Anatomie - Nervensystem

Geschrieben am 30.05.2006 von Conni Kreißl

Die Begriff Nervensystem umfasst die Gesamtheit aller Nervenzellen in einem Organismus und beschreibt gleichzeitig wie dieses angeordnet und miteinander verbunden ist. Es ist ein spezielles Organsystem der höheren Lebewesen. Es hat die überaus bedeutsame Aufgabe, Informationen über die Umwelt und den Organismus aufzunehmen, zu verarbeiten um dann darauf entsprechend zu reagieren. Das Nervensystem macht eine der Grundeigenschaften des Lebens möglich, die man Reizbarkeit nennt.
Man unterscheidet zwischen dem zentralen und dem peripheren Nervensystem. Wobei zum Zentralen Nervensystem bzw. Zentralnervensystem oder einfach ZNS, das Gehirn und das Rückenmark gehören. Weshalb es auch als die zentralen Schalt- und Kommandostelle des Körpers bezeichnet wird. Denn das Gehirn steuert ganz bewusst Dinge wie zum Beispiel das Denken, Lernen und die Bewegungsabläufe. Was nur möglich ist, da die motorischen Felder von Gehirn und Rückenmark unmittelbar über die Nerven Signale bzw. Informationen an die betreffenden Stellen senden, die dann prompt darauf reagieren und sofort die gewünschte Handlung ausführen.
Das periphere Nervensystem dagegen besteht nur aus den Fortsätzen der motorischen oder sensiblen Neuronen des ZNS und durchzieht den ganzen Organismus bis zur Haut. Dabei meldet es jede Berührung oder andere Reize.
Das Zentralnervensystem wird in die graue Substanz Substantia grisea, die im Gehirn außen und im Rückenmark innen liegt und die weiße Substanz Substantia alba untergliedert. Wie schon der Name besagt, lassen sich die beiden Arten bereits mit bloßem Auge anhand der namensgebenden Farbe unterscheiden. Wobei die graue vorwiegend aus Nervenzellkörpern besteht und sich die weiße vorwiegend aus den Fortsätzen bzw. Leitungsbahnen oder auch Axonen, der grauen zusammensetzt. Obwohl die weiße Substanz ebenfalls Ansammlungen von Nervenzellkörpern besitzt, die ebenfalls leicht zu erkennen sind.
Des weiteren können die hochkomplexen Nervensysteme, in denen mehrere Milliarden Neuronen im Verbund spezielle Aufgaben erfüllen, auch in das autonome, das vegetative und das willkürliche Nervensystem unterteilt werden und dies wiederum in motorische und sensorische Bereiche. Wobei die Teilnetze sind nicht immer klar trennen lassen, da einzelne Neuronen multiple Funktionen in verschiedenen Teilnetzen innehaben können. Denn deren Gesamtfunktion ist meist nur ein Resultat aus einer Summenaktivität von sehr zahlreichen Neuronen.
Dabei besteht ein Nerv eigentlich nur aus einzelnen, gebündelten Nervenzellen, wovon die einen Informationen zum Zentralnervensystem hin leiten und die anderen diese davon weg führen. Was über Nervenimpulse geschieht, die extrem schnell sind und Befehle sogar mit Geschwindigkeiten von 120 m/s durch die Bahnen schießen.
Diese Nervenzellen bzw. Neuronen hingegen bestehen aus Dendriten bzw. Zellfortsätzen, dem Zellkern und einem Axon bzw. einem langen, faserartigen Hauptfortsatz und stehen über Synapsen bzw. Kontaktstellen mit anderen Nervenzellen und oder Empfängerzellen in Verbindung.
Wobei das Zentralnervensystem dabei stets nach zwei Seiten vermitteln muss, da es als zentrales Integrations-, Koordinations- und Regulationsorgan dient. Damit ist es nicht nur für die Verarbeitung von Reizen zuständig die von außerhalb des Organismus über die Sinne aufgenommen werden, sondern auch für die, welche im Organismus produziert werden. Es ist aus verschiedenen Zelltypen aufgebaut zu denen in erster Linie Nervenzellen und auch Gliazellen gehören, von denen die letzteren sich strukturell und funktionell von den Neuronen abgrenzbare Zellen im Nervengewebe sind.
Im Gegensatz zu dem Zentralnervensystem ist das periphere Nervensystem nicht durch eine Knochen oder Blut-Hirn-Schranke geschützt, dafür kann es aber weiter in das somatische Nervensystem und das autonome Nervensystem unterteilt werden.
Wobei das Somatische Nervensystem bzw. animalische Nervensystem aufgrund seiner sehr bewussten Kontrolle von Körperfunktionen auch als willkürliches Nervensystem bezeichnet wird. Dieses System regelt die Funktionen der willkürlichen und reflektorischen Motorik sowie der Oberflächen- und Tiefensensibilität, die der Beziehungen zur Außenwelt dienen.
Dagegen entzieht das vegetative bzw. viszerale oder autonome Nervensystem durch das Bewusstsein dem Menschen die willkürliche Kontrolle über bestimmte Dinge. Denn es regelt und kontrolliert die äußerst lebenswichtigen Funktionen bzw. Vitalfunktionen wie Herzschlag, Atmung, Blutdruck, Verdauung und Stoffwechsel oder Organsysteme wie die Sexualorgane und das Blutgefäßsystem sowie die inneren Augenmuskeln. Womit es unbewusst das pure Überleben seines Wirtsorganismus aufrecht erhält.
Obwohl auch das zentrale und das periphere Nervensystem ein paar überlebenswichtige vegetative Anteile besitzen.