Anatomie - Milz

Geschrieben am 23.05.2006 von Conni Kreißl

Die Milz ist das größte lymphatische Organ des menschlichen Körpers, das als Filter in die Blutbahnen eingeschalten ist, da sie ähnlich wie die Lymphknoten das Blut filtert und alte Blutkörperchen entsorgt sowie neue bildet. Sie ähnelt in ihrem Aufbau einem gigantischen Lymphknoten.
Sie ist ein weiches, schwammartiges, längliches, faustgroßes, fast kaffeebohnenförmiges Organ, welches an der nach innen gewölbten Fläche eine Leiste besitzt. Auf diese Leiste befindet sich der sogenannte Hilus, also der Ansatzpunkt an dem die Blutgefäße, Nerven und auch Lymphgefäße in die Milz ein und aus treten.
Die Milz liegt unter dem linken Zwerchfell, direkt an der seitlichen und hinteren Wand des Oberbauchs und wiegt im gesunden Zustand etwa 150 bis 200 Gramm. Allerdings kann sie auch durch unterschiedliche Krankheiten bedingt, bis zu einem Gewicht von zwei Kilogramm anschwellen.
Eine Bindegewebskapsel aus Bauchfell hüllt das weiche, rote Milzgewebe ein und zwei Bauchfelldublikatoren bzw. Haltebänder, die von ihrer vorderen Seite zum Magen und von der hinteren zur Bauchwand führen, halten sie beweglich an ihrem Lageort in Höhe der 10. Rippe fest. An dieser Bindegewebskapsel verlaufen hiluswärts, balkenartige, sich vielfach verästelnde Abzweigungen, die man Trabekel nennt. Diese Trabekel stützen die größeren Gefäße, weshalb sich zwischen ihnen auch ein netzförmig verzweigtes Bindegewebe aus sogenannter Milzpulpa befindet, die ein weiches Mark aus Nervengefäßbündeln ist. Dieses Gewebe ist teils von weitlumigen Bluträumen, dem Sinus, sowie roter erythrozytenhaltiger Milzpulpa durchzogen, die teilweise mit Lymphozyten aus weißer Milzpulpa angereichert sind. Wobei die Verteilung der roten oder weißen Milzpulpa vom Verhalten der Blutgefäße abhängt, da die rote Milzpulpa ein an roten Blutzellen reicher Blutschwamm und die weiße Milzpulpa ein Gewebe aus Lymphknötchen bzw. Malpighi-Körperchen ist, die in Bau und Funktion den Rindenknötchen der Lymphknoten entsprechen.
Auf der Oberfläche der Milz befinden sich Anhäufungen von Lymphozyten, die malpighische Körperchen bzw. Milzknötchen genannt werden, welche auch Malpighi-Körperchen genannt werden und damit zur weißen Milzpulpa gehören. Dabei handelt es sich um Lymphfollikel, die aus lymphatischem Gewebe mit B-Lymphozyten bestehen. Aber auch die um die Gefäße angeordneten T-Lymphozyten der lymphatischen Scheiden gehören eindeutig zur weißen Pulpa.
In dem Bindegewebe der Trabekel verlaufen auch die größeren Äste der Milzarterie, deren seitliche Äste die Pulpa durchdringen und sich nach Passieren der Lymphknötchen in immer kleinere Arterien, Arteriolen und Kapillaren verzweigen. Diese sind von feinen lymphatischen Scheiden umhüllt, die in umschriebenen Bezirken knötchenartig anschwellen und schließlich in die weiten venösen Räume der Milzsinus münden, aus denen das Blut direkt in die Venen abfließt. Denn die Sinuswände haben Spalten, durch die das wenige Blut hindurchfließt und in das netzartige Geflecht hineingelangt um wieder zurückzufließen, das nicht direkt durch die Venen abfließt. Dieses blutgetränkte Gewebe wird auch als offene Blutbahn bezeichnet und bildet die rote Milzpulpa, die etwa drei Viertel des Milzvolumens ausmacht. Während die Lymphknötchen, die Reaktionszentren besitzen, in ihrer Gesamtheit die weiße Milzpulpa bilden.
Wobei die weiße Pulpa zur Immunabwehr dient, indem sie das durch sie hindurchströmende Blut stets auf Krankheitserreger und Toxine prüft und die rote Pulpa mit ihren Fresszellen schädliche Partikel aus dem Blut entfernt und zum Abbau von überalterten Blutzellen dient. Außerdem speichert sie einen Teil des Hämoglobin-Eisens aus dem Blut und gibt den Rest ans Knochenmark ab.
Infolge ihres großen Gehalts an Blut, besteht bei Verletzungen die Gefahr der Verblutung, wenn das verletzte Organ nicht sofort entfernt wird. Bei Erwachsen übernehmen dann in der Regel die Leber und das Knochenmark ihre Aufgaben, wobei die Milz dagegen bei einer Erkrankungen des Knochenmarks dessen blutbildende Arbeit übernimmt. Nur Kinder bis zum 6. Lebensjahr sind auf die der Bildung der roten Blutkörperchen von der Milz angewiesen.