Anatomie - Intelligenz

Geschrieben am 16.05.2006 von Conni Kreißl

Intelligenz, bedeutet soviel wie Einsicht, Erkenntnisvermögen, Verstehen, Geistige Aufnahmefähigkeit und bezeichnet im weitesten Sinne die Fähigkeit zum Erkennen von Zusammenhängen und zum Finden von optimalen Problemlösungen. Oder einfacher gesagt, sie setzt sich aus den Komponenten Lernfähigkeit, Denkgeschwindigkeit, Gedächtnis, räumliches Vorstellungsvermögen und der Fähigkeit zur Lösung von Problemen zusammen.
Wobei die Intelligenz durch die unterschiedlichen Bereiche der Problemstellungen und Aufgaben auch in unterschiedliche Arten von Intelligenz unterschieden wird. Das sind die rationale Intelligenz, die das reine Denkvermögen betrifft, die praktische Intelligenz, welche bei der Ausführung von praktischen Tätigkeiten einsetzt und die emotionale Intelligenz, die für den gesamten Gefühlsbereich zuständig ist. Aber auch Formen wie Beispielsweise die visuelle Intelligenz, die sprachliche Intelligenz, die manipulative Intelligenz und die rationale Intelligenz.
Was der bekannte US-amerikanische Psychologe Howard Gardner kritisierte, indem er diese schlichte Erfassung von Intelligenz der bisherigen Lehrmeinung in Frage und dieser seine Theorie der multiplen Intelligenzen gegenüber stellte. Welche die Intelligenz in die neuen acht Bereiche sprachlich, musikalisch, logisch-mathematisch, körperlich-kinästhetisch, intrapersonal und naturalistisch gliedert. Was allerdings noch nicht überall anerkannt wird. Zumindest gehen die Forschungen in diese Richtung weiter, werden immer differenzierter und es werden immer mehr Faktoren gefunden, die im Zusammenspiel mit der Intelligenz stehen.
Intelligenz ist ein Thema, das viele beschäftigt und das die Psychologen als Sammelbegriff für die Fähigkeit des Menschen zu verstehen, zu abstrahieren, Probleme zu lösen, Wissen anzuwenden und Sprache zu verwenden nutzen um deren geistige Fähigkeiten zu erfassen. Wobei man die Frage, was jemanden intelligent macht oder wie man Intelligenz misst, immer noch nicht ganz geklärt hat. Es gibt zwar sogenannte Intelligenztests, welche die rationale Intelligenz testen sollen, doch diese bündeln die vielen Einzelfähigkeiten paradoxerweise zu einem einheitlichen Ganzen, obwohl Intelligenz ein überaus komplexer Begriff ist, der weder einfach zu erklären, noch zu beschreiben ist. Denn der so gemessene IQ, sagt enorm wenig darüber aus, wie derjenige sein Leben und den Alltag meistert, da Situationen wie Stress, Wut und Angst nicht mit dem Verstand allein zu bewältigen sind. Trotzdem werden immer wieder Daten veröffentlicht die besagen, das 68 % der Bevölkerung einen IQ zwischen 85 und 115 und nur 2,2 % der Bevölkerung einen IQ über 130, was als Hochbegabung gilt oder unter 70 haben, was als Grenze zum Schwachsinn betrachtet wird. Und das obwohl die Zuverlässigkeit der Testergebnisse extrem ungenau ist.
Die Praktische Intelligenz bzw. Alltagsintelligenz, Theoretische Intelligenz, Erfolgsintelligenz, Natürliche Intelligenz oder auch Hausverstand genannt, ist dynamisch. Sie entwickelt sich alltagsnah im aktiven Umgang mit konkreten Herausforderungen, die mit dem vorhandenen Wissens- und Erfahrungsschatz und einer persönlichen, individuellen Herangehensweise gelöst werden. Womit die Praktische Intelligenz vom Menschen, seiner Situation und deren Rahmenbedingungen abhängig ist.
Die Emotionale Intelligenz ist da eher ein Sammelbegriff für die Persönlichkeitseigenschaften und Fähigkeiten, die den Umgang mit eigenen und fremden Gefühlen angehen. Weswegen der Begriff EQ zuweilen auch für „emotionale (Lebens-)Qualität“ steht, da sie den bewussten Umgang mit der Kommunikation zwischen den Menschen und des Menschen mit sich selbst beinhaltet.
Intelligenz nimmt beim Menschen im allgemeinen bis zum Alter von ca. 25 ständig zu, bleibt dann jedoch bis zum Alter von etwa 40 Jahren bestehen und nimmt erst danach langsam und allmählich wieder ab.
Im europäischen Kulturkreis besitzt die Intelligenz einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert und wird gegenüber den kreativen und sozialen Begabungen vollkommen überbewertet, da sie nicht alles ist was eine Persönlichkeit ausmacht. Denn wie heißt es so schön, dumm ist nur wer dummes tut und wer will schon beurteilen wer oder was dumm oder intelligent ist.