Anatomie - Sehnen

Geschrieben am 31.05.2006 von Conni Kreißl

Die Sehnen sind die Verbindungsgewebe bzw. Faserzüge die sich zwischen den Muskeln und den Knochen befinden bzw. sie sind der Stützgewebeteil der Muskeln, über den diese mit den Knochen verbunden sind. Eine Ausnahme bilden dabei nur die Zwischensehnen, die jeweils zwei oder mehrere Muskelbäuche eines Muskels miteinander verbinden oder auch der Ansatz an einer Faszie bzw. der dünnen, sehnenartigen, kollagenen Hülle der Muskeln und Muskelgruppen aus Bindegewebe.
Sie werden je nach Funktion auch als Ursprungs- und Ansatzsehnen bezeichnet und sind an jedem beliebigen Muskel vorhanden. Auch wenn dies nicht immer gleich offensichtlich ist bzw. es auf den ersten Blick manchmal so aussieht als ob einige Muskeln direkt fleischig am Knochen ansetzen. Wobei die Sehnenfasern der Ursprungssehnen gebündelt zwischen den Muskelfasern gezogen liegen und einzeln an den Muskelfaserhüllen befestigt sind und die Sehnenfasern der Ansatzsehnen gebündelt und sich teilweise überkreuzend in den Knochen einstrahlen. Dabei durchlaufen sie eine vorgelagerte Knorpelzone, wodurch die vom Muskel entwickelte Kraft gedämpft auf den Knochen zu übertragen wird.
Durch die Sehnen werden also die Kräfte der Muskelzüge direkt auf die jeweiligen Skeletteile übertragen. Das heißt nur durch die Sehnen, in Verbindung mit den Muskeln, Bändern und Knochen, die sich strecken und zusammenziehen können, werden erst die Bewegungen des Körpers ermöglicht. Dieses Strecken und Zusammenziehen funktioniert allerdings nur, weil nicht nur die Muskeln elastisch sind, sondern auch weil die Sehnen im unbelasteten Zustand leicht wellig verlaufen und so eine sanfte Dämpfung der Kraftübertragung auf den Knochen erfolgt.
Die Sehnen können unterschiedlich lang sein, es gibt relativ kurze oder auch sehr lange wie die langen Fingermuskeln. Zusätzlich unterscheidet man sie aber noch in die zwei Arten von Sehnen. Das sind die flachen, dünnen, breiten, mehr hautähnlichen, welche sich meist an den flachen Muskeln befinden und Sehnenhäute oder Aponeurosen genannt werden und die rundlichen, strangförmigen, welche die eigentlichen Sehnen sind. Wobei die ersten, also die breitflächigen, direkt in das Bindegewebe der Knochenhaut übergehen und die anderen schmalen, runden bündelweise die hyaline, gegen den Knochen hin verkalkte Knorpelzone durchsetzen. Wo sie in besonderen Kanälen in den Knochen eindringen, welcher dadurch parallelfaserig wird.
Die Sehnen bestehen aus festen, parallel verlaufenden, kräftigen, kollagenen Fasern bzw. aus Binde- und Stützgewebe und gewebetypischen Zellen sowie einer Interzellularsubstanz, in welche hauptsächlich kollagene Fasern eingelagert sind, was ihnen ihre Festigkeit verleiht. Sie sind von der sogenannten Sehnenhaut umgeben und werden von den Sehnenzellen die zwischen diesen Fasern aus Kollagenen Eiweiß liegen, gebildet und auch versorgt. Wobei die Sehnen eigentlich immer mehrere, nebeneinander verlaufende, zu Bündeln vereinigte, fest miteinander verbundene Bindegewebsfasern sind. Weswegen man auch nicht von einer Sehne sondern von den Sehnen spricht.
Sie liegen direkt am Muskelursprung und am Muskelansatz an und können ganz enorme Zugkräfte aushalten, so das sie am Knochen ziehen können ohne zu zerreißen. Wobei die stärkste bzw. kräftigste Sehne des menschlichen Körpers eindeutig die Achillessehne ist, welche der Ansatzpunkt für den dreiköpfigen Wadenmuskel ist. Denn diese hält über eine Tonne Zugbelastung aus. Da die Sehnen jedoch an Stellen wie dem Handgelenk mitunter einer extrem starken Reibung ausgesetzt sind, werden diese an solchen Stellen zu ihrem Schutz zusätzlich noch von den Sehnenscheiden umgeben. Diese Sehnenscheiden sind bildlich gesehen, mit Schmiermittel gefüllte Schläuche bzw. flüssigkeitsgefüllte Gleitröhren. Trotzdem können die es bei zu starker Beanspruchung oder bei andauernder Überbelastung auch nicht verhindern, das es zu mikroskopisch kleinen Rissen an den Sehnen kommen kann, die sich dann meist auch noch entzünden. Bei solch einer Sehnenscheidenentzündung hilft nur, diesen ganzen betroffenen Körperteil komplett ruhig zu stellen.
Da in den Sehnen nur äußerst wenige Nerven und Blutgefäße vorhanden sind, besitzen sie dadurch auch eine sehr schlechte Regenerationsfähigkeit, was meist langwirige Behandlungen zur Folge hat.