Anatomie - Bänder

Geschrieben am 2.06.2006 von Conni Kreißl

Die Bänder bzw. Ligamente sind strangförmige oder platte Faserbündel, welche längs oder kreuzweise verlaufen, aus verschiedenen Proteinen, Kollagen und Elastin bestehen und an der Knochenhaut befestigt sind. Sie verbinden die Knochen flexibel miteinander, indem sie die Gelenkstellen überziehen, geben den Gelenken Stabilität und halten innere Organe wie die Leber in der richtigen Lage. Sie sind dehnbare, zugfeste Bindegewebsstränge, die aus Parallel angeordneten kollagenen Fasern bestehen.
Wobei es drei unterschiedliche Formen von Bändertypen gibt. Das sind die Interkapsulären Bänder, die spezielle Anteile der spaltfreien, kaum beweglichen Gelenkskapseln bzw. eine Verstärkung des straffen Bindegewebes sind, wie das mediale Knieseitenband. Dann gibt es noch die Extrakapsulären Bänder, welche sich völlig unabhängig von der Kapsel entwickeln und eigenständige Bänder bzw. sehnenähnliche Strukturen darstellen, wie die seitlichen Knieseitenbänder. Und zu Schluss außerdem noch die Intrakapsulären Bänder, die innerhalb der Kapseln liegen und nur eine Verbindung mit der Membrana synovialis, also der inneren Schicht der Gelenkkapsel, besitzen. Zu ihnen gehören unter anderem auch die Kreuzbänder am Knie.
Die Bänder können, je nach Art und Aufgabe entweder rund wie eine Sehne oder flach wie ein Band sein. Dabei besitzen einige eine überwiegend bewegungshemmende Funktion, wie die der Hüfte, die in der Bewegungsführung eine untergeordnete Rolle spielen und nicht über das normale Bewegungsausmaß hinaus beansprucht werden. Und andere wie das vordere und hintere Kreuzband haben eine hauptsächlich bewegungsführende Funktion, wobei diese noch zusätzliche Faserbündel enthalten können, welche entweder über den vollständigen Bewegungsbereich oder nur in bestimmten Bewegungsbereichen gespannt sind. Das kommt dann ganz auf die jeweilige Aufgabe und Lage dieser Bänder an, je nach ihrer mechanischer Beanspruchung werden dann weniger oder mehr Bandanteile hinzugeschaltet. Wodurch die Konfiguration solcher Bänder über den gesamten Bewegungsbereich stehts variabel ist. Dann gibt es allerdings noch einen dritten Typ von Bändern, diese sind mehr oder weniger über den gesamten Bereich gespannt und sollen die untereinander verbundenen Teile der Knochen zur funktionellen Übereinstimmung über den ganzen Bewegungsbereich in ihrer Funktionsstellung halten.
Selbst die Zusammensetzung der kollagenen Bestandteile weist bei den meisten Bändern größere Unterschiede auf. Denn einige Bänder enthalten bis zu ca. 5 % elastische Fasern und andere weniger oder gar keine. Außerdem bestimmen die kollagenen Protein Anteile im Bandgewebe ca. 70 bis 80 % seines Trockengewichts. Wobei auch der Aufbau der Bänder minimal auch je nach Kollagentyp schwankt, im Normalfall bestehen sie allerdings zu ca. 90 % aus dem Kollagentyp I und zu ca. 10 % aus dem Kollagentyp III, dafür kommen die Typen IV, V und VI nur in Spuren vor. Diese Kollagene werden ca. alle 300 bis 500 Tage vollends erneuert. Die größten bzw. deutlichsten Abweichungen findet man jedoch bei spezifischen Bändern, wie dem Nackenband und den gelben Bändern zwischen den Wirbelbögen, die zu ca. 75 % aus elastischen Fasern bestehen und nur geringe Mengen an kollagenen Fasern enthalten. Weshalb diese auch sehr elastisch sind aber keinerlei stabilisierende Aufgaben haben.
Bänder besitzen wichtige Funktionen im Ablauf des Bewegungsapparates, auch wenn sie anders als die Sehnen, welche die Knochen mit den Muskeln verbinden, die Knochen über die Knochenhaut direkt mit den Knochen verknüpfen. Deshalb machen Bänderverletzungen an den Gelenken auch einen normalen Bewegungsablauf unmöglich und müssen behandelt werden. Und auch Überstreckungen wie beim Umknicken eines Gelenks sind schädlich, da es dann an den Bänder welche das Gelenk zusammenhalten, zu Bänderdehnungen oder Bänderrissen kommen kann. Auch können ruckartige Bewegungen oder Überlastung Bänder ausleiern oder zerreißen. Mit Dehnübungen kann man zwar die Elastizität von Muskeln, Sehnen und Bändern etwas erhöhen, man sollte das jedoch nie übertreiben.