Anatomie - Luftröhre

Geschrieben am 22.05.2006 von Conni Kreißl

Die Luftröhre bzw. Trachea schließt an den Kehlkopf an bzw. verbindet den Kehlkopf mit den Lungen und verzweigt sich in Höhe des vierten Brustwirbels zu den beiden Hauptbronchien, womit sie einer der wichtigsten Bestandteile des Atemtrakts ist. Genaugenommen ist sie der Anfang der unteren Atemwege.
Sie ist ein ungefähr 10 bis 12 cm langes elastisches Rohr, dessen obere Hälfte im Bereich des Halses und die untere Hälfte im Brustraum liegt. Ihre Konstruktionsweise sichert unter allen Umständen die Luftzufuhr zu den Lungen ab. Dafür und damit sie auch beim Einatmen nicht kollabieren kann, hat die Luftröhre extra 16 bis 20 hufeisenförmige hyaline Knorpel zur Verstärkung ihrer bindegewebsartigen, muskulösen Vorderwand, welche die Röhre ständig geöffnet halten. Was heißt, sie halten die Luftröhre immer aufgespannt und luftdurchlässig, so das diese nicht durch irgendwelche Druckeinwirkung von außen bzw. Druckänderungen in sich zusammenfallen kann.
Diese sogenannten Knorpelspangen sind durch Bänder aus elastischen, kollagenen und muskulösen Bindegewebsfasern miteinander verbunden. Diese Bänder sind vorwiegend in Längsrichtung gerichtet, um die Dehnung der Röhre beim einatmen, schlucken, sprechen, singen und zurückbiegen des Halses zu ermöglichen. Was äußerst wichtig ist, da die innere Wand der Luftröhre, sehr dicht an der Speisröhre anliegt und diese somit von jedem Schluck und Nahrungsbissen der die Speiseröhre passiert stark eingedrückt wird.
Das innere der Luftröhre ist von einer respiratorischen bzw. atmungsbedingten Schleimhaut und mit unzähligen feinen Flimmerhärchen überzogen, die Staubteilchen und alle anderen Fremdkörper die mit der Atemluft eindringen, zurück in den Halsrachen transportieren. Über diese sogenannten Flimmerhärchen werden nicht nur die Fremdteilchen sondern auch der Schleim aus den Lungen bzw. Bronchien kehlkopfwärts nach oben befördert und abgehustet oder abgeräuspert.
Außerdem sind in dieser Schleimhaut, welche die Innenwand der Luftröhre völlig auskleidet, auch Becher- und neuroendokrine Zellen verteilt. Wobei die letzteren zum APUD-System gehören und als sogenannte neuroepitheliale Körperchen zusammenliegen, womit sie zu den peripheren Nervensystem zugerechneten werden können. All diese Zellen ob Becher- oder neuroendokrine, überwachen genau wie die in den Bronchien die Atemgase und dienen damit dem Körper als Chemorezeptoren.
Die an die Speiseröhre grenzende Hinterwand der Luftröhre ist völlig knorpelfrei und besteht aus bindegewebeartigen muskulöse Strukturen, welche die Öffnung der Luftröhre um ein viertel verengt. Außerdem besitzt diese Luftröhrenhinterwand etliche querverlaufende Bündel glatten Muskelgewebes, die zwischen den Enden der Knorpelspangen gespannt sind um diese aneinander anzunähern. Während die Knorpelhaut der Knorpelspangen eng mit dem ringförmigen Luftröhrenband verbunden und die Schleimhaut der Luftröhre fest mit der Knorpelhaut verwachsen ist. Aber der hauteng an der Hinterwand anliegende Teil ist frei verschiebbar, so das sich bei einer Anspannung des Luftröhrenmuskels Längsfalten bilden, zwischen denen Drüsen mit einem schleimigen Sekret einmünden.
Dieses Sekret erzeugt hilft nicht nur den Flimmerhärchen die Schadstoffe aus dem Körper zu befördern, es erzeugt auch bei entzündlicher Vermehrung die bekannten charakteristischen Rasselgeräusche bei jedem Atemzug. Er wird aber im allgemeinen durch Hustenstöße, bei denen es zu einer seitlichen Kompression der Luftröhre unter gleichzeitiger Vorwölbung der Hinterwand in Richtung Luftröhre kommt, meist rasch wieder nach außen befördert. Damit die Lunge mit ihren Bronchien und Lungenbläschen immer frei bleibt.
Die Luftröhre ist eines der wenigen Organe, welches die Mediziner bei einer Beschädigung nicht reparieren können. Da sich fortwährend Atemzug für Atemzug Luft durch die Luftröhre zwängt, welche die Lungen füllt und wieder hinaus strömt, sind Löcher in ihr verheerend, da, dann zuviel Luft verloren geht. Kleinere Löcher können die Ärzte eventuell noch zunähen, aber bei größeren geht das nicht, da die Knorpelspangen im Weg sind und es noch keinen geeigneten Gewebeersatz dafür gibt. Weshalb der berühmte Luftröhrenschnitt auch meist nur eine Punktierung der Luftröhre mit einer Hohlnadel ist.