Anatomie - Brustdrüse

Geschrieben am 3.06.2006 von Conni Kreißl

Bei der Brustdrüse des Menschen bzw. Mamma handelt es sich eigentlich um spezialisierte Schweißdrüsen. Ihre knöcherne Grundlage ist der Brustkorb bzw. Thorax, der die Brusthöhle mit den in ihr liegenden Organen umgibt und aus der Brustwirbelsäule, den Rippen und dem Brustbein besteht.
Brustdrüsen sind eindeutig und gut sichtbar paarige Organe, welche jeweils direkt über dem Brustmuskel liegen und daher auch mit ihm verbunden sind. Sie gehören, wie die Talg- oder Schweißdrüsen, zu den sogenannten Hautdrüsen, da das absondernde Drüsengewebe im Unterhautgewebe liegt und das Sekret wird geradewegs über die Ausführungsgänge an die Außenhaut abgegeben.
Bei der Frau gehört sie zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen, das sich während der Pubertät unter dem Einfluss von Hormonen in Form und Gestalt sowie funktionell kräftig entwickelt. Die männliche Brustdrüse hat dagegen zwar prinzipiell den gleichen Aufbau, entwickelt sich jedoch mangels entsprechender hormoneller Faktoren nicht mehr weiter und verbleibt rudimentär bzw. nur andeutungsweise vorhanden.
Sie befindet sich ungefähr in Höhe der dritten bis siebenten Rippe in der Unterhaut zwischen der Sternal- und Axillarlinie auf dem großen Brustmuskel und ihre Form entspricht bei der Frau in etwa einer Halbkugel und beim Mann ist sie eher flach. Wobei sich das Bindegewebe bei der weiblichen Brust nach Geburten und im Alter lockert, so das sie dann der Schwerkraft folgend mehr oder minder auch herabhängen kann.
Sie besteht hauptsächlich aus Drüsengewebe, Bindegewebe und Fettgewebe, wobei sich ihr Drüsenkörper noch weiter in 15 bis 20 Drüsenlappen unterteilen lässt und ihr Fettgewebe von einem Bindegewebsmantel umhüllt ist. Dabei münden die Ausführungsgänge jedes einzelnen Läppchens in die sogenannten Milchgänge der Brustwarze. Nach der Geburt eines Kindes beginnen diese Drüsen damit Milch zu bilden und diese über die Läppchen durch die Ausführungsgänge in den Brustwarzen abzugeben. Zusätzlich zergliedern überdies auch noch Scheidewände aus Bindegewebe den Milchdrüsenkomplex in Kammern und bandartige Strukturen fixieren die Brustdrüse an dem Brustmuskeln. Ihre gesamte Oberfläche ist mit Haut überzogen und wird meistens in vier Quadranten eingeteilt. Dazu zählt einerseits die Brustwarze bzw. Mamille, im Zentrum der Brustdrüse, die das eigentliche Ausführungsorgan ist. Und andererseits der Warzenhof, welcher diese Mamille umgibt und welcher in der Regel dunkler pigmentiert ist. Wobei in den Warzenvorhof genau wie in der Mamille auch, zahllose Talgdrüsen und Schweißdrüsen eingelassen sind. Allerdings besitzt die Mamille auch noch ausgeprägt sensible Nervenfasern und ist von einer glatten Muskulatur durchsetzt, wodurch sie sehr berührungsempfindlich ist und sich bei mechanischer Stimulation sogar aufrichten kann. Allerdings enthält auch die männliche Brust solche Drüsen, wenn auch nur dürftig entwickelt und teils andeutungsweise. Trotzdem sind auch diese sehr empfindsam und auch die männlichen Brustdrüsen geben einmal in ihrem Leben etwas Milch ab und zwar während der Geburt des Knaben.
Sie entsteht während der Embryonalphase aus kleinen Epithelzapfen der Epidermis bzw. Haut, welche dabei in das sie umgebende Bindegewebe einwachsen. Diese Drüsen werden anfangs bei beiden Geschlechtern in gleicher Art und Weise angelegt, nur das sich bei den Mädchen diese Drüsenanlagen während der Pubertät unter dem Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone vergrößern, was bei den Jungen nicht der Fall ist. Während dieser wichtigen Zeit wird auch ein mit Fettgewebe durchsetzter Bindegewebskörper gebildet, der allerdings erst innerhalb einer Schwangerschaft voll in das sich entfaltende Drüsengewebe einbezogen wird und vorher nur als Platzhalter fungiert. In der anderen Zeit, also in der ohne Schwangerschaftsanzeichen, überwiegen die Binde- und Fettgewebsanteile in der Unterhaut und bewirken damit die individuell sehr unterschiedliche Ausbildung der Brustdrüse in Form und auch Größe.
Sie wird überwiegend aus der Unterschlüsselbeinschlagader über vier Hauptgefäße, innere Brustschlagader, Brust-Schulterschlagader, seitliche Brustwandschlagader und die hintere Brustwandschlagader sowie über weitere kleine Äste, der zwischen den Rippen liegenden Schlagadern mit Blut versorgt.