Anatomie - Gaumen und Rachen

Geschrieben am 8.05.2006 von Conni Kreißl

Der Gaumen schließ die Mundhöhle nach oben hin ab bzw. ist die obere Wand oder auch Decke der Mundhöhle und stellt besonders mit seinem vorderen knöchernen Abschnitt ein gutes Widerlager für die Zunge dar. Was besonders bei der Nahrungsaufnahme von großer Bedeutung ist.
Er trennt die Mundhöhle von der Nasenhöhle und lässt sich in zwei Abschnitte einteilen. Den eigentlichen oder harten Gaumen und den hinteren weichen Gaumen. Wobei der harte aus unterschiedlichen, durch Nähte miteinander verbundenen, Knochenteilen besteht. Das sind einerseits die Gaumenplatte, die sich vom Oberkiefer aus bis tief in die Mundhöhle erstreckt und andererseits die waagerechten Teile der beiden Oberkiefer- und Gaumenbeine. Er ist von einer drüsenhaltigen Schleimhaut überzogen, welche durch dichte Venengeflechte sehr gut durchbluteten wird, die vor und seitlich ins Zahnfleisch übergeht und Querleisten besitzt, die man Gaumenstaffeln nennt.
Diese Gaumenstaffeln werden in der Mitte durch die durchgängige Verwachsungslinie oder auch Gaumennaht verbunden. Wobei sich am vorderen Ende des Gaumens eine kleine Erhöhung befindet, die man Papilla incisiva oder Kieferbezugspunkt nennt und die auf dem Ductus incisivus bzw. Zwischenkiefergang mündet.
An den vorderen harten Gaumen schließt sich weit hinten in der Mundhöhle der weiche Gaumen bzw. das Gaumensegel mit dem Zäpfchen an. Dieses Gaumensegel hängt in der Ruhestellung herab und grenzt dabei die beiden Gaumenabschnitten voneinander ab. Wird es jedoch gehoben und gestrafft bilden die beiden Abschnitte eine einheitliche Platte die bis in den Rachen hineinragt. Vom diesem Gaumensegel gehen zudem zwei Schleimhautfalten aus, die zum Zungengrund bzw. zur seitlichen Rachenwand führen, Gaumenbogen genannt werden und gemeinsam die Rachenenge bilden. In ihnen verlaufen Muskeln, die mit der Muskulatur des Gaumensegels und dem transvalen System der Zungenmuskeln in der Lage sind, die Weite der Rachenenge zu verändern. Aber auch die hinteren Gaumenbögen, die vom Gaumensegel kommen und weit in den Rachen hineinreichen enthalten Muskulatur und zwischen den beiden Gaumenbögen liegen auch noch gut geschützt in einer Nische die Gaumenmandeln, welche in ihrer größe individuell erheblich schwanken können und die als lymphatische Organe mit zum lymphatischen Rachenring gehören.
Der Rachen, auch Schlund oder Pharynx genannt, ist eine mit Schleimhaut ausgekleidete Erweiterung im Anschluss an die Mund- und Nasenhöhle, indem sich Luft- und Speiseweg überschneiden. Womit er sowohl ein Teil des Atmungsapparats als auch ein Teil des Verdauungssystems ist.
Er lässt sich in die den oberen, mittleren und unteren Abschnitt einteilen und wird durch den Zungengrund und die Gaumenbögen abgegrenzt. Der obere Abschnitt bzw. Nasenrachen, dessen Schleimhaut denen der oberen Luftwege ähnelt, dient der Atmung und ist über die paarige hintere Öffnung der Nasenhöhle mit der selben verbunden. Eine weitere Verbindung besteht über die tubenartige Öffnung zum Mittelohr. Aber auch die Rachenmandeln des lymphatischen Rachenringes liegen im Bereich des oberen Rachenabschnitts.
Der mittlere Abschnitt bzw. Mundrachen wird einerseits vom Gaumensegel begrenzt und andererseits durch den Oberdeckel des Kehldeckels. Womit er sowohl mit der Mundöffnung als auch mit dem Zungengrund in Beziehung steht. Seine Schleimhaut hat den gleichen Aufbau wie die der Mundhöhle. Zwischen Mund- und Nasenrachen liegt auch der weiche Gaumen und eine sich daran anschließende Schleimhautfalte.
In den unteren Rachenabschnitt bzw. Schlundrachen ragt von vorn der Kehlkopf hinein, weshalb der Rachen in diesem Gebiet auch zu beiden Seiten des Kehlkopfes tiefe Rinnen ausgebildet hat, die den eigentlichen Weg für die aufgenommene Nahrung bilden. Weshalb es beim hängen bleiben von Nahrungsstückchen auch zu Erstickungen kommen kann, da diese dadurch ein anschwellen der Schleimhaut verursachen können, die auch auf den Kehlkopf übergreifen kann und damit den Atemweg verstopft. Denn der gesamte Rachen besteht im ganzen von innen gesehen, aus einer Schleimhaut, einer Verschiebeschicht, einer Muskelschicht und einer eher locker sitzenden Bindegewebsschicht, welche die Beweglichkeit gegenüber ihrer Umgebung gewährleistet. Nur der obere Abschnitt hat keine Muskelschicht sondern ein faserreiches Bindegewebe, welches am stärksten in der Mitte der hinteren Rachenwand ist. Seine Blutversorgung erfolgt über Äste der Arterien und die Nervenversorgung übernehmen der 9. und 10. Hirnnerv.