Anatomie - Haut

Geschrieben am 12.05.2006 von Conni Kreißl

Die Haut ist ein lebenswichtiges Organ, das man ständig vor Augen hat und das mit seiner Fläche von 1,5 bis 2 m² die Grenzschicht zwischen dem Körper und seiner Umgebung bildet. Womit sie flächenmäßig das größte Organ ist, wenn man davon absieht die reale Oberfläche des Darms ca. 450 m² beträgt. Allerdings gewichtsmäßig ist sie unschlagbar mit ihren rund 10 kg das schwerste aller Organe und dazu auch das funktionell das vielseitigste. Denn sie schützt nicht nur vor Umwelteinflüssen, sie dient auch der Repräsentation, Kommunikation und der Wahrung des inneren Gleichgewichts. Außerdem übernimmt sie wichtige Funktionen im Bereich des Stoffwechsels und der Immunologie und verfügt zugleich über vielfältige Anpassungsmechanismen. Aber sie ist aufgrund ihrer engen Beziehung zur Psyche auch ein "Spiegel der Seele"., weshalb sie auch viel Pflege und Aufmerksamkeit braucht. Dazu sollte man aber wissen das sie den pH-Wert von 5,5 am besten verträgt.
Sie besteht aus der Oberhaut, die außen an der Oberfläche liegt, aus der darrunterliegenden Lederhaut und der Unterhaut ganz untern drunter. Wobei man die Oberhaut von außen nach innen gesehen noch in Hornhautschicht, Hornbildungsschicht und in die Erneuerungsschicht aufteilen kann. Bei ihr handelt es sich um ein mehrschichtiges verhornendes Plattengewebe, das normalerweise um die 0,03 bis 0,05 mm dick, aber an den Handinnenflächen und den Fußsohlen bis zu mehrere Millimeter stark ist. Sie wird auch Epidermis genannt und ist an ihrer Oberfläche von feinen Papillarlinien bzw. Hautleisten oder Furchen durchzogen, die an den Handinnenseiten und den Fußsohlen parallel verlaufen und am restlichen Körper eher einer Felderung bzw. einem Relief gleichen. Nur an den Fingerkuppen bilden sie aus vielen verschiedenen geometrischen Figuren ein individuelles Muster aus Doppelschleifen, Wirbeln, Bögen und einfachen Schleifen. Dieses kann man kriminaltechnisch so herrlich nutzen, da es bei jedem Individuum einzigartig ist. Die Oberhaut enthält, außer vielen Schweißdrüsen, keine Hautanhangsgebilde. Sie wird allerdings durch die Basalmembran, deren zylindrische Zellen die Pigmente enthalten und für eine stände Zellneubildung sogen, von der Lederhaut getrennt.
Die Lederhaut ist eine die Kollagenfaserreiche, bindegewebsartige Hautschicht, welche der Epidermis untergelagert ist und in die Papillen- bzw. Zapfenschicht und in die Netzschicht unterteilt ist. Wobei die erste Schicht der Ernährung und Verankerung der Oberhaut dient und zugleich das fein kapillarisierte Blutgefäßsystem der Grenzzone der Oberhaut versorgt. In der unteren befinden sich dagegen die Talg- und Schweißdrüsen, da diese die für die Temperaturregelung notwendige glatte Muskulatur und Blutgefäße besitzt. Die Lederhaut enthält sämtliche Hautanhangsgebilde wie die Nägel, Schweiß- und Duftdrüsen, Blutgefäße, Nervenfasern, die Haare mit ihren Talgdrüsen und dem Haarbalgmuskel und die Thermo- sowie Berührungsrezeptoren.
Die Unterhaut, welche die Unterlage für die darrüberliegenden Hautschichten bildet, enthält das Unterhautfettgewebe, lockeres Bindegewebe, die größeren Blutgefäße und Nerven für die oberen Hautschichten sowie die Sinneszellen für starke Druck- und Vibrationsreize. Wobei das Unterhautfettgewebe zusammen mit dem Bindegewebe die dicke Schicht des Fettgewebes Panniculus adiposus bilden, das die meisten Partien des Körpers bedeckt und je nach gewicht des Besitzers mehrere Zentimeter dick sein kann. Dieses Fett wird jedoch noch in zwei Kategorien unterteilt. Erstens in das Baufett, das als Verschiebeschicht und Polsterung in den sogenannten Fettkörpern lagert und zweitens in das Speicherfett, welches dem Körper zur Speicherung der Nahrungsenergie dient. Wobei Braunes Fettgewebe zum Aufbau des Baufetts verwendet wird und weißes bzw. gelbes Fettgewebe das Speicherfett bildet. Das Baufett findet man zum Beispiel an den Fußsohlen, wo es die Fußknochen und letztendlich das ganze Skelett vor Stößen beim gehen und springen schützt. Das ungeliebte Speicherfett findet man dagegen eher an Bauch und Hüften wieder.
Die Haut in ihrer Gesamtheit ist eines der sensibelsten und empfindlichsten Körperteile, denn durch sie spürt man den leichtesten Windhauch, die winzigste Berührung, selbst die nur wenige Milligramm leichte Fliege oder die kleinen Unebenheiten der Blindenschrift erkennt sie sofort und reagiert darauf.