Anatomie - Bauchspeicheldrüse und Gallenblase

Geschrieben am 5.05.2006 von Conni Kreißl

Nun die Bauchspeicheldrüse ist ein ca. 14-18 cm langes und 65-75 g schweres, keilförmig gebautes, quer im Oberbauch liegendes Organ das Hormone und Verdauungsenzyme produziert. Sie wird von Fachleuten auch als Pankreas bezeichnet, ist in unregelmäßige Läppchen unterteilt und setzt sich aus drei unterschiedlichen Teilen zusammen. Sie liegt hinter dem Bauchfell, zwischen Magen und den großen Bauchgefäßen Aorta und untere Hohlvene. So ungefähr auf Höhe des 2. Lendenwirbelknochens und steht dazu in enger Beziehung zum Zwölffingerdarm. Der größte und dickste Teil ist der Kopf bzw. Caput, der sich rechts neben der Wirbelsäule befindet. Mit diesem sind der Körper bzw. Corpus und der Schwanz Cauda, der bis zur Milz reicht, verbunden. Desweiteren besitzt sie mehrere Ausführungsgänge welche gemeinsam mit dem von Leber und Gallenblase kommenden Hauptgallengang oder nahe an diesem dran in einer warzenförmigen Erhebung in den Zwölffingerdarm münden. Wobei der Hauptausführungsgang etwa 2 mm weit ist. Über diese Ausgänge werden die in der Pankreas täglich gebildeten ein bis zwei Liter Bauchspeichel bzw. Verdauungssaft, in den absteigenden Teil des Zwölffingerdarms abgeleitet. Was die Bauchspeicheldrüse zur überaus wichtigsten Verdauungsdrüse des Menschen macht. Wobei die Zusammensetzung dieser Flüssigkeit immer stark von der verzehrten Nahrung abhängt. Je nachdem enthält sie verschiedene Vorstufen eiweißspaltender Enzyme, die während der Produktion in der Drüse in einer inaktiven Form vorliegen und erst im Dünndarm wirksam werden, um eine Selbstverdauung des Organs zu vermeiden. Desweiteren befinden sich in ihr viele kleine Zelleninseln von hormonbildendem Gewebe, die auch Langerhans-Inseln genannt werden. Diese insgesamt ungefähr 1 Million Langerhansschen-Inseln stellen neben Hormonen die ins Blut abgegeben werden, auch das allseits bekannte Insulin her, welches eine unersetzliche Rolle bei der Verwertung des Blutzuckers im Gewebe spielt. So ist es zwar möglich ohne dieses überaus wichtige Organ Bauchspeicheldrüse zu überleben, doch dieses nur mit deutlichen Einschränkungen. Was zu Krankheiten führt wie Zuckerkrankheit bzw. Diabetes Mellitus und auch Stoffwechselkrankheiten. Da muss sich der Betreffende täglich das benötigte Insulin selber Spritzen oder die fehlenden Enzyme schlucken und kann seine aufgenommene Nahrung nicht mehr vollständig verdauen und durch die fehlenden Verdauungsenzyme bekommt er auch noch andere schwerwiegende Stoffwechselprobleme und Mangelzustände die behandelt werden müssen.
Neben der Bauchspeicheldrüse ist aber auch die Gallenblase, fälschlicherweise oft auch als Galle bezeichnet, ein sehr wichtiges Organ. Sie dient zur Speicherung der von der Leber produzierten Galle, ist normalerweise 6-10 cm lang und unter 4 cm breit und befindet sich an der Unterseite der Leber. Die Galle gelangt über den Gallenblasengang Ductus Cysticus sowohl in die Gallenblase hinein und auch wider heraus. Die Gallenblase hat den typischen Aufbau eines muskulösen Hohlorgans mit einer Schleimhaut die in zahlreichen Falten liegt und einem Gewebe das zahlreiche Mikrovilli aufweist, die auf eine hohe Resorptionsaktivität hinweisen. Was heißt, die Aufnahme von Spaltprodukten der Nahrungsmittel während der Verdauung läuft auf Hochtouren. Die Mikrovilli sind ca. 100 bis 800 nm lange und ca. 50 bis 100 nm dicke fingerförmige Fortsätze bzw. Ausstülpungen der Zellmembranen und dienen zur Vergrößerung der Oberfläche. Allerdings produziert die Leber ständig diese goldgelbe, flüssige Galle, täglich sogar etwa einen Liter, nur die Gallenblase kann höchstens ein zehntel davon als Fassungsvermögen. Deshalb wir die Galle eingedickt indem ihr ein großer Teil des Wassers entzogen wird, wobei sie eine eher grünliche Farbe annimmt. Während dieses Eindickungsvorgangs können sich allerdings bei einer ungünstigen Zusammensetzung der Galle Stoffe aus der Lösung absondern und zusammenballen, was dann die berühmten Gallensteine sind. Welche der Körper meist auf natürlichem Wege wieder ausscheidet. Nur in seltenen Fällen klappt das nicht, dann bleiben diese Gallensteine auf dem Weg im engen Gallenblasengang stecken und es kommt zu den bekannten äußerst schmerzhaften Gallenkoliken. Die eigentliche Aufgabe der Gallenblase ist allerdings die Umwandlung von Fett in kleine einfacher verdaubare Tröpfchen die das Enzym Lipase aus dem Bauchspeichel besser verarbeiten kann.