Anatomie - Mundhöhle mit den Mundspeicheldrüsen

Geschrieben am 23.05.2006 von Conni Kreißl

Die Mundhöhle hat verschiedene Aufgaben, sie ist nicht nur der Kopfdarm bzw. der Beginn des Verdauungstraktes, sie dient auch der Lautbildung und damit der Sprache. Nebenbei spielen aber auch die sie eingrenzenden Wangen mit ihrer Muskulatur eine wichtige Rolle bei der Mimik und damit der Kommunikation.
In der Mundhöhle beginnt der Verdauungsvorgang, der bis zum Ausscheiden der Nahrung 22 bis 44 Stunden dauern kann. In ihr wird die verspeiste Nahrung in kleine Stücke zerkaut und eingespeichelt, was aus den Nahrungsstückchen einen geschmeidigen Brei macht, der dann wiederum leichter durch den Verdauungstrakt gleitet.
Damit die Nahrung aber gut eingespeichelt werden kann, produzieren die Speicheldrüsen in den Mundhöhlen täglich etwa eineinhalb Liter Speichel der Enzyme enthält, welche die langkettigen Kohlenhydrate bzw. Mehrfachzucker der Nahrung in Zweifachzucker aufspaltet. Womit schon direkt in der Mundhöhle damit begonnen wird, die Kohlenhydrate der Nahrung zu verdauen.
Das alles geschieht indem die Zunge gegen den Gaumen drückt und dabei die Nahrung nach oben und unten schiebt. Dabei bewegt sich der weiche Teil des Gaumens nach oben und verschließt dabei den Weg zur Nase. Anschließend wird der Kehldeckel nach unten geklappt und schiebt sich nach vorne. Wodurch sich die Luftröhre verschließt und die Speiseröhre öffnet, damit der Nahrungsbrei und die Getränke durch den Rachen in die Speiseröhre gelangen. Weshalb man sich auch beim hastigen essen mächtig verschlucken kann.
Zur Mundhöhle gehört der Raum, der vorne durch die Lippen, oben durch den harten und weichen Gaumen, der sie von der Nasenhöhle trennt, seitlich durch die Wangen und unten durch den Mundboden begrenzt ist. Sie geht hinten in den mittleren Rachen über, welcher hinter den beiden Gaumenbögen liegt und die Mandeln enthält.
Die Mundhöhle ist der Sinnes- und Eingeweideraum des Kopfes, welcher am wenigsten von Knochen eingegrenzt wird, da ihre Seitenwände von den Zahnfortsätzen des Ober- und Unterkiefers und von den Zähnen gebildet werden. Wobei der Raum zwischen den Lippen und Wangen sowie den Zahnreihen bzw. beim Zahnlosen den in die Mundhöhle ragenden Fortsätzen der Kieferknochen als Mundvorhof bezeichnet wird. Und das Dach vom harten Gaumen geformt wird, welcher vorn aus den Gaumenfortsätzen der Oberkiefer und hinten aus den Horizontalplatten der Gaumenbeine besteht. In diesem harten Gaumen befinden sich auch all die Öffnungen für die Nerven und Gefäße, sowie die Furchen in denen die Gaumennerven und –arterien zu ihrem Versorgungsbereich gelangen. Außerdem dient der Gaumen als extrem gutes Wiederlager für die Zunge. Wegen diesem Aufbau nennt man die hintere Öffnung der Mundhöhle im allgemeinen auch Schlund- oder Rachenenge und die vordere Mundspalte.
Ihre wichtigsten Organe sind die Zunge, die Zähne und die Speicheldrüsen, aber auch die Lippen, der Gaumen und die Wangen gehören dazu.
Zu den Mundspeicheldrüsen zählen die Unterzungen- und die Unterkieferspeicheldrüse und die Lippen-, Wangen-, Zungen-, Mahlzahn-, Gaumen- und Geschmacksdrüsen, sowie die Spüldrüsen der Geschmacksknospen. Diese bilden den Speichel und gewährleisten damit die Gleitfähigkeit zum Schlucken der Nahrung und helfen nebenbei durch bereits enthaltene Enzyme bei der Verdauung der Nahrung, was man Vorverdauung nennt.
Die gesamte Mundhöhle ist einer Schleimhaut und mit einem mehrschichtigen, unverhornten plattenartigen Deckgewebe ausgekleidet und in ihren Vorhof münden die Ausführungsgänge der Ohrspeicheldrüse und der Lippen- und Wangendrüsen. Dorf befinden sich aber auch die unter der Zunge liegenden Ausführungsgänge der Sublingualdrüsen und die der unter dem Kiefer liegenden Submandibulardrüsen.
Diese Schleimhaut und die gleichbleibende Temperatur, die Feuchtigkeit und das Vorhanden sein vieler kleiner Nischen bieten hervorragende Lebensbedingungen für Mikroorganismen. Welche die Mundhöhle in einer Vielzahl von verschiedenen Bakterien, Hefen und oder sogar Protozoen bzw. Kleinstlebewesen besiedeln und zur natürlichen Mundflora gehören. Diese Mikroorganismen stehen miteinander in einem ständigen ökologischen Gleichgewicht, das erhalten werden muss. Da sie jedoch über die Mundspalte fortwährend mit der Außenwelt in Verbindung steht ist die Mundhöhle nicht steril, weswegen die Mundhygiene zur Erhaltung des Gleichgewichts so wichtig ist.