Anatomie - Talg und Schweißdrüsen

Geschrieben am 31.05.2006 von Conni Kreißl

Die Talg- und Schweißdrüsen Talg- und Schweißdrüsen gehören wie die Nägel und Haare zu den Hautanhangsgebilden und sind sogenannte exokrine Drüsen. Das heißt diese Drüsen geben ihr Sekret direkt an eine Oberfläche der Haut ab.
Wobei die Talgdrüsen, im Winkel zwischen Haar und Haarbalgmuskel aus mehreren kleinen Drüsenläppchen aufgebaute Hautdrüse sind, welche nahezu immer an Haarfollikel gekoppelt sind, da sie ihr Sekret durch deren trichterförmige Einmündung an die Oberfläche der Haut befördern. Ausnahmen von dieser Regel sind nur die Augen, die Augenlider, die Lippen, die Nasenöffnungen, die Eichel, der Penis und die kleinen Schamlippen, da bei all denen die Talgdrüsen auch unabhängig von Haarfollikeln vorkommen. Dafür besitzen die Fußsohlen und Handinnenflächen gar keine Talgdrüsen.
Auch die jeweilige Größe der Talgdrüsen und damit auch deren Talgdrüsensekretion ist je nach Körperregion völlig unterschiedlich. So befinden sich zum Beispiel im Gesicht größere Talgdrüsen, die mehr Sekret absondern als an Armen und Beinen. Außerdem hängt ihre Aktivität von den sogenannten Androgenen ab, welche eigentlich männliche Sexualhormone sind, die aber auch für das Wachstum und die Produktivität der Talgdrüsen und für die Akne verantwortlich gemacht werden. Das von ihnen produzierte Sekret bzw. der Talg ist eine bunte Mischung aus Fetten, Cholesterin, Protein und Elektrolyten, die das Austrocknen der Haut verhindert und sie weich bzw. geschmeidig machen.
Dafür bildet sich die Anlage der Talgdrüse zu einem massiven Gewebezapfen aus, welcher in die zwischen Oberhaut und Unterhautzellgewebe liegende Lederhaut hineinwächst. Die in diesem Zapfen befindlichen Zellen bilden die Sekrettröpfchen aus und vergrößern sich dabei, bis die Tröpfchen den gesamten Zellraum ausfüllen.
Zusammen mit den Schweißdrüsen liefern die Talgdrüsen nämlich außerordentlich wichtige Substanzen, die neben den gewebeartigen Lipiden zusätzlich den Hydrolipidfilm bzw. den Säureschutzmantel bilden. Dieser wird zugegeben nicht nur von dem Sekret der Talg- und Schweißdrüsen sondern auch von den Hornschichtlipiden gebildet und liegt direkt auf der Hornschicht, dem äußeren sichtbaren Teil der Epidermis, auf. Dort ist sie für den Schutz der Haut verantwortlich, indem sie antimikrobiell bzw. wachstumshemmend wirkt und die Haut obendrein vor alkalischen und sauren Substanzen schützt. Das ist gleichwohl nur möglich weil die Talg- und Schweißdrüsen die Haut unentwegt mit ihrer speziellen Wasser-Fett-Emulsion versorgen.
Die Schweißdrüsen sind dagegen anders als die Talgdrüsen auf fast der ganzen Oberfläche des Körpers verteilt. Aber auch hier nur fast, denn selbst hiervon sind einige Bereiche nicht bedeckt. Zu denen gehören das Nagelbett, der Lippenrand, das Trommelfell, die kleinen Schamlippen, die Klitoris und die Eichel. Sie gehen aus einsprossenden Gewebezapfen der Haut hervor, die sich bereits in der zehnten Embryonalwoche bilden. Sie befinden sich in der Lederhaut, die unterhalb der Oberhaut liegt und ihr dort produzierter Schweiß wird von den Poren in der Oberhaut ausgeschieden.
Insgesamt besitzt die Haut von diesen Drüsen ca. drei Millionen Stück und würde man diese allesamt aneinander reihen, ergebe das eine Gesamtlänge von 48 Kilometern. Die von ihnen gebildete Menge an Schweiß beträgt bei mittlerer Umgebungstemperatur und einer normalen Luftfeuchtigkeit ungefähr 300 bis 500 ml in 24 Stunden. Dies kann jedoch bei extrem hohen Temperaturen auch auf das Zwanzigfache und mehr ansteigen. Dabei regulieren sie ganz nebenbei auch den Wärmehaushalt durch den physikalischen Effekt der Verdunstungskälte. Wobei auch die Zusammensetzung des Schweißes erheblichen Schwankungen unterliegt. Kochsalz bzw. Natriumcarbonat ist dagegen immer, wenn auch in unterschiedlich hoher Konzentration enthalten.
Die Talg- und Schweißdrüsen sitzen zwischen der Leder- und der Unterhaut und bestimmen unter anderem auch den Hauttyp des Menschen. Denn bei einer Normalen Haut arbeiten die Talg- und Schweißdrüsen normal und bei einer Fettig-feuchten Haut arbeiten diese Drüsen zu stark, weswegen sie einen öligen Film besonders an Stirn, Kinn und Nase produzieren. Dafür arbeiten sie bei einer Fettarmen-trockenen Haut nicht ausreichend, bei einer Reifen Haut nur eingeschränkt und bei einer Mischhaut ist das je nach Hautpartie unterschiedlich. Da arbeiten die Drüsen in den fettigen Arealen an Stirn, Nase und Kinn zu stark und an den trockenen Partien wie Haaransatz, Wangen und Hals zu schwach.