Anatomie - Hände und Arme

Geschrieben am 11.05.2006 von Conni Kreißl

Die Hände und Arme werden als obere Extremitäten bezeichnet, da sie oben extrem weit aus dem Körper herausragen. Wobei die Hand das Greifwerkzeug und der Arm eher der Teil ist, der das Greifwerkzeug dirigiert.
Die Hand, welche ein komplexes Gebilde ist, das den Menschen zum Greifen und Tasten befähigt, hat zur Perfektion ihrer Greiffunktion die Fähigkeit zur Opposition des Daumens entwickelt. Was heißt sie kann den anderen Fingern gegenübergestellt werden. Diese auf diesem Planeten einmalige Fähigkeit, machte aus einem primitiven Grapschwerkzeug ein äußerst perfektes Präzisionswerkzeug. Diese Entwicklung war übrigens eine wesentliche Voraussetzung für die Menschwerdung, wie Anthropoloen bewiesen.
Sie besteht aus einem knöchernen Gerüst, sowie der dazugehörigen Muskulatur und den Bändern, Sehnen, Blutgefäßen und Nervenfasern, kurz gesagt aus Knochen, Muskulatur und Weichteilen. Sie fängt anatomisch gesehen an der Handwurzel an, geht mit der sich daran anschließenden Mittelhand inklusive Handfläche und Handrücken weiter und endet mit den Fingern. Wobei die Handwurzel sich aus den acht Handwurzelknochen Kahnbein, Mondbein, Kopfbein, Großes Vieleckbein, Kleines Vieleckbein, Dreieckbein, Erbsenbein und Hakenbein zusammensetzt. Die Mittelhand sich in die fünf Mittelhandknochen und die Finger sich in die vierzehn 14 Fingerknochen gliedern, die sich auf die fünf Finger aufteilen. Wobei je zwei für den Daumen und je drei für die anderen vier Finger vorgesehen sind. Das alles wird darüber hinaus von den Muskeln, Sehnen, Nerven und der Haut schützend eingehüllt.
Sie lässt sich über die Gelenke der miteinander in Verbindung stehenden Knochen, über die Muskulatur des Unterarms sowie über die kurzen Handmuskeln bewegen. Wobei die letzten sich in Daumenballenmuskeln, Fingermuskeln und in die Muskulatur der Hohlhand aufteilen lassen. Die motorischen Nerven der Muskulatur sowie die sensible Nerven von Gelenken, Haut, Bändern und Sehnen der Hand werden über das Nervensystem der Armnerven, den Mittelarmnerv den Speichennerv und den Ellennerv gesteuert. Die Blutversorgung der Hände wird dagegen über die Speichen- und die Ellenarterien gewährleistet, die mit der Hand über die Arterien des Hohlhandbogens miteinander in Verbindung stehen.
Da die Hände an der Oberseite so gut wie keine Muskeln haben und die Haut da auch nicht sehr dick ist, sind die Hände sehr empfindlich und neigen sie dazu auszutrocknen, weshalb sie auch sehr viel Pflege brauchen.
Der Arm des Menschen, welcher eine Weiterentwicklung des Vorderfußes der Tiere zum Greifwerkzeug ist, dient mit seinen Pendelbewegungen einerseits der Ausbalancierung des aufrechten Gangs und koordiniert andererseits die Bewegungen der Hand.
Er besteht aus dem Oberarmknochen, den beiden Unterarmknochen Elle und Speiche sowie den Muskeln, Sehnen, Bändern und Nerven, welche die Bewegungen erst ermöglichen. Er besitzt die größtmöglichste bzw. umfangreichste Bewegungsfreiheit aller Körperteile, welche durch die hochgradige Beweglichkeit des Schultergelenks, des Ellbogengelenks und der Unterarmknochen zueinander ermöglicht wird. Wobei die Knochen des Arms zur Kategorie Röhrenknochen gehören, weshalb es nicht verwunderlich ist das diese oft bei Unfällen zuerst brechen. Sie sind zu zwar mit dicken kräftigen Muskeln bepackt, doch diese dienen eher der Beweglichkeit als zum Schutz. So besitzt der Oberarm vom Schultergelenk aus kräftige Muskelpartien wie Bicepsmuskel, Brachialismuskel und Deltamuskel, die weithin bekannt und bei trainierten Menschen gut sichtbar sind.
In der Normalstellung hängen die Arme locker am Körper herab, sie können gehoben, vom Körper weggeführt, wieder gesenkt und an den Körper herangeführt werden. Das funktioniert weil Bewegungen um eine horizontale, senkrecht auf der Schulterblattebene stehende Achse möglich sind. Wodurch man den Arm zwar dieser Ebene um fast 90 Grad vom Körper weg führen kann, aber in der Frontalebene nach vorne hin nur bis ca. zu 70 Grad. Ferner sind dadurch im Schultergelenk Pendelbewegungen des Arms möglich, die bis zu ca. 115 Grad betragen können. Aufgrund dieser hohen Freiheitsgrade die der Arm durch seine Verbindung über das Schultergelenk hat, sind sogar Bewegungen des Arms um seine Längsachse möglich, und zwar nach innen und außen und auch deren Umfang beträgt ca. 90 Grad.