Anatomie - Krankheiten im System

Geschrieben am 19.05.2006 von Conni Kreißl

Mit Krankheiten im System meine ich nicht Krankheiten wie Husten oder Schnupfen, sondern Gendefekte, krankhafte Zell-, Gewebe- oder Gefäßveränderungen und Immunsystemfehler, die man als Erbkrankheiten, Tumorerkrankungen, Geistige,- Degenerative- oder Autoimmun-Krankheiten bezeichnet.
Zu den meist schlimmsten gehören aber die Erbkrankheiten. Unter diesen versteht man im allgemein solche Erkrankungen, die durch veränderte Erbanlagen ausgelöst werden und von Anfang an durch diese fehlerhaft veränderten Gene verursacht, sowie durch Vererbung von den Vorfahren auf ihre Nachkommen übertragen werden. Diese ererbten Krankheiten sind mit ausgesprochen unterschiedlichen Vererbungs-, Wiederholungs- und Erkrankungswahrscheinlichkeiten verbunden, da sie meist sehr unterschiedlichen Erbgängen folgen.
Zu ihnen zählen Chromosomale Erkrankungen, bei denen die Anzahl der Chromosomen oder die Chromosomenstruktur verändert ist. Das bekannteste Beispiel dafür ist das Down-Syndrom. Aber auch die Monogene Störungen bzw. Erkrankungen, bei denen nur ein Gen für den Ausbruch der Erkrankung verantwortlich ist, was spontan auftritt oder vererbt sein kann. Man kennt über 4000 solcher monogenen Störungen, wobei die meisten zu den Stoffwechselerkrankungen gehören. Beispiele hierfür sind die Mukoviszidose, das Marfan-Syndrom und die Bluterkrankheit. Dann gibt es noch die Polygenen Erkrankungen, bei der mehrere Gene beteiligt sind und oft auch noch Umwelteinflüsse hinzukommen, weshalb man auch von multifaktorieller Vererbung spricht. Beispiele hierfür sind die Hüftdysplasie oder Allergien. Während Syndrome sowie Formen von Trisomie, bei denen sich nicht die übliche Zahl von 46 Chromosomen im menschlichen Genom findet, eigentlich nicht als Erbkrankheit zählen, da sie zumeist spontan auftreten und nur selten vererbt werden.
Zu den angeborenen Erkrankungen zählen aber auch Krankheiten oder Defizitsyndrome, deren Ursache Strahlung, Infekte, Genussmittel und Sauerstoffmangel sind die bereits im Mutterleib oder während der Geburt auf das Kind eingewirken, denn nur ungefähr 20 bis 30 Prozent der angeborenen Erkrankungen haben genetische Ursachen.
Leider können Erbkrankheiten meist nicht geheilt werden, eine Linderung ist bei vielen zwar möglich, aber trotzdem führen diese meist zum frühen Tod.
Zu den zweitschlimmsten zählen dann wahrscheinlich die Tumorerkrankungen, die durch Fehlregulationen des Zellwachstums entstehen, jegliche Art von Gewebe betreffen und gutartig oder bösartig sein können. Tumore bedeuten Schwellungen und Geschwülste, die im Körper wuchern, je nach Art auch Tochtergeschwülste bilden und gesundes Gewebe zerstören. Ihre Einteilung erfolgt nach ihrem biologischen Wachstumsverhalten und nach dem Ursprungsgewebe das sie befallen. Da gibt es die zumeist gutartigen Semimaligne Tumore, die in der Regel keine Tochtergeschwülste setzen, aber umliegendes Gewebe zerstören und in dieses hineinwachsen. Aber auch die bösartigen Maligne Tumore, welche häufig als Krebs bezeichnet werden und in umgebendes Gewebe einwachsen, es zerstören und außerdem noch Tochtergeschwülste setzen, wie beim Dickdarm- und Lungenkrebs. Da diese sich aus gutartigen Vorstufen, den sogenannten Präkanzerosen, entwickeln, ist ihre Erkennung nicht immer leicht. Die Tumortherapie erfolgt durch operative Entfernung und Bestrahlung mit ionisierenden Strahlen bzw. Chemotherapie. Trotzdem sind sie nach den Herz-Kreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache.
Die Geistigen Krankheiten, die man als Psychose bezeichnet, sind eine Gruppe schwerer psychischer Störungen, die mit einem Verlust des Realitätsbezugs einhergehen und wohl ebenso Schlimm sind wie die obengenannten. Nur das diese meist Behandelbar und selten tödlich sind. Die Erkrankten erleben ihre Umwelt verändert, haben auffällige Symptome von Wahn und Halluzinationen und erlangen im Akutstadium keine Krankheitseinsicht. Diese Psychosen lassen sich in Organische- Affektive- und Schizophrene Psychosen einteilen. Wobei die Organischen durch Erkrankung des Zentralen Nervensystem, degenerative Prozesse wie Demenzen, Tumore oder anderweitige körperliche Erkrankungen ausgelöst werden. Was Durchblutungs- und Stoffwechselstörungen, chirurgischen Eingriffe oder auch Schädigungen durch manche Medikamente, Drogen oder die Hirnfunktion beeinträchtigende Substanzen sein können.
Bei den Affektiven handelt es sich dagegen um Störungen der Stimmung entweder in Form einer Hochstimmung bzw. Manie, in Form einer Depression oder in Form eines ständigen Wechsels zwischen diesen beiden.
Was die Schizophrene Psychosen auslöst ist nicht ganz klar, da streiten sich die Experten noch ob es sich um organische, genetisch bedingte oder aber um auf Probleme der frühester Kindheit zurückzuführende Störungen bzw. Stressfaktoren handelt. Zu diesen zählt auch die frühkindliche Psychose der Autismus bei der man von einer Reizüberflutung ausgeht gegen die sich der Autist wehrt.
Zu den eher lästigen bzw. unangenehmen aber nur selten tödlichen Erkrankungen gehören die Autoimmunerkrankung, die eine Über- oder Unterreaktion des Immunsystems darstellt. Wobei es bei einer Überreaktion irrtümlich körpereigenes Gewebe als zu bekämpfenden Fremdkörper ansieht. Wodurch es zu schweren Entzündungen kommt, die zu Schäden an den betroffenen Organen führen. Behandlungen erfolgen meist durch Medikamentengabe von Cortison oder Immunsuppressiva die das Immunsystem schwächen, die haben jedoch Nebenwirkungenbis hin zu einer steigenden Krebserkrankungsrate. Bei einer Unterreaktion bzw. Immunschwäche ist die Abwehrfunktion entweder eingeschränkt oder gar nicht vorhanden. Weshalb man auch nicht an Autoimmunerkrankungen stirbt, sondern an den Folgen und Nebenwirkungen. So kann bei einer Überreaktion ein Kreislaufkollaps und bei einer Unterreaktion ein sonst harmloser Infekt tödlich enden.