Anatomie - Füße und Beine

Geschrieben am 5.05.2006 von Conni Kreißl

Die Füße und Beine werden in der medizinischen Fachsprache als untere Extremitäten bezeichnet. Was auch nicht so unlogisch ist, da man erstens unter einer Extremität etwas versteht das extrem ist und zweitens in der Anatomie damit Teile des Körpers bezeichnet die am Körper eines Individuums extrem herausragen und das tun die Beine und Füße nun mal. In der Anatomie werden die Extremitäten aber auch Gliedmaßen genannt, doch das ist nicht so wichtig. Auf alle Fälle dienen die unteren Extremitäten der Fortbewegung. Sie setzen sich aus dem Oberschenkel, dem Knie, dem Unterschenkel, dem Fuß und den dazu gehörigen Knochen, Muskeln, Sehnen, Gelenken, Bändern, Nerven, Blutgefäßen, Lymphgefäßen und dem Hautüberzug zusammen. Wobei der Fuß, der unterste Teil des Beines, außerdem noch in Fußwurzel, Mittelfuß, Sohle, Ferse und Zehen unterteilt wird. Und er ist wie die Hand eine Variation der Fünf-Finger-Anatomie, die auch bei vielen anderen Wirbeltieren vorkommt. Nur das die Struktur des menschlichen Fußes eine besonders hohe anatomische und funktionale Komplexität als Anpassung an den aufrechten Gang aufweist. Er ist über das Sprunggelenk bzw. den Knöchel mit dem Unterschenkel verbunden und setzt sich aus einem viertel der insgesamt 208 bis 215 Knochen des menschlichen Körpers zusammen. An seiner Sohle und den Zehen befinden sich Tastsinne bzw. Rezeptoren der Hautsinne in extrem hoher Dichte. Das gesunde Fußskelett bildet allgemein einen zweiarmigen Hebel, dessen Gesamtachse um 90° gegen die Längsachse des Beins abgeknickt ist. Das Fersenbein, welches der größte und längste Fußwurzelknochen ist, bildet dagegen den kurzen Hebelarm, während Mittelfuß und Zehen den langen Hebelarm bilden. Die Achse des unteren Sprunggelenks steht jedoch bezogen auf alle Körperebenen und Achsen schräg. Der Unterschenkel der sich zwischen Fuß und Knie befindet besteht aus zwei knöchernen Strukturen, dem Schienbein und dem Wadenbein. Diese sind im knieseitigen Bereich durch das kaum bewegliche Schlüsselbein Amphiarthrose nach außen hin durch das gelenkartige Band Syndesmosis Tibiofibularis und miteinander durch die bindegewebsartige Zwischenknochenmembran Membrana Interossea verbunden. Der Unterschenkel hat auch drei unterschiedliche Muskelgruppen, die seitlich-vorderen Muskeln, die hinteren Muskeln und die Wadenmuskeln. Beim Kniegelenk, welches Ober- und Unterschenkel miteinander verbindet, handelt es sich wie beim Sprunggelenk um ein Scharniergelenk. ein Scharniergelenk. Allerdings zählt es innerhalb dieser Gruppe zu den sogenannten Drehscharniergelenken, was heißt das es besitzt zwei Freiheitsgrade besitzt. Die Beugung bzw. Streckung und die Rotation. Wobei die Rotation allerdings immer nur im gebeugtem Zustand möglich ist. Aus der Normalstellung heraus ist jedoch eine Beugung um 120-150°, eine Streckung um 5-10° möglich und aus dem gebeugten Zustand heraus nur eine Innenrotation um 10° und eine Außenrotation um 30-40°. Es ist ein zusammengesetztes Gelenk, das in Kniescheibe, Kniekehlgelenk, Seiten- und Kreuzbänder sowie in die beiden Menisken unterteilt wird. In seiner Kniekehle teilt sich der Ischiasnerv in den Wadenbeinnerv und den Schienbeinnerv und es wird auf beiden Seiten durch ein kräftiges, von oben nach unten seitlich des Gelenks verlaufendes Band stabilisiert. Es fängt am unteren Ende des Oberschenkelknochens und dem oberen Ende des Schienbeins an und gestattet wegen der ihm umgebenden Kapsel und der innerhalb und außerhalb derselben liegenden Bänder dem Unterschenkel nur die Beugung und Streckung bis zu etwa 150°. Der Oberschenkel, als letzter Teil des Beins, befindet sich wiederum zwischen Hüfte bzw. Gesäß und Knie. Er besitzt nur eine knöcherne Struktur und zwar den Oberschenkelknochen, der im inneren entlang der mechanischen Belastungslinien mit feinen Knochenbälkchen ausgefüllt ist, die ihm eine sehr hohe Stabilität bei möglichst geringem Materialverbrauch bzw. Gewicht ermöglichen. Da zudem die Zwischenräume von Knochenmark ausgefüllt sind, ist ein stabiler Stand möglich. Da das Knochenmark im Alter jedoch teilweise durch Fettgewebe ersetzt wird, haben ältere Menschen meist Schwierigkeiten mit dem laufen. Das Gelenk zwischen Hüfte und Oberschenkel ist ein Kugelgelenk, das zwischen dem Kopf des Oberschenkels und der Gelenkpfanne des Beckens liegt. Seine Muskeln kann man in 4 Gruppen einteilen, die Hüftmuskeln, die Beugemuskeln, sowie die vorderen Muskeln und die hinteren Muskeln des Oberschenkels. Das alles zusammen ermöglicht einen sicheren Bewegungsablauf.