Anatomie - Nase

Geschrieben am 24.05.2006 von Conni Kreißl

Anatomisch gesehen gehört die Nase zu den äußeren bzw. oberen Atemwegen, sie ist aber auch als Riechorgan ein wichtiges Sinnesorgan und als Resonanzraum für die Stimme fast unentbehrlich. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil des menschlichen Gesichts, das direkt im Gesichtszentrum liegt und dazu noch ein hervorstechendes und charakteristisches Merkmal eines jeden Menschen ist. Dabei kann sie lang, schmal, breit, groß, knubbelig, stupsnasig oder hakenförmig sein, das ist völlig einerlei. Denn egal wie sie von außen auch aussieht, ihr innerer Aufbau ist immer gleich.
In ihr wird der eingeatmete Luftstrom zum Schutz der extrem empfindlichen Lungenbläschen angewärmt, befeuchtet und von Fremdkörpern gereinigt, bevor er in die Luftröhre und von da in die Lunge gelangt. Dafür ist die Nasenhöhle mit einer Schleimhaut ausgekleidet und diese wiederum ebenso wie die inneren bzw. tieferen Atemwege mit Flimmerhärchen ausgestattet. Diese Flimmerhärchen bewegen sich rhythmisch vom Rachen zu den Nasenlöchern, wobei sie Fremdkörper am eindringen hindern und wieder nach draußen befördern.
Direkt unter dem Dach der Nasenhöhle befindet sich auch die Riechschleimhaut mit ihren Riechzellen. Diese Riechzellen sind eigentlich Nerven, die Geruchsveränderungen in der Atemluft aufspüren und an das Riechhirn weitergeben. Aber dieser Geruchssinn beeinflusst auch den Geschmackssinn, denn wenn die Nasenschleimhaut bei einer Erkältung anschwillt, versperrt sie den Weg der Atemluft zu den Riechzellen und man schmeckt kaum noch etwas. Andererseits regt ein angenehmer Geruch leckerer Nahrung die Produktion von Magensaft und Speichel stark an und schlechte Gerüche verdorbener Speisen gelten als deutliches Warnzeichen.
Sie ist aber auch der Resonanzraum für die Stimme, wofür die Nasennebenhöhlen da sind. Weswegen diese Funktion bei einer Erkältung oft gestört ist, weil dann die Schleimhaut so weit anschwillt, das sie die Nasengänge zu den Nasennebenhöhlen verstopft, was zu den bekannten Veränderungen in der Stimme führt.
Bei einem Blick in den Spiegel sieht man nur den äußeren Teil der Nase, der einen rechten und linken Nasenflügel mit den dazugehörigen Nasenlöchern und der dazwischenliegenden Nasenscheidewand zeigt. Doch die Nase ist wesentlich komplexer aufgebaut, als es auf den ersten Blick erscheint. Genaugenommen lässt sie sich in die Bereiche äußere und innere Nase einteilen, die wiederum aus verschiedenen Teilbereichen bestehen. Da die äußere aus der Knöchernen Nase, der Knorpeligen Nase, dem Flügelknorpel und dem Dreiecksknorpel besteht. Und sich die innere aus den Nasenhaupthöhlen, der Nasenscheidewand bzw. dem Nasenseptum, dem knöchernen Septum, dem knorpeligen Septum, den Nasennebenhöhlen, den Nasenmuscheln und der Riechspalte zusammensetzt.
Denn hinter der äußeren sichtbaren Nase mit den beiden Nasenlöchern, die ins innere der Nase führen und die durch die knorpelige Nasenscheidewand in zwei Abteilungen getrennt wird, folgt noch die rechte und linke Nasenhöhle und dieser Bereich ist erheblich größer als der sichtbare Teil. Im dem vorderen Bereich der Nasenhöhle, direkt am Naseneingang sind auch noch mehr oder weniger lange, recht kräftige Haare, die Fremdkörpern den Weg ins innere versperren sollen.
Von der Nasenwand gehen die Nasenmuscheln aus, die wie Bootsstege in die Nasenhöhle hinein ragen. Davon gibt es auf jeder Seite drei, das sind jeweils die obere, die untere und die mittlere Nasenmuschel. Hinter denen liegen die Mündungen der drei Nasengänge. Der oberer Nasengang, zwischen Nasendach und oberer Nasenmuschel, der blind endet und im hinteren Teil das Geruchsorgan hat, weswegen er auch Riechgang heißt. Der mittlere Gang, zwischen oberer und unterer Nasenmuschel, der ebenfalls blind endet und an den die Nasennebenhöhlen angeschlossen sind, weshalb er auch als Sinusgang bezeichnet wird. Aber auch der unterer Nasengang, über den die Choanenöffnung in den Nasenrachen führt und damit als Luftweg dient, weshalb man ihn auch den Atemgang nennt. Denn die Choanen sind zwei nebeneinanderliegende Öffnungen, die den Übergang von der Nasenhöhle in den Rachen bilden. Durch sie strömt die Atemluft in den Rachen hinein, wodurch man auch mit geschlossenem Mund atmen kann.
Wobei die Nasengänge hinter den oberen und mittleren Nasenmuscheln zusätzlich noch Verbindungsgänge zwischen der Nase und den Nasennebenhöhlen sind. Welche paarig angelegte Hohlräume im knöchernen Gesichtsschädel sind und zu denen die Stirnhöhlen, die Siebbeinzellen und die Keilbeinhöhlen gehören. Diese sollen eigentlich hauptsächlich das Gewicht des Schädels vermindern, sie sind allerdings wie schon erwähnt auch der Resonanzraum der Stimme.
Der in der inneren Nase gleichmäßig verteilte Nasenschleim wird durch die Becherzellen produziert. Diese befinden sich zwischen den Flimmergewebezellen auf der Schleimhaut. Durch ihn und die Flimmerhärchen wird die Atemluft gesäubert und angefeuchtet. Wobei die Erwärmung der Atemluft durch die vielen mikroskopisch kleinen Blutgefäße erfolgt, die als dichtes Netz direkt in die Nasenschleimhaut eingebettet sind.