Anatomie - Kehlkopf

Geschrieben am 7.06.2006 von Conni Kreißl

Der Kehlkopf bzw. Larynx trennt die Luftröhre Trachea von der Speiseröhre Ösophagus und ist ein aus Knorpelteilen, Muskeln und Faserzügen aufgebauter Verschlussmechanismus. Er liegt im oberen Halsbereich in Höhe des 4. bis 6. Halswirbels unterhalb des hufeisenförmigen Zungenbeins direkt unter der Haut, ist verschiebbar am Zungenbein aufgehängt und setzt sich nach unten hin in die Luftröhre fort.
Er befindet sich etwa in Mitte des Halses, wo er vorne teilweise von der Schilddrüse bedeckt und seitlich von den Schilddrüsenlappen umrahmt wird. Genau dort wo Atem- und Luftweg im Mittelteil des Rachens zusammen laufen und sich im unteren Teil wieder trennen, so das die Luft auf ihrem Weg in die Lunge den Kehlkopf passieren muss bevor sie in die Luftröhre gelangen kann.
Der Kehlkopf hat drei Bestimmungen bzw. Aufgaben, erstens verhindert er das Speichel oder Nahrung in die Luftwege gelangt, indem sich die obere Öffnung des Kehlkopfes beim Schlucken schließt. Zweitens transportiert er die Atemluft und drittens trägt er wesentlich zur Stimmbildung bei, da er die Stimmbänder enthält.
Er setzt sich aus vier 4 größeren sowie einigen kleineren Knorpeln zusammen, welche durch Muskeln und Bänder sicher zusammengehalten werden. Wobei der größte dieser Knorpel der Adamsapfel bzw. Schildknorpel ist und die anderen großen als Zungenbein, Ringknorpel bzw. Krikoid und Stellknorpel bzw. Aryknorpel bezeichnet werden.
Da in der Mittellinie nur von einer äußerst dünnen Haut sowie einer kollagenen, bindegewebsartigen Umhüllung bedeckt und seitlich nur von Teilen der Schilddrüse und von wenigen sehr platten Muskeln eingepackt ist, kann man ihn gut ertasten. Den Adamsapfel der vorn am Hals hervorspringt kann man bei den allermeisten männlichen Exemplaren der Menschheit sogar deutlich sehen und beim Schlucken kann man seine Bewegungen sogar von außen Beobachten.
Das röhrenförmige Gerüst des Kehlkopfs ist im inneren größtenteils mit einer Schleimhaut und diese wiederum mit mehrreihigen Flimmerepithel bzw. Flimmerhärchen ausgekleidet, deren Flimmerschlag schlundwärts gerichtet ist. Diese schützen die Atemorgane vor den schädlichen Substanzen, die über die Atemluft in den Körper gelangen könnten.
Der Schildknorpel, der vorn und seitlich wie ein Schild das Innere des Kehlkopfes bedeckt, ist an seiner Oberkante von außen zu sehen und zu tasten. Er besteht aus 2 Platten, die sich in der vorderen Mitte vereinigen. Zwischen diesen beiden Schildknorpeln gibt es im oberen Bereich einen Einschnitt der durch die Schildknorpel-Zungenbein-Membran verschlossen wird und die man auch von außen ertasten kann.
Unter ihm befindet sich der waagrechte Ringknorpel, welcher einem Siegelring ähnlich sieht und dessen Platte nach hinten zeigt, denn sein nach vorn gelegener Bogen verbreitert sich nach hinten zu einer Ringknorpelplatte. Ihm folgen die Knorpelspangen der Luftröhre und er hat 2 Gelenkflächen, die einerseits die Seitenfläche gelenkig mit dem Schildknorpel und andererseits den Oberrand gelenkig mit dem paarigen Stellknorpel verbinden. Dieser auf dem Ringknorpel gelenkig aufsitzende Stellknorpel ähnelt in seiner Form einer dreiseitigen Pyramide, an dessen Basis ein nach vorn gerichteter sowie ein nach der Seite gerichteter Fortsatz auffallen.
Alle drei, also Schild-, Ring- und Stellknorpel bestehen ganz oder vorwiegend aus hyalinem Knorpeln und sind durch ein elastisches Gewebe miteinander verbunden, das einem Stück Gummischlauch gleicht. Dieses Gewebe das unter dem oberen Ringknorpelrand aufsitzt und dessen obere Öffnung durch Befestigung vorn an der Innenseite der Schildknorpelmitte und hinten direkt an dem nach vorn gerichteten Stellknorpelfortsatz zu einem schmalen Schlitz gezogen wird. Dabei stellen die parallelstehenden freien oberen Ränder des Gewebes die Stimmlippen bzw. Stimmbänder dar, die damit genau zwischen den Stellknorpeln und der Hinterwand des Schildknorpels gespannt sind. Diese werden durch die sie längs hindurch ziehenden Stimmmuskelfasern und vor allem durch die Kehlkopfmuskeln bewegt, wodurch der Grundklang von Stimme bzw. Gesang entsteht. Der durch die Bewegungen der Zunge und des Mundes zu Sprachlauten geformt und mittels der Resonanz im Rachen-, Mund-, und Nasenraum seine volle Klangfülle erhält.
Der Kehldeckel, der mit dem Schildknorpel verbunden ist, besteht aus elastischem Knorpeln und verschließt den Kehlkopfeingang gegen den Rachen, indem er nach hinten geklappt werden kann. Er ähnelt im Aussehen einem Fahrradsattel, dessen spitzes Ende nach unten zeigt und damit den Kehlkopfeingang nach vorne begrenz, während sein unterer Abschnitt genau hinter dem Schildknorpel und dem Zungenbein liegt, an die er mit Bändern befestigt ist.
Es gibt noch einige kleine Knorpel, wie den Weizenknorpel, den Hörnchenknorpel, den Keilknorpel und einige winzige an der Spitze des Stellknorpels, die aber funktionell keine Rolle spielen.