Anatomie - Herz

Geschrieben am 12.05.2006 von Conni Kreißl

Das Herz ist ein etwa faustgroßes muskuläres Hohlorgan, welches das Blut über ein Netz von Blutgefäßen mittels rhythmischer Kontraktionen durch den Körper pumpt. Womit es die verschiedenen Zellen des Körpers mit Blut, Nährstoffen und Sauerstoff versorgt und dadurch das überleben möglich macht. Es gehört zu den ersten Organen die während der Embryonal Entwicklung angelegt werden und wird nicht umsonst als Motor bezeichnet.
Das Herz ist in etwa 15 cm lang, wiegt ungefähr 300 bis 350 g, also durchschnittlich 0,5% des Körpergewichts und gleicht einem abgerundeten Kegel, dessen Spitze nach unten und etwas nach links vorne weist.
Es liegt in der Regel leicht nach links versetzt hinter dem Brustbein, in Höhe der zweiten bis fünften Rippe. Wobei die obere Herzbasis rechts etwa 2 cm über den rechten Brustbeinrand hinausreicht und die untere Herzspitze knapp an eine gedachte senkrechte Linie kommt, die durch die Mitte des linken Schlüsselbeins verläuft. In seltenen Fällen liegt es aber auch leicht nach rechts versetzt, was man als Dextrokardie bzw. Rechtsherzigkeit bezeichnet und meist bei einer spiegelverkehrten Organanordnung auftritt.
Das gesunde Herz setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Der rechten Herzhälfte, welche das Blut durch den Kreislauf der Lunge pumpt, was auch als kleiner Kreislauf bezeichnet wird und der linken Herzhälfte, die das Blut durch den restlichen Körper befördert, weshalb dies der große Kreislauf ist. Dabei sind beide Herzhälften überhaupt nicht gleich groß und die rechte Herzhälfte liegt wegen der Lage des Herzens eigentlich mehr vorn und die linke mehr hinten. Diese beiden Herzhälften werden durch die sogenannte Herzscheidewand getrennt, die noch mal in Vorhofscheidewand und Kammerscheidewand unterteilt wird. Jede dieser Hälften besteht aus einem Vorhof, dem das Blut aus den Venen zugeführt wird und einer Kammer, die das Blut aus dem Vorhof aufnimmt und in eine Arterie pumpt. Wobei der rechte Vorhof venöses Blut aus dem Körper über die beiden großen Hohlvenen und auch aus dem Herzen über die Herzkranzvene erhält, das von da aus in die rechte Kammer gelangt und von dort in die Lungenschlagader befördert wird. Danach fließt das nunmehr mit Sauerstoff angereicherte Blut über die Lungenvenen zum Herzen in den linken Vorhof zurück und wird über die linke Kammer in die große Körperschlagader weitergeleitet. Dabei sorgen Klappen mit Ventilfunktion dafür, dass das Blut in die richtige Richtung fließt. Auf alle Fälle erkennt man an diesem Kreislauf, das jeder einzelne Tropfen Blut zweimal das Herz passieren muss, es also eigentlich ein einziger Kreislauf ist und man eigentlich nicht von einem Körper- und einem Lungenkreislauf sprechen kann.
Wobei man die Phase in der sich die Kammern mit Blut füllen Diastole nennt und die Phase in der sich das Herz zusammenzieht und das Blut aus den Kammern ausstößt als Systole bezeichnet. Was man im allgemeinen als rhythmisches Schlagen empfindet und wenn man die richtigen Hilfsmittel hat, als Herztöne auch hörten kann. Diese Töne entstehen nämlich beim anspannen der Herzmuskulatur am Beginn der Systole sowie beim verschließen der Taschenklappen, die das zurückfließen des Blutes verhindern, bei der Diastole. Was in der Ruhephase ungefähr 60 bis 80 mal in der Minute geschieht und bei sportlicher Betätigung sich bis auf 180 Schläge pro Minute steigern kann.
Da der Gesamtgefäßwiderstand des sogenannten Körperkreislaufs allerdings etwa fünf mal größer ist als der des Lungenkreislaufs, muss die linke Herzkammer dementsprechend eine viel größere Druckarbeit verrichten. Weshalb sie auch eine wesentlich stärkere Wanddicke hat als die rechte Kammer. Wobei das Füllungs- und Schlagvolumen beider Herzkammern aber immer gleich ist.
Die äußere Oberfläche des Herzens ist im Gegensatz zu seinem komplizierten Innenrelief, von einer dünnen, durchsichtigen, glänzenden und glatten Haut, dem inneren Blatt des Herzbeutels bedeckt. Auch die Furchen der Trennung von rechter und linker Herzhälfte werden fast völlig von Fettgewebe verschlossen und zugedeckt und geben dem Herzen damit ein halbwegs glattes Aussehen. Nur die Herzkranzfurche mit den Herzkranzgefäßen, die zwischen den Vorhöfen und Kammern entlanglaufen zeigen äußerlich die Grenzen zwischen rechter und linker Kammer, da die Äste der Herzkranzgefäße ziemlich groß sind.