Anatomie - Brustkorb

Geschrieben am 20.06.2006 von Conni Kreißl

Der Brustkorb bzw. Thorax ist der Hohlraum, welcher durch die 12 fassförmig vom Brustbein zu den Brustwirbeln verlaufenden Rippen gebildet und nach unten hin durch das Zwerchfell abgeschlossen wird. Dabei umhüllt er schützend die in ihm eingebetteten Organe wie Herz, Lunge, Speise- und Luftröhre und nebenbei dient er dem Schultergürtel, dessen Muskeln an ihm ansetzten, auch als sichere Unterlage und er ermöglicht durch seine sehr elastischen beweglichen Rippen die Atmung. Er bildet zusammen mit dem Bauch und dem Becken den Rumpf des menschlichen Körpers.
Er hat die Form eines nach oben verjüngten Kegels, der vorne und hinten etwas abgeflacht ist, was allerdings durch die Skelettteile und Muskeln des Schultergürtels gut verdeckt wird und damit den Eindruck erweckt das die Brust sich zur Schulter hin eher verbreitert. Von der Seite und oben betrachtet ist er mehr queroval, denn die oberen und unteren Rippen sind kürzer als die mittleren. Dabei bildet er eine knöcherne, nur durch die Zwischenräume der Rippen unterbrochene Wand, hinter der die Brust- und teils auch aufgrund der Kuppelform des Zwerchfells die Bauchorgane liegen. Zu denen gehören die Lunge, die Speiseröhre, die Luftröhre mit den Bronchien, das Herz, der Thymus, die Lungengefäße, Lymphknoten und verschiedene Nerven, sowie der Brustteil der großen Blutgefäße mit der oberen Hohlvene und der Hauptschlagader bzw. Aorta und im unteren Teil ebenfalls noch die Leber und die Milz.
Außerdem besitzt der von ihm eingeschlossene Raum auch noch eine obere und eine untere Öffnung. Wobei die obere aus dem ersten Brustwirbel, dem ersten Rippenpaar und dem Oberrand des Brustbeins besteht, klein und nierenförmig ist und von der Luftröhre, den beiden Lungenspitzen, der Speiseröhre sowie den Gefäßen und Nerven ausgefüllt wird. Wohingegen die untere Öffnung von dem letzten Brustwirbel, den untersten, frei endenden Rippenpaaren, den zum Unterrand des Brustbeins aufsteigenden, knorpeligen Rippenbogen und dem Unterrand des Brustbeins, welcher an der Spitze des sogenannten epigastrischen Winkel liegt, begrenzt wird. Überdies ist die untere weiter und größer als der obere. In dieser unteren fast rahmenartigen Konstruktion ist auch das Zweigfell gespannt, das den Brustraum zur Bauchhöhle hin verschließt und letztlich nur von der Speiseröhre, den Gefäßen und Nerven durchdrungen wird.
Wobei das Zwergfell bzw. Diaphragma zur Atemmuskulatur gehört, welche die Größe des Brustkorbs verändert, die sogenannte Bauchatmung ermöglicht und das anheben und senken des Brustkorbs bzw. Thorax beim Atmen beeinflusst. Was wiederum das Volumen der Lunge ständig verändert, wodurch dann die Luft in die Lunge gelangen kann oder aus ihr herausgepresst wird.
Der Brustkorb besteht eigentlich genaugenommen aus insgesamt etwa 70 Einzelteilen, die ungefähr 120 synarthrotische bzw. verknorpelte, unbewegliche oder auch diarthrotische bzw. gelenkartige, bewegliche Verbindungen eingehen. Dazu gehören die Brustwirbelsäule mit den zwölf Brustwirbelkörpern, die zwölf Rippenpaare, die Zwischenrippenmuskulatur, die Atemhilfsmuskulatur, das Brustbein bzw. Sternum, das Zwergfell bzw. Diaphragma und die vielen kleinen knorpeligen Anknüpfungsstellen die alles miteinander verbinden.
Wobei der vordere Ansatzpunkt der Rippen das in der Mitte der Brust gelegene Brustbein ist und die längsten Rippenpaare sich im mittleren Bereich befinden und die kürzeren weiter außen. Dabei ist jede Rippe noch zusätzlich durch einen Kopf und einen kleinen Höcker gelenkig an die Wirbelsäule gekoppelt. Außerdem lassen die Rippen sich noch in echte und falsche Rippenpaare unterscheiden, die entweder direkt oder nur indirekt mit dem Brustbein verbundene sind. So sind die ersten sieben Rippenpaare unmittelbar über Knorpelfortsätze an das Brustbein gekoppelt, die darauffolgenden drei Rippenpaare dagegen nur über den knorpeligen Rippenbogen und die beiden letzten Rippenpaare besitzen überhaupt keine Verbindung zum Brustbein. Alle zusammen sind jedoch sehr elastisch und bewegen sich beim Atmen auf und ab, damit sich die Lunge ausdehnen und wieder zusammenziehen kann. Gleichzeitig setzen viele Muskeln und Bänder die an den Rippen an, womit diese für ausreichend Elastizität und Stabilität des Brustkorbs sorgen.