Anatomie - Gallenwegsystem

Geschrieben am 6.06.2006 von Conni Kreißl

Zum Gallenwegsystem gehören alle die vielen kleinen Gallengänge, welche die Leber durch ziehen, all die kleinen Gänge die untereinander verbunden sind und in die zwei Gallengänge münden, die aus der Leber hervorkommen und bis hin zum Zwölffingerdarm reichen. Diese beiden, welche man rechten und linken Lebergallengang nennt und die sich unmittelbar an der sogenannten Leberpforte zum gemeinsamen Gallengang oder auch Ductus hepaticus communis vereinigen.
Im engeren Sinne gehört aber auch die Gallenblase selbst zu den Gallenwegen, außerdem lassen sich die Gallengänge in die intrahepatischen bzw. in der Leber gelegenen sowie in die extrahepatischen bzw. außerhalb der Leber befindlichen Gallenwege einteilen.
Zu den intrahepatischen Gallenwege gehören alle Gallenwege bis zur Leberpforte, die mit Ausnahme der großen Lebergänge winzig klein und nur mikroskopisch sichtbar sind. Über diese sogenannten Gallenkapillaren wird die Galle von den Zellen des Lebergewebes die man Hepatozyten nennt abgegeben, da die Gallenwege geradewegs aus den Leberläppchen und Lebersegmenten in die abführenden großen Lebergänge münden. Weswegen der Inhalt der Gallenkapillaren genau in die zwischen den Leberläppchen verlaufenden Gallenwege fließt.
Wobei die extrahepatische Gallenwege nur aus dem großen Gallengang und dem bekannten Gallenblasengang bestehen und einen Weg zur Speicherung von Galle in der Gallenblase bereitstellen.
Der gemeinsame Gallengang ist ein sehr kurzer, häutig, muskulöser Schlauch, der nur einen Durchmesser von 2 bis 3 mm und eine Länge 10 cm aufweist. Er steht wiederum über den sogenannten Ductus choledochus bzw. großen Gallengang mit dem von der Gallenblase kommenden Gallenblasengang in Verbindung, der für den Transport der Gallenflüssigkeit in den Zwölffingerdarm zuständig ist. Dieser große Gallengang ist ungefähr 6 bis 8 cm lang, so dick wie ein Bleistift und durchzieht gemeinsam mit der Pfortader die Leberpforte. Er führt über das kleine Netz hinter der C-Schlinge des Zwölffingerdarms vorbei genau in Richtung des Bauchspeicheldrüsenkopfs bzw. Pankreaskopfs, den er auch durchquert. Wonach er sich dann schlussendlich mit dem Hauptausführungsgang der Bauchspeicheldrüse vereinigt und direkt an der Innenseite der C-Schlinge des Zwölffingerdarms in einer sogenannten Papille einmündet.
Diese Papille ist eine warzenartige Ausstülpung die als Einmündung des Gallengangs in den Darm dient, weshalb sie mit einem ringförmigen Muskel bzw. Sphinkter verschlossen werden kann. Dieser Ringmuskel verschließt sich immer dann, wenn gerade etwas verdaut wird. So das sich dann die Galle zurück in die Gallenblase staut und dort gesammelt wird. Kurz nach der Nahrungsaufnahme öffnet sich der Ringmuskel dann wieder, um neue Galle in den Darm zu entlassen. Dieser Schließmuskel kann unter Umständen auch durch eine Schwellung im Bereich des Bauchspeicheldrüsenkopfes zusammengepresst werden, wie es möglicherweise manchmal bei Bauchspeicheldrüsenkrebs vorkommt. Dieses führt dann zu einem ständigen Rückstau der Galle, wodurch es dann zur Gelbsucht kommen kann.
Durch das Gallenwegssystem wird der tägliche halbe Liter, der von der Leber produzierten Galle, hindurchgeschleust. Diese sogenannte Galle ist die grünliche, alkalische Substanz, die einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt, wenn sie einem hochkommt bzw. aufstößt. Dieses Gallegemisch besteht aus 97 Prozent Wasser und einigen diversen Gallensäuren, es neutralisiert Säuren, emulgiert bzw. vermischt Fette und zersetzt diese in kleine handliche, für fettspaltende Enzyme angreifbare Tröpfchen. Dabei transportiert sie auch Giftstoffe und Stoffwechselprodukte von der Leber direkt zum Darm.