Anatomie - Lymphknoten

Geschrieben am 23.06.2006 von Conni Kreißl

Die Lymphknoten sind die Stellen des Lymphsystems an denen sich die Lymphkapillaren, die parallel zu den venösen Blutgefäßen verlaufen und zu Lymphbahnen vereinigt haben, zusammentreffen. Wobei sie in auffallend unregelmäßigen Abständen in das Lymphsystem eingeschaltet sind und jeder Knoten für die Aufnahme und Filterung der Lymphe bzw. der Gefäßflüssigkeit in einer bestimmten Körperregion zuständig ist. Weshalb diese gefilterten Areale auch tributäre Gebiete genannt werden und der jeweilige dazu gehörende Knoten der regionäre Lymphknoten dieses Gebiets ist. Sie sind hauptsächlich sogar nur in bestimmten bevorzugten Gebieten bzw. Körperregionen zu finden.
Zu diesen Regionen gehören Kopf und Hals, wo sie vorwiegend vor, hinter sowie unterhalb des Ohrs, am Hinterhaupt, Kiefergelenk, Kinn, Nacken, unterm Unterkiefer und entlang der Halsgefäße liegen. Und am restlichen Körper findet man sie bevorzugt in den Achselhöhlen, der Leistengegend, im Bauch und im Brustraum.
Bei einer Erkrankungen bzw. dem eindringen eines Erregers bzw. Fremdkörpers in so ein tributäres Gebiet gelangen die fremden Partikel bzw. Zellen in den regionären Lymphknoten hinein, wodurch es zu einer Reaktion kommt. Dabei werden unter anderem Antigene gebildet welche die Vermehrung von B- und T-Lymphozyten verursachen und den Lymphknoten fix anschwellen lassen, was den unter Umständen dann äußerst schmerz und druckempfindlich macht. Bei besonders schweren Erkrankungen, wie bei Leukämie, Toxoplasmose, Krebs und gewissen Infektionskrankheiten, schwellen dabei nicht nur die Knoten im Infektionsgebiet an, sondern auch die im gesamten restlichen Körper. Manchmal entstehen jedoch auch in den Lymphknoten direkt bösartige Tumore.
Sie sind die Filterstationen, welche die Lymphe reinigen und mittels der Makrophagen und Lymphozyten Fremdkörper, Zelltrümmer und Krankheitserreger beseitigen. Außerdem sind sie die Produktionsstätten der Lymphozyten, die sich vorwiegend im lymphatischen System und zu einem geringen Teil auch in den Blutbahnen befinden.
Es sind längliche bis runde Gebilde von 0,1 bis 2,5 cm Größe, die fast immer an einer Stelle etwas eingebuchtet bzw. eingedellt sind. Allerdings gilt im allgemeinen auch die Regel, umso größer der Knoten umso runder ist er auch. Außerdem werden aktive Lymphknoten vermehrt durchblutet, wodurch sie auf Ultraschallbildern meist einen etwas verbreiterten dunklen Rand aufweisen. Diese dunkleren Knötchen nennt man auch Primärknötchen, die helleren werden hingegen als Sekundärknötchen bezeichnet.
Ihr Gewebe lässt sich in drei Gebiete unterteilen. Erstens in die sogenannte Rinde, in der die Rindenfollikel die Vermehrung und Differenzierung der B-Lymphozyten regeln. Zweitens in das Mark, in dem das lymphoretikuläre Gewebe in Strängen gelagert liegt und drittens in die zwischen dem Mark und der Rinde liegende Übergangszone, in welcher die Entwicklung der T-Lymphozyten stattfindet.
Diese sowohl zu den lymphatischen Organen als auch zum Immunsystem dazu gehörenden Knoten werden durch eine bindegewebeartige Kapsel von ihrer Umgebung abgegrenzt, von der septen- bzw. faserartige Ausläufer bzw. Fortsätze, die man Trabekel nennt, in das innere ziehen, wodurch sie ein grobes Bindegewebsgerüst erzeugen. Dabei liegt das funktionelle bzw. lymphoretikuläres Gewebe im Inneren und besteht aus Retikulumzellen sowie freien Zellen wie den Lymphozyten und anderen antigenpräsentierenden Zellen. Wobei die Räume zwischen den Gerüstbalken, die als Sinus lymphaticus bezeichnet werden, von retikulärem Bindegewebe aus feinsten Fäserchen bzw. Retikulumzellen ausgefüllt sind. Dadurch bilden sie ein dreidimensionales Maschenwerk, welches kennzeichnend für lymphatische Organe ist und in dessen Lücken die Lymphozyten in charakteristischer Anordnung liegen. Das heißt in der Rinde bzw. Außenzone liegen sie zusammenhängend mit knötchenartigen Bereichen besonderer Struktur und Innen im sogenannten Mark strangartig faserig.
Die Lymphknoten werden von der Lymphe bzw. dem Gewebswasser in radiärer Richtig, also von der Kapsel zum Hilus durchströmt, wobei der Hilus einen Ansatzpunkt darstellt an dem die Blutgefäße und Nerven in das Organ eintreten. Dabei wird die Lymphflüssigkeit aus dem Einzugsgebiet des Lymphknotens, die zu einem geringen Teil in das lymphatische Gewebe einsickert und beim vorhanden sein von Antigenen die Differenzierung von Lymphozyten anregt, auch als Primärlymphe bezeichnet. Wobei die dabei entstehenden ausdifferenzierten T-, Plasma- und Gedächtniszellen in die Lymphe sickert, wodurch die Primär- sodann zur sogenannten Sekundärlymphe wird.
Als einer der wichtigsten Lymphknoten wird übrigens der Milchbrustgang angesehen, der die Lymphe aus dem unteren Körperabschnitt sammelt und danach über den linken und rechten Venenwinkel zurück in die Blutbahn leitet.