. Oder ganz einfach ausgedrückt, das einfallende Licht wird durch die Augenlinse gebündelt und im Brennpunkt wieder als scharfes Bild dargestellt. Diese Reize werden über die Sehnerven zum visuellen Cortex im Gehirn weitergeleitet und dort, sowie noch in weiteren übergeordneten Zentren, werden die Erregungsmuster zur Empfindung von Licht und Farbe verarbeitet. Damit das Auge jedoch immer funktionstüchtig bleibt muss es ständig feucht sein, da die Hornhaut sonst austrocknet und trübe wird. Dieses wiederum wird von den Augenliedern erledigt, die beim Blinzeln einen dünnen Flüssigkeitsfilm über die Augenhornhaut verteilen. Das Auge schließt sich allerdings auch per Augenlidreflex wenn Staub oder ähnliches in die Wimpern fliegt und schützt es so vor Schmutz. Sollte jedoch trotzdem etwas hinein gelangen, so wird es mit der Tränenflüssigkeit wieder hinaus geschwemmt und die Sicht ist wieder frei.