Anatomie - Schädel

Geschrieben am 30.05.2006 von Conni Kreißl

Der Schädel ist einerseits der knöcherne Anteil bzw. das Knochengerüst des Kopfes und andererseits bildet er das Gehäuse für das Gehirn. Er umhüllt alle Räume und Kanäle die Sinnesorgane beinhalten oder der Aufnahme von Nahrung und Luft dienen.
Der menschliche Schädel besteht im allgemeinen aus 22 bis 30 Knochenplatten und sehr unregelmäßig geformten Einzelknochen, die über Knochennähte miteinander verbundenen sind. Wobei die äußert unterschiedlichen Zahlenangaben dabei auf der Tatsache beruhen, das solche Knochen wie das Zungenbein und die Gehörknöchelchen nicht in jedem Fall zu den Schädelknochen gezählt werden und das Stirnbein sich aus zwei Knochenanlagen bildet. Außerdem sind alle Schädelknochen, mit Ausnahme des Unterkiefers, unbeweglich bzw. starr miteinander verknüpft.
Anatomisch gesehen lässt sich der Schädel in die Bereiche Gehirn- bzw. Hirnschädel und in Eingeweide- bzw. Gesichtsschädel unterschieden. Wobei der Hirnschädel eine sehr stabile Hülle um das Gehirn bildet und der Gesichtsschädel erst die erforderliche Grundlage für das Gesicht schafft. Der Übergang vom Gehirnschädel zum Gesichtsschädel verläuft dabei an der Schädelbasis entlang, genau zwischen dem paarigen Keilbein und dem unpaarigen Siebbein.
Der Hirnschädel lässt sich dann noch weiter in das Schädeldach bzw. die Schädelkalotte und die Schädelbasis unterteilen und ist fest durch die Kopfgelenke mit der Halswirbelsäule verbunden. Er besteht im einzelnen aus sieben oder acht Knochen. Das wären die beiden Scheitelbeine, die beiden Schläfenbeine, das Keilbein, das Hinterhauptsbein, das Siebbein sowie aus einem Teil des Stirnbeins. Obwohl einige mitunter auch das komplette Stirnbein dem Hirnschädel zuordnen. Diese Teile sind durch Nähte miteinander verbunden. Wobei die größten Knochen des Gehirnschädels die beiden Scheitelbeine sind, die zusammen das Schädeldach bilden. Dieses Schädeldach setzt sich frontal aus dem Stirnbein, seitlich jeweils aus den Scheitelbeinen und den Schläfenbeinknochen und hinten aus dem Hinterhauptsbein zusammen. Die beiden Schläfenbeine wiederum schützen nebenbei noch das Mittel- und das Innenohr mit den Gehörgängen und direkt im Zentrum der Schädelbasis befindet sich das Keilbein, das alle anderen Schädelknochen miteinander verbindet. Während die Schädelbasis den Boden des Gehirnschädels bildet und zugleich im vorderen Bereich das Dach des Gesichtsschädels darstellt. Außerdem ist sie die Verbindung zur Wirbelsäule und dient der Halsmuskulatur als Ansatz. Im vorderen Teil des Schädels wiederum liegt das Stirnbein genau über den Augenhöhlen. Dabei nennt man die leichte Erhebung in der Mitte des Stirnbeins über den Augenhöhlen auch Glabella und die Öffnung am Hinterhauptsbein auch Hinterhaupstloch, welches der Durchgang für das Rückenmark ist. An der Unterseite des Stirnbeins liegt dagegen noch das Siebbein, durch das die Riechnerven verlaufen und welches wegen seiner vielen kleinen Öffnungen diesen Namen hat.
Der Gesichtsschädel wiederum setzt sich aus den fünfzehn Knochen zusammen, welche die Augen-, und Nasenhöhlen und die Mundhöhle bilden. Dazu zählen im einzelnen Teile des Stirnbeins, welche die Augenhöhle bilden, sowie das paarige Jochbein, der Oberkiefer, das paarige Zwischenkieferbein, das paarige Nasenbein und der unpaarige Unterkiefer. Aber auch das paarige Tränenbein, das paarige Gaumenbein, das unpaarige Pflugscharbein und das unpaarige Zungenbein sowie die sechs Gehörknöchelchen.
Dabei ist der größte und als einziger frei bewegliche und nicht starre Knochen der kräftige, hufeisenförmige Unterkiefer des Gesichtsschädels. Diese ist seitlich über die Kiefergelenke mit den Schläfenbeinen verbunden und trägt in sich die unteren Zähne. Dagegen bilden die beiden Oberkieferknochen die Grundlage des Gesichtsschädels, denn sie formen die Augenhöhlen, die Nasenhöhle und das Gaumendach mit. Wobei ein Teil des Oberkiefers noch die oberen Zähne in sich trägt. Die zwei Gaumenbeine bilden dagegen den hinteren Teil des Gaumendachs und die Nase ist in der Mitte durch das knöcherne Pflugscharbein unterteilt. Der einzige Knochen, der sich allerdings mit keinem anderen Teil des Skeletts in direktem Kontakt befindet, ist das sogenannte spangenförmige Zungenbein.
Das Kopfskelett, ist beim Erwachsenen außerordentlich widerstandsfähig und robust gebaut, da die harten Knochenplatten bis dahin zu einem wirkungsvollen Schutzpanzer miteinander verwachsen sind. Das ist bei Kindern noch nicht der Fall, bei ihnen sind die Schädelknochen noch nicht fest miteinander verbunden und verknöchert. Diese Lücken, die man Fontanellen bzw. Nähte nennt, schließen sich indes bis spätestens zum Ende des zweiten Lebensjahres und auch der Hirnschädel verknöchert bis dahin vollständig. Die gezackt aussehenden, nun zusammengewachsenen Nähte heißen, dann nur noch Knochennähte.
Dazu muss aber gesagt werden, das die Nackenmuskulatur beim Menschen nicht mehr so kräftig wie früher ist und dementsprechend die Schädelknochen dünnwandiger sind, was hauptsächlich eine Folge der vollständigen Aufrichtung des menschlichen Körpers ist. Da demzufolge der Kopf nunmehr auf der Wirbelsäule balanciert werden muss. Zusätzlich wurde der Gesichtsschädel dadurch aber auch kleiner, da sich deswegen die Kieferpartie zurückgebildete. Der Hirnschädel weitete sich indes kräftig, um dem nun größeren Gehirn Platz zu bieten.