Anatomie - Geschlechtsorgane

Geschrieben am 9.05.2006 von Conni Kreißl

Die Geschlechtsorgane bzw. Genitalien dienen bei Individuen mit unterschiedlichen bzw. mehreren Geschlechtern überwiegend der unmittelbaren Fortpflanzung. Weshalb man sie auch hauptsächlich als Geschlechtsmerkmale bezeichnet.
Sie werden ganz Funktional in die beiden Bereiche Sexualorgane und Reproduktionsorgane unterteilt, da die einen vorwiegend zur Ausübung des Geschlechtsverkehrs und die anderen der Vermehrung dienen. Die ersten Vorwiegend, da bei männlichen Individuen noch dazu kommt, das der Penis auch ein Teil der ableitenden Harnwege ist. Während bei den Damen der Harnleiter zwar in den Scheideneingang mündet, mit diesem an sich aber nichts direkt zu tun hat. Zusätzlich unterscheidet man zwischen äußeren und inneren, aber auch zwischen primären und sekundären Genitalorganen.
Anders als bei den äußeren und inneren, wo schon der Name die Bedeutung beinhaltet, sind primäre alle bereits bei der Geburt vorhandene, wie die Gebärmutter und sekundäre solche die sich erst nach der Geburt richtig entwickeln, wie die Brust. Woran man erkennt das es die beiden Arten nur bei den weiblichen Individuen gibt.
Zu den weiblichen Geschlechtsorganen zählen die äußeren Geschlechtsorgane Vulva oder Scham, die in die großen, die Schamspalte bildenden und die kleinen den Scheidenvorhof umgebenden, Schamlippen und die Klitoris aufgeteilt sind. Aber auch die Brüste, mit ihren Milchdrüsen. Die inneren Geschlechtsorgane indessen gliedern sich in Vagina bzw. Scheide, Gebärmutter, Eileiter, Eierstöcke, Akzessorische Geschlechtsdrüsen, Prostata feminina bzw. Paraurethraldrüse, kleine Vorhofsdrüsen und die Bartholinschen Drüsen auf.
Allerdings sind bei den Damen sind die Geschlechtsorgane besser zu unterscheiden, weil die inneren bei ihnen tatsächlich im Becken liegen und die äußeren an der Körperoberfläche. Wobei man die inneren bei ihr auch eindeutig in die Zeugungsorgane und die äußeren in die Begattungsorgane unterteilen kann, was beim Männchen nicht immer so ist.
Der eigentliche Aufbau der weiblichen Geschlechtsorgane ist einfach. Die Eierstöcke sind die Keimdrüsen des weiblichen Geschlechtsapparates, da sie die von ihnen gebildeten Eizellen in den Eileitern aufnehmen, in denen auch die Vereinigung der Ei- und Samenzellen erfolgt. Der sich entwickelnde Keimling nistet sich danach in der Gebärmutter ein, in der er bis zur Reife heranwächst, bevor er durch den Geburtskanal und die Scheide ausgestoßen wird. Die Scheide wiederum mündet in den Scheidenvorhof, welcher zu beiden Seiten von den kleinen Schamlippen begrenzt wird, an dessen vorderen Ende der Kitzler liegt und der den Bereich zwischen Scham und Scheideneingang darstellt. Wobei die Grenze zwischen Scheide und Scheidenvorhof auch die Mündung der Harnröhre ist, an der ebenfalls das Jungfernhäutchen Hymen liegt. Um den Scheidenvorhof sind auch die Drüsen angeordnet, die oben aufgezählt wurden und welche die Befeuchtung der Vagina gewährleisten, da diese selbst drüsenlos ist. Zum Schluss wird die Schamspalte noch von den großen Schamlippen verschossen, die alles schützend abdecken. Während die Brust eigentlich nur aus dem großen Brustmuskel und ansonsten aus Bindegewebe, Milchbucht, Milchgang, Fettgewebe, Brustwarze und der Haut besteht.
Das ist bei den Männlichen Geschlechtsorganen alles völlig anders, bei ihnen zählen zu den äußeren der Penis, einschließlich der Harnröhre und der Hodensack. Zu den inneren aber Hoden, Nebenhoden, Samenleiter, Akzessorische Geschlechtsdrüsen, Samenleiterampulle, Samenblasendrüse, Prostata und Bulbourethraldrüse. Das mag auf den ersten Blick zwar erstaunlich sein, denn die Hoden liegen zwar außen, zählen aber trotzdem zu den inneren Geschlechtsorganen. Das ist so, weil die Hoden sich erst im Bauchraum entwickeln und erst zur Geburt in den Hodensack wandern und das wiederum liegt an der Tatsache, das sich alle Föten bzw. Embryonen zunächst weiblich entwickeln. Denn erst wenn die Wirkung des Y-Chromosoms bei der Zellteilung einsetzt, können die dann einsetzenden Testosterone die Eierstöcke in Hoden und die Klitoris in den Penis umwandeln und erst dann wird der kleine männlich.
Der Aufbau ist auch hier einfach. Der Penis setzt sich aus der Peniswurzel, welche mit dem Beckenboden verwachsen ist, dem frei beweglichen Penisschaft und der Penisspitze bzw. Eichel zusammen, welche von Muskeln und Haut umgeben sind. In seinem inneren befinden sich noch Harnröhre, Blutgefäße und die Schwellkörper, welche sich bei Erregung mit Blut füllen, wodurch er größer und steifer wird um beim Geschlechtverkehr in das Weibchen eindringen zu können. Seine Keimdrüsen sind die Hoden, in denen das Testosteron und die Spermien gebildet werden. Wobei die letzteren mit dem das benötigte Erbmaterial in den Nebenhoden wandern, von wo aus sie immer abrufbar lagern. Da sich zwischen der Vorhaut und der Eichel manchmal Sekretreste und abgestorbene Hautzellen sammeln, wird diese manchmal entfernt.