Anatomie - Rückenmark

Geschrieben am 15.06.2006 von Conni Kreißl

Das Rückenmark gehört zum zentralen Nervensystem und zählt damit zu den Schalt- und Kommandostellen des Körpers. Denn in ihm werden einerseits die Nerven, welche aus dem Körper kommen gebündelt und an das Gehirn weitergeleitet und andererseits durchlaufen die Nerven die aus dem Gehirn kommen das Rückenmark, bevor sie sich in den einzelnen Körperregionen verteilen.
Es verläuft gut geschützt innerhalb der Wirbelsäule und besteht vorwiegend aus vom Gehirn zum peripheren System und in umgekehrter Richtung verlaufenden sensorische und auch motorische Nervenzellen des Zentralnervensystems, die einen Gewebestrang bilden. Dabei verläuft es beinahe fingerbreit von der Unterseite des Gehirns über den Wirbelkanal bis in den Bereich des zweiten bzw. dritten Lendenwirbels. Es ist ungefähr vierzig Zentimeter lang, grau und röhrenförmig, wiegt nur zirka 25 g und hat einen Durchmesser von nahezu einem halben Zentimeter.
Ohne das Rückenmark, könnte der Mensch seine Handlungen nicht steuern und ausführen, da die Übermittlung der Signale des zentralen Nervensystem dann nicht funktionieren würde, weshalb es bei einer Verletzung in dieser Region auch meist zu Lähmungserscheinungen und Wahrnehmungsstörungen kommt. Denn es besitzt eine Leitungsfunktion, welche die Nervenzellen entsprechend ihren Aufgaben schaltet und somit Signale weiterleitet. Selbst einfache Reflexe werden vom Rückenmark aus gesteuert. Wobei die sensorischen und motorischen Nervenzellen bei einem entsprechenden Reiz direkt geschaltet werden können, was dann zu extrem schnellen Reaktionen führt. Weshalb die Hand, die versehentlich eine der heiße Herdplatte berührt, auch blitzschnell zurückzuckt.
Nur die Tatsache das die Wirbelsäule während des Wachstums des Menschen schneller als das Rückenmark wächst und dieses damit bereits auf Höhe des ersten Lendenwirbels endet, die dazu gehörenden Nervenfasern aber erst weiter unten aus dem Rückenmarkskanal aus treten, macht es möglich Mark per Punktion zu diagnostischen Zwecken unmittelbar aus dem Rückenmarkskanal zu entnehmen ohne bleibende Schäden hervorzurufen.
Das Rückenmark weist übereinstimmend mit der Wirbelsäule eine segmentartige Gliederung auf die entsprechend den Austrittsstellen der Spinalnerven in 5 Abschnitte gegliedert wird. Dazu gehören das Hals- oder Zervikalmark mit 8 Segmenten, das Brust- oder Thorakalmark mit 12 Segmenten, das Lenden- oder Lumbalmark mit 5 Segmenten, das Kreuz- oder Sakralmark mit 5 Segmenten und das Schwanz- oder Kokzygealmark, das nur rudimentär vorhanden ist. Dabei entspricht jedes Segment dem Wirbelsäulenabschnitt, der die Fasern für einen Spinalnerven liefert.
Im Querschnitt gesehen lässt das Rückenmark außen eine aus Faserbündeln bestehende weißliche Substanz und innen um den Zentralkanal, eine ganglienzellhaltige graue Substanz erkennen. Wobei die weiße sich aus den Axonen und Dendriten Fortsätzen der Nervenzellen zusammensetzt bzw. aus markhaltigen und marklosen Nervenfasern besteht und die graue die Interneurone sowie die Rückenmarksneurone und Blutkapilarren beinhaltet. Wovon die Interneurone die Verbindung und Beeinflussung einzelner Neurone ermöglichen.
Die weiße unterteilt sich durch die ein- und ausstrahlenden Nervenfasern in Vorder-, Hinter und Seitenstränge. Während die graue, welche eine schmetterlingsähnliche Form aufweist bzw. räumlich gesehen eine Art Zellsäule mit einer reihe von hörnerartigen Vorwölbungen darstellt, sich in Vorder-, Hinter- und Seitenhörner gliedert.
Die in die Hinterhörner eintretenden, sensiblen und die aus den Vorderhörnern austretenden, motorischen Neuronen bzw. Nervenfasern werden auf beiden Seiten zu Bündeln zusammen gefasst, welche sich als vordere und hintere Wurzel zum Spinalnerv vereinigen.
Dabei werden die Spinalganglien bzw. Spinalnervenknoten, welche die Zellen der sensiblen Nervenfasern enthalten von den hinteren Wurzeln mit einbezogen. Während die motorischen Vorderhornfasern in der grauen Substanz liegen.
Das Rückenmark wird von den gleichen Häuten eingehüllt wie das Gehirn, nur das sie nicht mit dem Wirbelkanal verwachsen sind und sich damit zwischen Knochen und Haut ein mit Binde- und Fettgewebe ausgefüllter Raum befindet. Außerdem sind segmentale Brücken vorhanden, welche der stabilisierenden Aufhängung des Rückenmarks dienen.