Anatomie - Gebiss

Geschrieben am 8.05.2006 von Conni Kreißl

Als Gebiss bezeichnet man im allgemeinen nur die Gesamtheit der Zähne. Aber das Gebiss besteht eigentlich aus den beiden Zahnleisten des Ober- und Unterkiefers, aus denen die Zahnkronen hervorgehen und die von außen schützend durch das Gesichtsfleisch und die Lippen bedeckt werden.
Der Kiefer wiederum, der in Ober- und Unterkiefer unterteilt wird, ist ein knöcherner Teil des Gesichtsschädels, in dessen Zahnleisten die Zähne in Zahnfächer ähnlichen Einbuchtungen über eine Einkeilung verankert sind. ZUdem ermöglicht erst die Beweglichkeit der beider Kiefer zueinander, sowie die Tatsache das auch der Unterkiefer beweglich im Kiefergelenk am Schläfenbein befestigt ist, ein Kauen der Nahrung. Wobei beachtet werden muss, das die Zahnleisten die Schmelzorgane erst ausbilden, die sich über kolbenförmige Auftreibungen zu Schmelzglocken umformen und im späteren Verlauf ihrer Entwicklung zu Zahnwurzeln und Zähnen werden. Nach der Bildung des Schmelzes und damit der Zahnkrone verbleibt der Zahn aber noch bis zu seinem Durchbruch im Kiefer und steht während seiner gesamten Wachstumsperiode in enger Verbindung mit dem ihm umgebenen Bindegewebe bzw. Zahnfleisch.
Das Gebiss an sich, besteht im Grunde genommen, streng wissenschaftlich gesehen, nur aus den zwei Zahnreihen, welche die Nahrung zerdrücken und zerreißen. Was diese wiederum an den Anfang des gesamten Verdauungsvorgangs stellt, da sie damit als allererstes mit der Zerkleinerung der Nahrung beginnen.
Das gesunde Gebiss eines Kindes, das übrigens auch Milchgebiss genannt wird, besteht aus nur 20 Zähnen und das eines Erwachsenen aus insgesamt 32 Zähnen. Von denen es wiederum insgesamt 3 verschiedene Arten gibt, die Schneide-, die Eck- und die Backenzähne. Wovon das Milchgebiss in jeder Kiefernhälfte 2 Schneidezähne, 1 Eckzahn und 2 Backenzähne aufweist. Die aufeinanderfolge der einzelnen unterschiedlichen Zahntypen und ihr zeitliches erscheinen unterliegen dabei jedoch erheblichen Schwankungen. So das es darüber keine genauen bzw. eindeutigen Zeitangaben gibt. Das Milchgebiss sollte aber im Normalfall bis zum Ende des 2. Lebensjahren vollständig ausgebildet sein, da zu diesem Zeitpunkt bereits die Entwicklung der ersten bleibenden Zähne eingeleitet wird. Diese bilden sich sowohl aus der Ersatzzahnleiste, die sich im vorderen Abschnitt des Kiefernbogens aus der Zahnleiste entwickelt, als auch aus der Verlängerung der Zahnleiste nach hinten, in gleicher Weise wie die Milchzähne. Womit der kindliche Kiefer bewiesenermaßen die Milchzähne und die Kronen der bleibenden Zähne gleichzeitig enthält. Das ist aber wichtig, da das Milchgebiss eine entscheidende Rolle als nicht zu unterschätzender Platzhalter für die bleibenden Zähne zukommt. Denn ein vorzeitiger Verlust eines Milchzahns führt nicht selten zu äußerst schwer korrigierbaren Stellungsanomalien der bleibenden Zähne.
Da der Zahnwechsel bereits sehr früh beginnt, wird der erste bleibende Zahn, der allgemein der erste Mahlzahn ist und auch Molar genannt wird, oft fälschlicherweise für ein Milchzahn gehalten und findet dadurch meist kaum Beachtung. Dieser Wechsel vollzieht sich, indem die sich entwickelnden Zahnkronen Druck auf die wurzeln der Milchzähne ausüben, welcher mit ihren Wachstum immer mehr zunimmt. Dadurch werden die Wurzeln der Milchzähne allmählich abgebaut, so das kurz vor dem Zahnwechsel nur noch ein kleiner Teil von ihnen übrig ist, welcher locker wird und meist von allein rausfällt um dem neuen Zahn Platz zu machen.
Am Schluss hat der Mensch in jeder Kiefernhälfte 4 Backenzähne, 6 Mahlzähne, 2 Eckzähne und 4 Schneidezähne. Wobei der dritte Mahlzahn auch als Weißheitszahn bezeichnet wird, da er meist sehr spät kommt und nicht immer voll ausgebildet wird. Alle diese Zähne bilden jeweils eine geschlossene Zahnreihe, welche nur durch schmale Spalten getrennt sind und in denen bei schlechter Pflege nicht selten Speisereste verbleiben, die ein guter Nährboden für Bakterien sind. Weshalb eine gute Pflege auch unerlässlich ist.
Zu beachten ist auch, das die Zähne in Ober- und Unterkiefer unterschiedlich angeordnet sind, da die Zahnreihe im Oberkiefer mit einer halben Ellipse vergleichbar ist und die im Unterkiefer eher mit einer Parabel, wodurch der Ober- den Unterkiefer ein wenig verdeckt.