Anatomie - Magen

Geschrieben am 13.06.2006 von Conni Kreißl

Der Magen ist das zwischen Speiseröhre und Zwölffingerdarm gelegene Hohlorgan, mit etwa 1,5 Liter Fassungsvermögen, in dem die ersten Schritte der Verdauung stattfinden. Daher gehört er auch mit zum Verdauungstrakt. Er liegt im linken Oberbauch und wird größtenteils von den unteren Rippen verdeckt.
Sein Profil kann je nach Füllstand und Körperlage eine auffallend unterschiedliche Formung aufweisen, die im gefüllten Zustand beim Stehen eher Angelhakenförmig und im liegen eher Stierhorn- oder Postförmig ist.
Er lässt sich in den Mageneingang bzw. Magenmund, welcher den Übergang zwischen der Speiseröhre und dem Magen darstellt, als Magenverschluss dient und damit den Rückfluss verhindert. Dann kommt der Magenfundus bzw. Magengrund, der ein Teil der Magenblase ist, über dem Magenmund liegt, in der Regel luftgefüllt ist und als kuppelförmige Wölbung links neben dem Mageneingang liegt. An ihn schließt sich der Magenkörper bzw. Corpus an, der den größten Anteil des Magens ausmacht bzw. die Hauptmasse des Magens darstellt. Ihm folgt der Hohlraum Antrum, der eine Erweiterung kurz vor dem Magenpförtner Schließmuskel ist, der wiederum den Magen abschließt und in den Zwölffingerdarm übergeht. Außerdem teilt sich der Magen äußerlich in den oberen und unteren Magenrand und in die kleine, nach der Magendrehung rechte, sowie die große, linke Kurvatur bzw. Wölbung.
Der Magen wird hauptsächlich durch das ihn umgebende Netz aus Bändern in seiner Position in der Bauchhöhle gehalten, die zu Leber und Milz verlaufen. Er ist ein kräftiger, gebogener Muskelschlauch, welcher den vorher durchgekauten Speisebrei aufnimmt, der ihn über Mund und Speiseröhre erreicht. In ihm werden die im Mund bereits vorverdauten Kohlenhydrate aus der Nahrung weiter aufgespalten und für die Aufnahme ins Blut vorbereitet. Er ermöglicht es uns mit wenigen größeren Mahlzeiten pro Tag auszukommen, weil der Schließmuskel des Zwölffingerdarms ständig dafür sorgt, das alles lange genug im Magen bleibt um ausreichend mit den Verdauungssäften vermischt zu werden. Dies wird auch von der Tatsache begünstigt das sowohl der Magenanfang als auch das Ende des Magens durch spezielle Ringmuskel verschließbar sind.
Seine Wände bestehen aus einer glatten, kräftigen Muskulatur, die ständig in Bewegung ist, so das der Speisebrei kräftig durchgemischt, weiter zerkleinert und intensiv mit Magensaft durchsetzt wird. Sie ist von innen mit zahlreichen Drüsen und der Magenschleimhaut, welche einen zähen Schleim absondert, versehen. Dieser Schleim beschützt den Magen vor dem ätzenden Magensaft, enthält Enzyme sowie Proteine und gibt täglich etwa 2 bis 3 Liter des salzsäurehaltigen Magensafts ab. Seine Bildung wird sowohl durch Nerven-Impulse als auch durch Hormone gesteuert. Während die Proteine die chemischen Reaktionen beschleunigen und die Verdauungsenzyme den Nahrungsbrei im Darm weiter abbauen.
Unter der Schleimhaut liegt eine Bindegewebeschicht und darunter die dreilagige, gewunden verlaufende, feingewebliche Schicht Tunica muscularis. Diese sorgt über die Kontraktionen der glatten Muskulatur mit für die Durchmischung des Speisebreis und seinen langsamen und gleichmäßigen Transport zum Zwölffingerdarm. Wobei sich die komplette Magenschleimhaut alle drei Tage vollkommen neu bildet und so verhindert das sich die Mageninnenwand selbst verdaut.
Im Magen beginnt die erste Ansäuerung des vorher im Mund durchgekauten, vorverdauten Speisebreis sowie seine Versetzung mit dem Verdauungsenzym Pepsin, das als erstes mit der Aufschließung der Nahrung in seine Bestandteile beginnt. Nebenbei wird der Speisebrei auch noch durch die desinfizierend wirkende, ätzende Magensäure von Krankheitserregern befreit und auf seine weitere Verdauung vorbereitet. Somit kann die nunmehr gleichmäßig mit Magensaft durchsetzte, portionsweise in den Dünndarm gelangte Masse dort weiter in seine Bestandteile zerlegt werden. Wobei die Fette den Magen größtenteils ungehindert passieren und nur Feststoffe verflüssigt werden.
Wenn die Magenmuskulatur allerdings noch arbeitet, obwohl der Magen bereits völlig leer ist, reagiert dieser mit dem wohlbekannten knurren. Wobei er sich zusammenzieht ohne das es etwas zu verdauen gibt und ein besonderes Gehirnhormon, das man Cholesystokinen nennt, anfängt das Hungergefühl zu regulieren. Das dadurch eintretende Hungergefühl signalisiert dem Gehirn daraufhin das es an der Zeit ist, wieder etwas zu essen.