Anatomie - Hypothalamus

Geschrieben am 6.06.2006 von Conni Kreißl

Der Hypothalamus ist ein kleiner Teil des Zwischenhirns, der viele Zentren zur Regulierung und Steuerung bedeutender Körperfunktionen wie dem Wasser- und Mineralhaushalt, Fett-, Eiweiß- und Kohlenhydratstoffwechsel, für die Nahrungsaufnahme, Körpertemperatur und die Schlaf- sowie Rhythmikfunktionen besitzt. Er ist somit das oberste Regulationszentrum für jedwede vegetativen und endokrinen Vorgänge wie Atmung, Kreislauf, Körpertemperatur, Blutdruck, Herzschlag, Nierenfunktion, Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme sowie das Sexual- und Fortpflanzungsverhalten.
Womit er das wohl bedeutungsvollste Steuerzentrum des Vegetativen Systems darstellt, das selbst aus verschiedensten homöostatischen bzw. lebenserhaltenden Regelkreisen besteht. Die gewaltige Bedeutung dieses kleinen Zwischenhirnareals erkennt man, wenn man sieht das schon winzigste Störungen im Hypothalamus Auswirkungen auf die Lebensfähigkeit des gesamten Organismus haben.
Er liegt im Zwischenhirn und wird dort von der Sehnervenkreuzung eingebunden. Zur Mitte hin ist er vom 3. Hirnventrikel und zum Schädel hin vom Thalamus begrenzt, außerdem ist er über den Hypophysenstiel mit der Hypophyse verknüpft.
Der Hypothalamus verbindet das Zwischenhirn mit dem Hormonsystem, mit dem er über das Pfortadersystem und die Hirnanhangdrüse bzw. Hypophyse verbunden ist und darüber auch deren Hormonausschüttung reguliert. Wobei der Großteil des Informationsaustausches über dieses System durch Hormone stattfindet, welche in den Nervenzellen bzw. Neuronen des Hypothalamus gebildet werden. Durch seine Verknüpfung mit der Hirnanhangdrüse steht er allerdings auch mit allen anderen endokrinen Drüsen in Verbindung.
Zusätzlich ist er ebenfalls noch mit der zentralen Schaltstation des limbischen Systems dem Hippocampus, dem sogenannten Tor zum Bewusstsein dem Thalamus, dem Reflex- und Bewegungsablauf steuerndem Striatum und dem limbischen System selber sowie auch dem Rückenmark verbunden. Obendrein ist er ein außerordentlich gutes Beispiel für die perfekten Interaktionen bzw. das einwandfreie wechselseitige aufeinander Wirken zwischen den drei ausschlaggebenden physiologischen Systemen des Organismus.
Auch er produziert eine Reihe von Hormonen, die größtenteils Steuerhormone sind und mit zu den Releasing-Hormonen bzw. fördernden Hormonen und auch Inhibiting-Hormonen bzw. hemmende Hormonen gehören. Diese gelangen direkt durch die Blutgefäße des oberen Portalkreislaufsystems ohne Umweg über den großen Kreislauf in das Kapillarsystem zur Hirnanhangdrüse und lösen dort dann ganz nach Notwendigkeit die Ausscheidung oder die Unterdrückung der Hirnanhangdrüsenhormone aus.
Außerdem ist der Hypothalamus ein Bestandteil einer Serie von Rückkopplungsschleifen, die zahllose physiologische Prozesse regulieren und diese auf den Einsatz von Änderungen in ihrer Umgebung und im ihrem Inneren sowie gegen Bedrohungen des Organismus eichen. Im inneren dieses Rückkopplungssystems erfasst er die Konzentration bestimmter Hormone im Blut, die Höhe der Nervenreize im limbischen System und die Konzentration bestimmter thymischer bzw. großzelliger Hormone. Wobei das limbische System eine Funktionseinheit des Gehirns darstellt, der intellektuelle Leistungen zugesprochen werden und die Emotionen verarbeitet sowie der Entstehung von Triebverhalten dient.
Um all diesen Aufgaben nachzukommen zu können besitzt der Hypothalamus zahlreiche Nervenverbindungen zu anderen Hirnzentren. So ist zum Beispiel der Ncl. Preopticus Nerv für die Regulation der Körpertemperatur, das Schlafverhalten und das Sexualgebaren zuständig und der Ncl. Paraventrikularis Nerv reguliert die Wasserausscheidung über die Nieren, was zur Blutdruckerhöhung führt.
So erfährt Beispielsweise das Gehirn auf Umwegen über den Hypothalamus, dass es Zeit zum Schlafen wird, weil es dunkel geworden ist, was dieser über seine Verbindungen mit dem Auge und die Sehbahn feststellt. Woraufhin nun der Hypothalamus weniger von dem Transmitter Histamin und einem Peptid namens Orexin, das zu gesteigerter Aufmerksamkeit führt, produziert, was zum einschlafen führt.