Anatomie - Blutkreislauf

Geschrieben am 5.05.2006 von Conni Kreißl

Das Blut als wichtigstes Transportmittel im Körper eines Individuums wird in einem Netz von Blutgefäßen ähnlich wie die Ringlinie einer Straßenbahn in einem Kreislauf ohne Start- und Endhaltestelle im Körper herumgeführt. Dabei bildet es zwei Kreisläufe, den kleinen bzw. Lungenkreislauf und den großen bzw. Körperkreislauf. Zusammen nennt man dieses weit verzweigte, in sich geschlossene Netz Blutkreislaufsystem. Welches sich aus Blutgefäßen zusammensetzt, die man als Arterien und Venen kennt, sowie aus den Haargefäßen die man auch Kapillaren nennt. Alle Blutgefäße sind eigentlich hohle Rohre und bestehen von innen nach außen gesehen aus der inneren Auskleidung Endothel, der mittleren Muskelschicht die bei Arterien allerdings dicker als bei Venen ist und dem äußeren Bindegewebe. Dagegen bestehen die Haargefäße meist nur aus einer Lage flacher Zellen, was allerdings völlig ausreicht. Die Arterien die man auch Schlagadern nennt und die sich noch in kleinste Arteriolen verzweigen, führen das sauerstoff- und nährstoffreiche Blut vom Herzen weg und sind damit einem höheren Druck ausgesetzt als die Venen. Weshalb sie auch die dickere extrem elastische Muskelschicht brauchen die diesen wieder Druck ausgleichen muss. Sie verteilen das Blut im gesamten Körper je nach Bedarf und gleichen nebenbei noch die enormen Strömungsunterschiede dank ihrer großen Elastizität aus, die am Anfang der Aorta herrschen. Dieses Phänomen nennt man übrigens Windkesselfunktion. In den Arterien fließt das Blut dann mit ungefähr 5 bis 10 Zentimetern in der Sekunde weiter nachdem es mit einer Geschwindigkeit von etwa 70 Zentimetern pro Sekunde aus dem Herzen gepresst wurde. Wie viel Blut ein einzelnes Organ durchfließt hängt jedoch ganz von seiner Wichtigkeit, von dem momentanen Bedarf und der Tatsache ab ob sich der Körper des Besitzers in Ruhe oder Bewegung befindet. Die Venen hingegen, die sich bis in kleinste Venolen verzweigen, befördern das sauerstoffarme mit Kohlendioxyd angereicherte Blut beständig zum Herzen hin und pumpen es zurück in die Lunge, weshalb sie auch Klappen besitzen die ein zurückströmen des Blutes verhindern. Da in ihnen vom Blutdruck kaum etwas zu spüren ist sind ihre Wände dünner als die der Arterien. Und die Kapillaren bzw. Haargefäße die sich mit den kleinen Arteriolen und Venolen vereinen und eng an den Gewebezellen anliegen und um deren optimale Versorgung ständig zu gewährleisten, sind das Bindeglied zwischen den anderen beiden. Über sie erfolgt der Stoffaustausch mit den umliegenden Zellen. Wobei das Blut ein ganzes Leben lang mit der Hilfe des Herzens immer in Bewegung gehalten und mit jedem Herzschlag in Form einer Druckwelle durch die Arterien gepumpt wird. Diese starke Druckwelle ist es auch, die man ertastet, wenn man bei jemandem den Puls fühlt. Mit dem Blutkreislaufsystem ist auch das Lymphsystem verbunden, die beide sehr eng zusammen arbeiten. Denn der Blutkreislauf ist zwar ein geschlossener Kreislauf aber aus den Kapillaren tritt stetig ein kleiner Teil des Blutplasmas aus den Gefäßen aus, welcher in die Spalten und Lücken der Gewebe sickert und dort alle Zellen umspült und den man Lymphe nennt. Und das Lymphgefäßsystem transportiert diese Lymphe dann weiter, die eine sehr wichtige Rolle beim Stoffaustausch und im Abwehrsystem des Körpers spielen. Außerdem liegen die Lymphkapillaren immer nahe bei den Kapillaren der Arterien und Venen und sammeln dabei die Gewebeflüssigkeit und die größeren Teilchen ein, die aus denen austreten. Sie legen also das Gewebe wieder trocken und verhindern so, dass es zuviel Flüssigkeit enthält. Und nebenbei sammeln sie noch die Teilchen auf die zu groß sind um in die Blutkapillaren einzudringen. Und was noch erwähnt werden sollte, die im ganzen Körper verstreuten Lymphknoten des Lymphsystem erschaffen die Lymphozyten bzw. weißen Blutkörperchen und Abwehrstoffe für das Blut und reinigen die Lymphe die durch sie hindurchfließt. Dafür wird die Körpertemperatur mit dem Blut als sehr guten Wärmeleiter über die Blutkapillaren reguliert. Denn in dem sich die Kapillaren in der Haut ausdehnen bzw. weiten wird die Hitze an die Luft abgegeben, weshalb die Haut auch rot aussieht wenn uns sehr heiß ist. Wenn es jedoch kalt ist, ziehen sich die Kapillaren eng zusammen, womit viel weniger Blut an der Hautoberfläche fließen kann und auch weniger Hitze abgegeben wird. Weshalb man dann auch ziemlich blass aussieht. Dieses komplette Blutkreislaufsystem, welches das Überleben des Organismus sichert nennt man übrigens in Fachkreisen auch kardiovaskuläres System.