Anatomie - Gelenke

Geschrieben am 9.05.2006 von Conni Kreißl

Sobald zwei oder mehr Knochen miteinander verbunden sind, bezeichnet man dies als Gelenk. Sie gehören eindeutig zum passiven Bewegungssystem eines Individuums, also zum Skelettsystem. Wobei nicht jedes Gelenk auch beweglich ist, denn wenn zwischen den Knochen kein Gelenkspalt besteht, ist die Beweglichkeit dieser Gelenke stark eingeschränkt oder je nach Form der Knochen auch gar nicht vorhanden. Was bei rund einem drittel aller Gelenke der Fall ist. Weshalb man auch zwischen echten, mit einem flüssigkeitsgefüllten Spalt, unechten Gelenken ohne diesen Spalt und Pseudogelenken, welche nach einem nicht verheilten Knochenbruch entstehen, unterscheidet.
Meist denk man bei Gelenken zunächst nur an Finger- und Fußgelenke oder an Ellenbogen- und Kniegelenke, aber es gibt noch viel mehr und zwar in allen Größen, wobei die kleinsten mühelos im Ohr Platz finden. Doch auch die einzelnen Schädelknochen sind über Gelenke verbunden und die einzelnen Wirbelgelenke sind zum Beispiel wenig beweglich und erst die Aufeinanderreihung vieler Wirbelgelenke macht die Wirbelsäule beweglich.
Die echten Gelenke haben zwischen den Knochenenden einen Spalt, den man Gelenkspalt nennt. Sie sind mit einem Hyalinknorpel bzw. Gelenkknorpel versehen, der eine äußerst glatte Oberfläche aufweist. In dem ziemlich schmalen Spalt, zwischen den überknorpelten Gelenkflächen befindet sich die Gelenkschmiere Synovia, die von der Gelenkmembran der inneren Kapselschicht bzw. der Synovialhaut stammt, welche die Gelenkflächen miteinander verbindet. Diese ist notwendig um die Reibung zu vermindern, da die Gelenkhöhle an sich luftleer ist und die Gelenkkörper durch den äußeren Druck aufeinandergepresst werden. Um das Gelenk herum befindet sich eine starke aber flexible Gelenkkapsel, welche aus dem äußeren straffen Bindegewebe und dem inneren Bindegewebsverband besteht. Noch dazu werden die äußeren straffen Bindegewebe durch die Gelenk- oder Kapselbänder verstärkt. Die zusammen mit den vorhandenen Einlagerungen von aus Faserknorpel bestehenden Zwischenscheiben, ein Verrutschen des Gelenkes ausgleichen. Diese Scheiben gibt es in verschiedenen Formen, so ist ein Diskus wie der im Kiefergelenk eine vollständige Scheibe und der Meniskus wie der im Kniegelenk nur ein Halbring. Während eine für den Gelenkkopf zu kleine Gelenkpfanne meist durch eine Randwulst bzw. Gelenkklippe aus Faserknorpeln gesichert ist. Die Gelenkkapsel selber bildet einen rundherum abgeschlossenen Hohlraum, auch Gelenkhöhle genannt, die auch mit der zähen Gelenkschmierflüssigkeit Synovia gefüllt ist. Der Gelenkkopf ist übrigens das konvexe Ende eines Gelenkes und die Gelenkpfanne das konkave Ende.
Zu den reinen echten Gelenken zählen, die in alle Richtungen beweglichen Kugelgelenke, die Ellipsoid- oder Eigelenke, die in 2 Richtungen beweglichen Sattelgelenke, die nur beug und streckbaren Scharniergelenke die nur eine Bewegungsachse haben und die Roll-, Rad- oder Zapfengelenke. Alle diese lassen sich noch in die einzelnen Gelenk unterteilen, was hier aber zuviel wäre. Allerdings gehören auch Mischformen wie die Bicondylären bzw. Irregulären Gelenke, wie das Kniegelenk, das eine elastische Gelenkknorpelscheibe als Rotationskörper nutzt, zu den echten Gelenken. Ebenso wie die ebenen Gelenke, welche straffer bzw. flacher sind und eine gewisse Federung aus kurzen, starken Bändern haben wie die Gelenke der Fuß und Handwurzeln.
Zu den unechten Gelenken die keinen Spalt oder Zwischenraum haben der sie beweglich macht gehören dagegen knorpelige Knochenverbindungen, Verbindung über hyaline Knorpel wie am Brustbein, Verbindung über Faserknorpel wie die Bandscheiben, bindegewebsartige Knochenverbindungen wie zwischen den Schädelknochen und eingekeilte Verbindungen wie die der Zähne im Zahnfach.
Mit einem Pseudogelenk meint man dagegen, den beweglich gebliebenen Knochenbereich nach einem nicht verheilten Knochenbruch, der durch einen Unfall, durch Gewalteinwirkung oder durch Glasknochen entstehen kann.