Anatomie - Dünndarm

Geschrieben am 6.06.2006 von Conni Kreißl

Der Dünndarm ist ein Teil des menschlichen Verdauungstraktes, der vom Magenausgang bis zu der ventilartigen Klappe vorm Dickdarm geht, die man Bauhin-Klappe nennt und durch ein Aufhängeband an der hinteren Bauchwand befestigt ist. Er ist nahezu 6 Meter lang, vielfach gewunden und setzt sich aus den drei Abschnitten Zwölffingerdarm, Krummdarm sowie dem Leerdarm zusammen.
Wobei der Zwölffingerdarm ungefähr 24 bis 30 cm lang ist, was in etwa 12 Fingern entspricht und ihm seinen Namen gab und die beiden anderen Anteile können auch als Gekrösedarm zusammengefasst werden. Dieses sogenannte Gekröse ist eine fächerartig ausgebreitete Gewebeschicht, welche den Dünndarm mit den Blutgefäßen versorgt und ihm ausreichend Bewegungsfreiheit in der Bauchhöhle ermöglicht. Die beiden bilden zusammen auch die primäre Nabelschleife aus, welche in Richtung Nabel zeigt und von deren Scheitelpunkt der Dottersackgang abgeht.
Der Dünndarm ist der Hauptbereich der Verdauung, in ihm werden die meisten Bestandteile, wie Kohlenhydrate, Eiweißstoffe, Fette, Vitamine, Salze und Wasser aus der Nahrung raus gefiltert und über das Epithelgewebe, welches alle Körperober- und Innenflächen bedeckt, ins Blut abgegeben. Seine innere Oberfläche wird mit Hilfe zahlreicher Falten, Zotten und Mikrovilli enorm vergrößert. Wobei schon alleine nur die Falten seine Oberfläche um das dreifache vergrößern, die Zotten diesen Wert noch um einen zusätzlichen Faktor von 7 bis 14 erhöhen und die Mikrovilli die Dünndarmoberfläche wiederum um einen Faktor von 15 bis 40 erweitern. Was seine gesamte Resorptionsfläche also seine Aufnahmeoberfläche auf ungefähr 200 Quadratmeter ausdehnt.
Wobei die Nahrung schon am Anfang des Dünndarms durch das Zusätzen von Gallensäure und Sekreten der Bauchspeicheldrüse gespalten wird, wodurch sich die Kohlenhydrate und Fette bereits an dieser Stelle in ihre Bestandteile aufsplittern. Dadurch können diese dann später leichter von der Darmwand absorbiert und in der Leber gereinigt werden, um sie dann ganz nach Bedarf dem Blut zuführen zu können.
Dabei werden täglich allein schon zirka 9 Liter Wasser gefiltert, von denen nur annähernd 1,5 Liter aus der Nahrung bzw. der getrunkenen Flüssigkeit stammen oder zumindestens stammen sollten und der Rest von den Sekreten der Verdauungsdrüsen und Drüsenzellen kommt. Dieser Rest setzt sich Anteilig aus schätzungsweise 1 Liter Speicheldrüsen Sekret, annähernd 1,5 Liter Magen Lauge, ca. 3 Liter eigener Dünndarm Flüssigkeit sowie etwa 0,6 Liter Galle zusammen.
Der Dünndarm beginnt mit dem kurzen Zwölffingerdarm, der vom Magen führt weg und mit der Bauchhöhle an der Rückwand fest verwachsen ist. Er ist C-förmig gekrümmt und sieht aus wie ein nach links offenes Hufeisen und in dieser offenen Wölbung liegt eingerahmt der Kopf der Bauchspeicheldrüse. In den Zwölffingerdarm münden der Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse und der galleführende Gang. Mit deren Absonderungen, also mit Hilfe der Galle und dem Sekret der Bauchspeicheldrüse, ist der Zwölffingerdarm in der Lage den salzsäurehaltige Magensaft zu neutralisieren, damit die Enzyme den Nahrungsbrei weiter zersetzen können. Er besitzt zwei wirkungsvolle Muskellagen, mit denen er die Nahrung mittels wellenartiger Kontraktionen zum Krummdarm hin befördert. In der an diesen Lagen angrenzenden Bindegewebsschicht befinden sich sehr zahlreiche schleimproduzierende Drüsen.
An den Zwölffingerdarm schließt sich der gewundene, ungefähr 2,5 Meter lange Krummdarm an, der wie der Leerdarm am Gekröse und einer Bauchfalte befestigt ist. In ihm werden die meisten der aufgespalteten Nährstoffe resorbiert bzw. gefiltert. Seine Oberfläche ist durch Millionen von Darmzotten, welche kleinen, fingerförmigen Ausstülpungen ähneln, extrem stark vergrößert. Wobei jede der Darmzotten etwa einen Millimeter lang ist, ein feines Netz aus Kapillaren enthält, die Nährstoffe aufnehmen, Fettsubstanzen resorbieren sowie diese weiter ins Lymphgefäßsystem leiten.
Gleich an den Krummdarm schließt sich der längste Teil des Dünndarms, der ungefähr 3,5 Meter lange Leerdarm an, welcher im Aufbau und in der Funktion dem Krummdarm in etwa gleicht. Allerdings hat er einen geringeren Durchmesser und dünnere Wände. Er liegt in zahlreichen Schlingen, die sehr beweglich und in ihrer Lage variabel sind und ist an der rückenseitigen Bauchwand befestigt. Im Leerdarm wird die Resorption des Nahrungsbreis fortgesetzt. Wobei er seinen Namen der Tatsache verdankt, das er nach dem Tod meistens leer ist. Er mündet in den Dickdarm, wird von diesem allerdings durch die ventilartige Bauhin-Klappe getrennt.
Wobei sowohl der Krumm- als auch der Leerdarm von Bauchfell überzogen sind über das sie mit den Nerven, Blut- und Lymphgefäßen in Verbindung stehen. Die hauptsächliche Blutversorgung des Dünndarms erfolgt aberüber die Venen, die ebenso wie die meisten Magen- und Dickdarmvenen nicht geradewegs zum Herzen führen, sondern in die Pfortader münden. Diese transportierten das nährstoffreiche Blut in das Lebergewebe, von wo aus es zurück in den Blutkreislauf gelangen kann.