Anatomie - Gehirn

Geschrieben am 9.05.2006 von Conni Kreißl

Das Gehirn gehört wie das Rückenmark zum zentralen Nervensystem. Es wird pausenlos mit Informationen versorgt, verarbeitet hochzentralisiert alle Sinneseindrücke, koordiniert komplexe Verhaltensweisen und steuert zum Beispiel das Denken, Lernen aber auch Dinge wie die Bewegungsabläufe. Nur wenn es genug Informationen über seine Umgebung von den Sinnesorganen erhält, kann es richtig reagieren und dem Körper die erforderlichen Befehle erteilen. Zur Weitergabe dieser Befehle bzw. Botschaften an die entsprechenden Organe und Muskeln benutzt es verschiedene Kanäle, wie das Hormon- oder Nervensystem. Dies geschieht ständig, auch in der Nacht wenn man schläft arbeitet das Gehirn, indem es ständig kleine elektrische Impulse, die von Nervenzelle zu Nervenzelle springen, abgibt. Man kann auch sagen seine Funktion basiert auf der Interaktion von stark vernetzten Neuronen über elektrische Impulse innerhalb des Neuronalen Netzes, aber das wäre wahrscheinlich zu kompliziert.
Auch die Sprache ist eine Art der Kommunikation, da auch damit die einen oder anderen Signale ausgesendet werden. Wobei Dinge die man gerade lernt vom Großhirn und Sachen die man bereits beherrscht vom Kleinhirn gesteuert werden. Allerdings nicht jede Information gelangt auch bis zur Hirnrinde und damit zum Bewusstsein, was auch nicht nötig ist. Denn die bewusste Regulierung von Prozessen wie Herzfunktion, Atmung, Kreislauf, Flüssig- und Nahrungsverarbeitung und -abgabe, sowie Fortpflanzung würde diejenigen Strukturen des Gehirns, die mit der bewussten Wahrnehmung beschäftigt sind, vollständig überfordern und damit blockieren. Weswegen alle Signale erst durch das Nervensystem, das außerhalb des Gehirns und Rückenmarks liegt, also durch das Adern-, Lymphgefäß- und Nervengeflecht, unbewusst vorverarbeitet werden. Und sogenannte Reflexbögen im Nervensystem des Köpers übernehmen Aufgaben, die mit höchster Geschwindigkeit und vollkommen ohne bewusste Verarbeitung und verzögernde Einflussnahme ablaufen müssen.
Das Gehirn wird nicht nur deswegen auch als Schaltzentrale bezeichnet sondern auch, weil es aus vielen Nervenzellen besteht die wie in einem Schaltschrank über Kontaktstellen bzw. Synapsen miteinander verknüpft sind, welche jegliche Vorgänge über Nervenimpulse und Botenstoffe steuern. Damit die Signale allerdings überall hingeleitet werden können, ist es zusätzlich noch mit sämtlichen Nerven des Körpers über das Rückenmark und allen Muskeln des ganzen Körpers verbunden.
Es wird in die 3 Hauptabschnitte Vorderhirn, Mittelhirn und Rautenhirn gegliedert, die sich in der Regel noch weiter unterteilen lassen. So setzt sich das Vorderhirn, aus Endhirn und Zwischenhirn zusammen, das Endhirn aus Großhirnrinde sowie Endhirnrinde und das Zwischenhirn aus Thalamus und Hypothalamus. Das Mittelhirn dagegen untergliedert sich in die 4-Hügelplatte, die Haube und den Großhirnschenkel und das Rautenhirn in Hinterhirn und Nachhirn. Das Hinterhirn wiederum besteht aus Kleinhirn und Brücke, aber das Nachhirn ist lediglich eine Art Verlängerung des Rückenmarks, weshalb es auch ohne Abgrenzung in dieses übergeht. Wobei das Mittelhirn, die Brücke und das verlängerte Mark zum Hirnstamm zusammenfasst und dem Großhirn gegenübergestellt. Während sich das Rautenhirn vom Rückenmark bis zum Mittelhirn erstreckt und den Hohlraum des 4. Hirnventrikels umschließt, der ein Raum ist in dem sich Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit befindet.
Seine Oberfläche ist durch zahlreiche Furchen und Winden stark vergrößert und durch tiefe Falten reliefmäßig so gestaltet, das es sich in 4 Lappen einteilen lässt, die man Stirnlappen, Scheitellappen, Schläfenlappen und Hinterhauptslappen nennt.
Das Gehirn, welches geschützt in der Schädelkapsel in einer speziellen Flüssigkeit namens Liquor schwimmt, ist zur eigenen Sicherheit an den Seiten im Schädel aufgehängt gelagert. Was verhindern soll, das es bei Bewegungen ständig von innen gegen die Knochenkapsel schlägt. Zudem ist der Schädel noch von innen noch mit der harten Hirnhaut ausgekleidet und auch das Hirn selbst von einer weichen Hirnhaut überzogen. Und zwischen diesen beiden liegt die sogenannte Spinnengewebshaut in dem Liquor drin, welche der Aufhängung des Gehirns dient.
Das Gehirn ist ein wahrhaftiger Energiefresser, denn obwohl es im Verhältnis zum restlichen Körper relativ klein ist, benötigt es etwa ein viertel der gesamten Energie die man täglich zu sich nimmt. Aber auch sein Sauerstoffverbrauch ist ziemlich hoch, weshalb es auch bei zu langem Sauerstoffmangel, genau wie bei schweren Beschädigungen wie zum Beispiel durch einen Unfall, sehr schnell zu Teil- oder sogar Totalausfällen kommen kann. Die man auch als Koma bezeichnet. Welche manchmal aber nicht immer heilbar sind.