Anatomie - Exkretion

Geschrieben am 2.06.2006 von Conni Kreißl

Die Exkretion bzw. Ausscheidung ist ein rein biologischer Prozess, bei dem ausnahmslos alle überflüssigen oder giftigen Stoffe bzw. Exkremente aus dem Organismus abgeschieden werden. Das dafür notwendige Ausscheidungssystem umfasst alle Organe, über die der Körper Stoffwechselendprodukte abgibt. Wobei diese über sechs Wege wieder abgebaut werden können, das sind im allgemeinen die Nieren, das Harnwegssystem, der Dickdarm, das Gallenwegssystem, die Haut und die Lunge.
Zu den beiden Hauptausscheidungsprozessen gehören jedoch die Bildung von Urin bzw. Harn in den Nieren und die Bildung von Kot bzw. Fäkalien im Darm, die durch das Urinieren bzw. den Stuhlgang abgesondert werden. Und obwohl der Urin und die Fäkalien schiere Abfallstoffe von rein körperlichen Prozesse sind, sind ganz unterschiedliche Organsysteme für sie verantwortlich.
Denn der Urin ist ein in den Nieren produziertes Filtrat des Blutes und damit ein Abfallstoff des Stoffwechsels, der über die Harnleiter zur Blase gelangt und welcher Wasser und darin gelöste Salze enthält. Sowie Abbauprodukte von Proteinen des Stoffwechsels in Form von Harnstoff und Harnsäure, aber auch Rückstände von eingenommenen Medikamenten und eventuelle Krankheitserreger beinhaltet. Seine Farbe die normalerweise leicht gelblich ist, kann bei zu geringer Flüssigkeitsaufnahme aber auch kräftig gelb und bei Blutbeimengungen sogar rot werden. Wobei frischer Urin wenig oder gar nicht riecht, denn erst mit Beginn der Zersetzung der Harnstoffe außerhalb des Körpers entsteht das Ammoniak und damit sein typischer manchmal etwas säuerliche Geruch.
Fäkalien sind dagegen Abfallstoffe des Verdauungssystems und können aus ungefähr einem drittel Bakterien bestehen. Hiervon sind allerdings die meisten für die Verdauung ungemein wichtig und vollkommen ungefährlich. Sie können jedoch auch giftige und sogar tödliche Krankheitserreger in Form von Bakterien, Pilzen, Viren, Amöben und sehr unterschiedlichen parasitischen Würmern beherbergen.
Das Gallenwegssystem produziert dagegen täglich ungefähr einen halben Liter Galle und transportiert auf diese Weise Giftstoffe und Stoffwechselprodukte von der Leber zum Darm. Von wo diese dann mit den unverdaulichen Nahrungsbestandteilen, Darmbakterien sowie abgestorbenen Zellen aus dem Körper ausgeschieden werden.
Bei der Haut erfolgt die Ausscheidung mittels Schwitzen also über Verdunstung, entweder aktiv durch sportliche Betätigung oder intensive Bewegung bei der Arbeit oder auch passiv unbemerkt über die stetige Verdunstung am Tag und in der Nacht, über Hautschuppen oder auch in der Sauna. Weswegen manche die Haut auch als dritte Niere bezeichnen oder ihr wegen ihrer fast wichtigsten Aufgabe der Entgiftung über die Ausscheidung den gleichen Stellenwert zuordnet wie den Nieren und der Leber. Was auch nicht ganz falsch ist denn sie steht mit allen Körperorganen in enger Verbindung, weswegen man es ihr auch meist ansieht wenn es einem Organ schlecht geht. In manchen Situationen befeuchten manche sie, wie bei großem Wassermangel und bei Gefahr eines Hitzschlages und fehlender oder mangelnder Transpiration sogar mit Urin, um die Abkühlung zu fördern. Das schadet auch nicht und man kann es bedenkenlos tun, nur trinken sollte man ihn nicht, denn der Körper braucht viel mehr Wasser um das darin gelöste Salz auszuscheiden, als in der Flüssigkeit überhaupt enthalten ist.
Über die Lunge wird nicht nur die verbrauchte Luft abgegeben über sie werden auch Gase ausgeatmet, wie zum Beispiel der Kohlendioxid, das wohl gewichtigstes Endprodukt des Stoffwechsels. Das den Menschen ohne eine funktionierende Ausatmung in nur wenigen Minuten umbringen würde, allerdings werden wir auch Fuselalkohole auf diese Weise los. Außerdem atmen wir infektiöser Tröpfchenpartikel und auch durch Einatmung in die Lunge gelangte Fremdstoffe wie Staubpartikeln wieder aus.
Ausscheidungen erfolgen aber auch über die Tränenflüssigkeit sowie über die Nasen, wenn man niest und über den Mundbereich, wenn man Hustet. Außerdem kennt jeder die belegte Zunge eines Kranken, deren Belag sogar teilweise giftige Stoffe enthält, die möglichst nicht heruntergeschluckt werden sollten. Aber auch über die Muttermilch enthält Ausscheidungen, weswegen stillende Mütter weder Alkohol noch Medikamente einnehmen sollten.