Anatomie - Blut

Geschrieben am 5.05.2006 von Conni Kreißl

Blut ist ein aus Flüssigkeit und freien Zellen zusammengesetztes Organ, das in ständiger Bewegung ist, wobei es alle anderen Organe und Gewebe erreicht und deren individuellen, funktionsabhängigen Stoffwechsel damit gewährleistet. Es ist einerseits in ein intaktes Kreislaufsystem eingeschlossen und andererseits als sogenanntes Verschleißprodukt an ein Gleichgewicht zwischen Bluterneuerung und Blutabbau gebunden. Das Blut versorgt mit Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems sämtliche Zellen im Körper über vielfältige Transport- und Verknüpfungsfunktionen mit Sauerstoff und allen notwendigen Nährstoffen und befördert nebenbei noch Wärme und Abfallstoffe ab. Es besteht zu 55% aus Blutplasma und zu 44% aus zellulären Bestandteilen wie den roten und weißen Blutkörperchen und den Blutplättchen, aus einer wässrigen Lösung die zu 90% aus Wasser besteht und aus Salzen, Proteinen und niedrig-molekularen Stoffen, wie Monosacchariden bzw. Einfachzucker. Dazu kommen noch Bestandteile wie Hormone, gelöste Gase und Nährstoffe wie Zucker, Lipide und Vitamine, die zu den Zellen und Stoffwechsel- und Abfallprodukten wie Harnstoff und Harnsäure hinzukommen, die von den Zellen aus zu ihren Ausscheidungsorten transportiert werden. Es ist 6 mal zäher als Wasser, hat eine spezifische Dichte die zwischen 1,055 und 1,065 liegt und einen pH-Wert von7,4. Wobei nur ein Tropfen dieser lebensnotwendigen Flüssigkeit 250 Millionen rote Blutkörperchen, 450000 weiße Blutkörperchen und auch noch 15 Millionen Blutplättchen enthält. Die rötliche Farbe des Blutes entsteht jedoch nur durch das Hämoglobineiweiß, genauer gesagt seinem sauerstoffbindenden Anteil der Hämgruppe, welches der wichtigste Bestandteil der roten Blutkörperchen ist, das wiederum eine äußerst markante, tellerartige Form besitzt. Diese roten Blutkörperchen, auch Erythrozyten genannt, transportieren auch den Sauerstoff mit der Hilfe des Hämoglobins, von der Lunge zu den einzelnen Körperzellen, wo sie ihn gegen Kohlendioxid austauschen und diesen dann zurück zur Lunge befördern. Die roten Blutkörperchen sind auch diejenigen, welche die Blutgruppe eines jeden Individuums beinhalten, da sie bestimmte Substanzen auf ihrer Oberfläche tragen mit denen man diese einteilen kann. Wobei es mehrere Einteilungsarten gibt, die bekannteste ist dabei wohl die Unterteilung in die 4 Gruppen A, B, AB und 0, mit ihren verschiedenen Untergruppen RH positiv oder negativ, welche sich untereinander allerdings überhaupt nicht vertragen. Weshalb das Blut bei einer Vermischung auch klumpig wird. Im Gegensatz zu anderen Zellen enthalten die roten Blutkörperchen aber keinen Kern oder ähnliches, ihr wesentlichster Bestandteil ist der eisenhaltige Blutfarbstoff Hämoglobin, der den einzelnen Zellen eine gelb-grüne Farbe gibt und erst in dickeren Schichten bei der Überlagerung vieler Zellen rot erscheint. Die weißen Blutkörperchen bzw. Leukozyten, die unser Verteidigungsheer gegen Krankheiten und andere Eindringlinge sind, stellen im Gegensatz zu den roten keine einheitliche Zellpopulation dar, da sie in die Hauptgruppen Grannulozyten, Monozyten und Lymphozyten unterteilt werden, die sich ihrerseits noch in viele Untergruppen aufspalten. Diese Zellen kommen nicht nur im Blut selber vor, sondern der größte Teil nämlich 95% von ihnen befinden sich außerhalb der Blutbahnen. Sie können sich mehr oder weniger frei bewegen, auf verschiedene Reize hin die Blutbahn verlassen und sich dann in den gefährdeten Gebieten sammeln. Wo sie die zu vernichtenden Erreger zunächst mit Hilfe von Antikörpern markieren und deren Aufnahme sowie Vernichtung von Krankheitserregern durch die Fresszellen des Immunsystems anregen. Die Blutplättchen wiederum sind Zellbruchstücke die wichtig für den Wundverschluss sind, da sie an der Wunde verklumpen und diese damit verschließen. Das reicht zumindest bei kleineren Wunden aus, bei größeren setzt dann zusätzlich noch die Blutgerinnung und Schorfbildung ein. Das Blutplasma, welches Natrium-, Chlorid-, Kalium-, Magnesium-, Phosphat- und Kalziumionen enthält, übernimmt dagegen Aufgaben im Stofftransport, der Immunabwehr, der Blutgerinnung, der Aufrechterhaltung des pH-Wertes und des osmotischen Druckes. Wobei der Blutdruck eine Stützwirkung durch den von ihm ausgehenden Flüssigkeitsdruck ausübt und auch davon abhängt mit welcher Kraft er durch das Herz gepumpt wird. Der erwachsene menschliche Körpers enthält etwa 70 bis 80 ml Blut pro kg Körpergewicht, was einer Menge von ca. 5 bis 6 l Blut entspricht, nur bei Neugeborene ist es ein wenig mehr.