Anatomie - Dickdarm

Geschrieben am 3.06.2006 von Conni Kreißl

Der Dickdarm ist der letzte Teil des Verdauungstraktes, der nach dem Dünndarm beginnt und am After endet. Es ist der etwa 150 cm lange Abschnitt des Darms der von der Bauhin-Klappe bis zum Anus reicht, derjenige welcher sich rahmenförmig um den Dünndarm in der Bauchhöhle windet. Der einen Durchmesser von etwa sechs Zentimetern hat.
Wobei die Bauhin-Klappe eine aus zwei Schleimhautfalten bestehende, ventilartige Klappe an der Verbindungsstelle zwischen Krummdarm und Blinddarm ist, die den Rückfluss vom Darminhalt vom bakteriell stark besiedelten Dickdarm zurück in den äußerst bakterienarmen Dünndarm verhindert.
Der Dickdarm setzt sich aus dem Wurmfortsatz bzw. Appendix, dem Blinddarm und dem Enddarm zusammen. Wobei sich der letztere dann noch in den Grimmdarm mit seinem aufsteigenden, querverlaufenden bzw. Querdarm, absteigenden sowie auch noch S-förmig verlaufenden Abschnitten und den Mastdarm bzw. Rectum untergliedern lässt. Allerdings gehört der Anus bzw. äußere Schließmuskel am Ende des Darmes nicht mehr zu dem Dickdarm.
Er besteht aus einer sehr kräftigen Ringmuskulatur, welche er zum richtigen durchmischen und transportieren des Darminhaltes benötigt und außerdem drei Bändern Längsmuskulatur, welche auch beim Transport des Darminhaltes helfen. Sein inneres ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die mit zahllosen Zellen zur Schleimproduktion gespickt ist.
Um seine stabile Lage in der Bauchhöhle und zusätzlich noch eine gewisse unumgängliche Beweglichkeit zu gewährleisten sind einige Bereiche des Darm äußerst fest am Körper fixiert und andere Bereiche hängen frei an speziell dafür vorhandenen Aufhängebändern den Mesokolonen, in denen sich die Blutgefäße und Nerven befinden. Wobei seine Versorgung mit Blut aus der oberen und der unteren Eingeweidearterie erfolgt.
Kurz und einfach zusammengefasst beginnt er im rechten Unterbauch mit dem Blinddarm und verläuft von da aus nach oben, von da quer zur linken Seite, dann wieder nach unten und darauf nach einem S-förmigen Verlauf im linken Unterbauch etwa 16 cm oberhalb des Afters in den Mastdarm. Womit er den Dünndarm regelrecht umringt.
Etwas genauer und Anatomisch exakter gesehen ist er allerdings eher etwas komplizierter. Er beginnt ab der ventilartigen Bauhin-Klappe mit dem Blinddarm, welcher eine etwa 5 bis 10 cm lange, blind verschlossene Röhre ist, an deren Ende sich der Blinddarmwurmfortsatz anschließt. Deren Funktion ist noch unbekannt, wegen ihrer hohen Zahl an Lymphozyten in ihrem Gewebe werden ihen aber Zusammenhänge mit dem Immunsystem zugeschrieben. Darauf folgt kopfwärts, der in Richtung Leber stark aufsteigende Abschnitt, des Grimmdarms, welcher an der Leber eine scharfe Biegung zur Mitte hin macht und dann als Querdarm weiter in Richtung Milz verläuft. An der Milz macht er dann seine nächste kräftige Biegung, welche zum absteigenden Abschnitt des Grimmdarms führt. An dessen Ende befindet sich dann die schleifenförmige, ziemlich bewegliche Strecke, die wegen ihrer Form auch S-förmig genannt wird. Ab da geht der Grimmdarm in den Mastdarm über, welcher im kleinen Becken, hinter der Harnblase bzw. Prostata oder der Gebärmutter bzw. Scheide und noch vor dem Kreuzbein liegt und der gerade mal 16 cm lang ist, wovon die letzten 4 cm sogar bereits zum Analbereich gehören. Ab dort verschwinden auch die längsverlaufenden Muskelbänder des Dickdarms in einer etwas dünneren Längsmuskelschicht, dafür ist die Ringmuskulatur von da ab kräftiger aufgebaut und verdickt sich am After zum inneren Schließmuskel. Zum Schluss sichert ein hinter dem Mastdarm liegendes Nervengeflecht, den unkontrollierten Abgang von Luft, Flüssigkeit sowie Exkrementen.
Denn der Aufgabenbereich des Dickdarms ist die Wasserrückresorption bzw. der Entzug von Flüssigkeit und Mineralien aus dem Darminhalt, seine Eindickung und sein Transport, sowie die Ausscheidung von Darmbakterien, abgestorbene Zellen und Exkrementen. Während der Verdauung und der Synthese der Nahrungssubstanzen sind ihm die aber Millionen von Coli-Keimen bzw. Bakterien die in seinem inneren sind behilflich, von denen es ungefähr ca. 600 verschiedene Stämme gibt. Dafür haben die allerdings auch viel Zeit, denn der Nahrungsbrei verbleibt über 60 Stunden im Dickdarm. Diese bewirken jedoch auch die Bildung von Gasen mit geringen Mengen an Methan, Schwefelwasserstoff und weiteren sehr schwefelhaltigen Verbindungen, die beim Eiweißabbau entstehen und damit die bekannte Geruchsbildung erzeugen. Wovon ein einzelner Mensch täglich ungefähr einen halben Liter produziert und auch ausstößt.